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RXTOMOLOfilSCnE ZKITING.

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HERAÜSGEOEBEN

E\TO)I()LOGIS( UFA VEREINE

zu

STETTIN

NEl NZEHNTER JAHRGANG

STETTIN. IH.iH.

DIL'CX VON F HKSSg!«L\.Hb

i:iitoiiiolo;;^i<>«c*lie Keitiiiij

herausgegeben

von dem

enlomoloaisclKMi ViTciiic zu Slciiin.

Redaction ^" (■omini'ni')n bei d..-n ßnohhandl.

▼. E. 8. Mittler in B<Tlin, u. Fr. Flei»eher C. A. Dohrn. verein» -Präaident. in Leipzig.

^••'-•'^« 19. Jahrgang. Jan.- )l;lrz. IS5S.

Neujahrsnovelle

pro 1858 nebflt PreiNfmKen.

1.

lu einer lauen Spätsommernacht, kalcnderpemiiss mond-

scheinig",

Hat Ht-rr Violaz .sich aut^emacht aus IVmmern höchst

.st'C'lmheinig.

Kr fluchte: .Das halte der Teufel aus im philiatrögen Ger- manien —

Mich drän^ die Sehnsucht hinwe;:, hinaus, nach Frankreich

oder na<h Spanien.

Hier haben die Schönen vor lauter Fett Ei.sbcine statt

zierlicher Schienen,

En France ist alles so sauber und nett, da giebt« Jltnte-

Carabinen !

0 Carabine, mein Traum-Ideal, ahnst Du, das« ein lieben

der I'uninier Kach Dir verpeht in j^creimter Qual ? noch dazu im hearigeu

S<tniriier I " So und nicht schlechter phra.«iirto der Wicht, was ihm

die Tracheen bedruckte. Bis er bei des Mondes mattstrahlcndcm Licht Telegraphen

dräthc erblickte.

2.

Flugs kroch er die erste Stange hinauf und spazierte keck

auf die Leitung,

Just waren Depeschen im eiligen Lauf für eine Pariser Hof- zeitung,

Und eh Violaz bis drei gezählt, war er weit, weit weg schon

gerissen

Bis jenseit des Rheins da hat er's verfehlt, da ward er

vom Drathe geschmissen.

Auf dem Rücken lag er und schrie: „corbleu! Das war eine

Teufels - Affaire ! ''

Da hört er ein Stimmcheu so zart: „mon dieu, quel beau Ca-

j-abin temeraii'f !"■

Er rasch wie der Blitz auf die Beine, und ha! im hochzeit- lichsten Staate

Steht Carabinens Urbild da, und sagt: „je mappelleCrenate.'' Was weiter sich noch die Beiden erzählt, das lässt sich

allenfalls ahnen. Und wer sich darum besonders quält, schlag's nach in

11,000 Romanen.

[Von diesem Capitel sind die Verse in einem wirklichen Geheimen Ausbruche des Vesuv zu Grunde gegangen und nur folgendes prosaische Summarium wurde ge- rettet : ]

Einführung des Violaz in die Crenatenfamilie. Die Männer finden seinen decatirten Rock abscheulich, die Da- men elegant. Das Beibringen eines Heimathscheins winl ihm erlassen aus Gründen französischer Geographie: la Po- meranie touche de tres prei^ b la rcgion polah-e, WO die Tinte einfriert. Wegen gewisser Gerüchte, als ob Violaz schon ver- heirathet und geschieden gewesen, wird eine Partie Schach gespielt. Berlin, Weiss, versucht die Partie hinzuziehen; Gotha, Schwarz, macht kurzen Prozess und gewinnt. Die Mandarinen des Muckerthums und der Gross - Mogolei ver- fallen in wütheuden Grimm, was man erwartete, und schlitzen sich den Bauch nicht auf, was man ebenfalls erwartete. Violaz und Crenate werden dreimal von Cicada Tibicen pro- clamirt und dann von Atenchus sacer unter Assistenz von Oi^rno- derrna Eremita rite copulirt. Crenate weint während der Trau- rede so heftig, dass sie (um sich einigermassen zu beruhigen} sofort nach der Ceremouie sich in Ameisen-Eierpunsch betrinkt. Nach 3 Wochen hat Violaz seine Muttersprache schon vergessen

nnd schreibt an seinen Herrn Vater nur noch in /.weifelhaf- teni Französisch. Crenate hält ihr erstes Wochenbett aaf dem Ardenner Walde, das zweite in der Champa^e, das dritte in den Vopresen. Die Kinder sehen bald dem Vater, bald der Mntt r. bald keinem von beiden ähnlich; ein» sofrar, ein sit^'enaiintes lebcrpinps-Exeranlar, flicht sich sel- ber Flieht im (ierin^'sten ähnlieh. Deutsche Oelehrte nehmen hieraus Anlass. die Sache ^'rllndlich /.u beleuchten. Einipo beweisen, dass jedes Kind eine besondere Species sei, dass sopar eines wcpen Sommersprossen, die nicht pleichmässig vertheilt sind, w<»hl einen Doppelnamen nüthip mache für rechte und linke Hälfte. Andere (belehrte bestreiten dies, ohne eine eigene .Meinung autzustellen. Noch andre ziehen die .Sehöprunpspeschichte, die Arche Xoäli, die Hacen-rntcr- schiode, die Zulässipkeit der Sclavcrei als nothwendipe Momente mit in den Bereich der vorliegenden Frape. Andre Gelehrte be8tr>'iten dies, ohne eine eipnc Meinung aufzu- fetellen. Noch andre, die im Hewusstsein ihrer anircbornen, folglich durch nichts zu ruinircnden Hescheidenlieit stolzes Oberwasser haben, c(m<truiren o'm solches Lafiyrinth aus Punkten. Streifen. Ketten und Kijipen. durchkreuzt von unregelmässig punetirten Streifen und regelmässig gebroche- nen Kippenketten . dass die lichtvollste Ueberfiihrung und die Anführung abschreckend schlagender und breitgeschlag- ner Beisjiiel.- ni.'manden liberfilhrt oder anflihrt. als die vor- hinein .Hchnn überzeugten Kappenbrlider. Andre Gelehrte bestreiten dies. oUnc eine eigene Meinung aufzustellen.

l'nter diesen Umständen, oder wie jener Hegistrator ad marginem der an das nbnrg<richt eingeschickten Acten bemerkte: »Da vorlieg«>nde Sache nunmehr so weit gedie- hen, d:iss kein vernlinftiger Mensch mehr daraus klui,' wer- den kann" war stark di»' Hi'i\o davon, die .Sache wegen ihrer weltgeschichtlichen Medeutung vor den Bundestag zu bringen Jedoch um eine so wichtige Kut.sch'^idung bei die- nen kurzen Tsigen und der langen mereantilischen Krisid nicht der (Gefahr der lehcr^tlir/iing ansznsetzen, wurde die .^tcllnng von l'reisfragen beliebt.

\.

\N ar die Khe /\> [.»«eden \ loi;i7. uml t reii;»l;t eine ver- plinte oder nicht'.'

An matrimoniuni ipiacstioniH incestiioHuni t'ucrit aiit potias sodoiniticiim ."

B (»e.Helzt, (Ur hinterpomnurs« ii«* A'ii< »f. Iiatie in seinem schaurig orthodoxen \ nterlande ausser einer geschiedenen

6

Kreusa noch V2 Dutzend alimentenberechtigter Didonen sitzen lassen, würde er seine Lavinia-Crenata in eine pr. Wittwen- Casse haben einkaufen können?

C.

Wie stellt sich das hypothecarische Recht der Kinder aus dieser Ehe bei künftigen Ausgaben des seit der classi- schen vierten Edition durch auffallende Nachlässigkeiten romantisch gewordnen Catalogus coleopt. Europae? Werden sie als rechtlose S p u r i i spurlos übergangen, oder wird ihnen als Localratzen eine schwache Existenz „in schiefer Schrift" zugebilligt? Oder werden sie in den Limbus der Infanten mit ungewissen Sedes verwiesen? Bei der letztern Frage sind natürhch die pharmaceutischen Mitglieder wegen persönlicher Debit- Interessen frischen Löwenzahns und alten Fliegen- papiers ausgeschlossen.

Die endgültige Entscheidung dieser Tusculanen ist

offenbar nur von den Propheten der Elntomo - Mormonen am

-salzigen Plötzen -See zu erwarten. Einstweilen verbleibt es

trotz aller schäkerhafter „Eingesandt's^' bei jener heillosen,

unlogischen Verwirrung, von welcher Göthe im Divan sagt:

Wo man nicht zu sondern wusste Mäusedreck von Coriandern.

Sollte aber wir wagen es zu hoffen unsern Ta- gen das unverdiente Glück beschieden sein, dass ein genialer Jüngling, mit dem höheren M. & Coriander-Sonderungsblick begabt, die Sache vor sein geheimes Obertribunal und Fo- rum papale zieht und in seinem Moniteur Imperial (einer Zeitschrift, welche eben keine Zeitschrift, sondern eine Ewigkeit Schrift ist), einen Strahl seines Hydro -Oxygen- Leuchtgases auf diese obscuren Fragen blitzen zu lassen geruhet, dann, ja dann wird es den bisherigen blinden Hessen wie Schuppen von den Augen fallen und sie werden im Chorus einstimmig jubeln:

Köstlich ist's ; wenn Scheidler, Prey ssler, Purpurascens

und Crenatus Sämmtlich in die Luft verstieben als locale Ratzen-

Flatus : Kann Er vollends wegpurgiren den vertrackten

Mollii,??? Schalle unserm Abführdoctor dreifach Hopp, Hopp,

Hoppiiü!

G. A. D.

Vorzeichniss

Häiiiiiitlic'lif^r .TIit;;li(Mli'r den Vereins.

Protector des Vereins.

Der Oherprasidtul iler i'rovinz rummcrn, Herr Freih. Sen ff t von PiUach.

Ehren-Mitglieder. Sc. Kön. Höh. (lor rotierende (irossherzop von Oldenhnrp. Se. Diirehl. Richard Fürst zn Khevenhliller-Mctsch, Präsident

des zool.-botan. Vereins zu Wien. Herr Dr. Anb6 in Paris.

- V. Bär. Exe. Staatsrath n. Akademiker in Petersburg.

Hohe man. Intendant d. entom. Museums in Stockholm.

V. Brandt, Staatsrath und Akademiker, Director det

Kaiserl. zool. Museums in Petersburg.

Bur nie ister, Professor in Halle.

Chevrolat in Paris.

Dr. Frankliu-Bache, Präsident der philos. Gesell-

schat^ in Philadelphia.

Dr. rWay. Director des zool. Departements im British

.Museum, London.

Dr. Httrsficid, Director des zool. Departements im

ostindischen Hause in London.

Freiherr Alexander v. Humboldt. Excell.

Lacordaire. Professor der Zoologie in Li6gc,

E. Mulsant. Bibliothekar in Lyon.

\V. 8 n e n c e in London. Frau Isabel Stainton. treb. Dünn, aof Monntsfield (Lewi»-

ham) bei London. Herr Dr. r. Steven, Staatsrath in Sympheropol. Eicellenz.

Uhden, Geh. Staatsminister. Exe. in Berlin.

B. W. Westermann. Kaufmann in Kjöbnham.

J. 0. Westwood in London.

Vorstand des Vereins. Herr Dr. Bebra. .Medicinalrath in Stettin.

Dassel. .\ppollations-Gcrichtsrath in Stettin. Rendant.

Do hm. Director in Stettin. Pnisident.

(tillet de Monniore. K i in Stettin.

Hering. Pn-fessor in ^

Hess. Rector in Stettin.

Lincke, Lehrer an der BürgerteboJe in Stettin.

8

Herr Dr. Loew, Director in Meseritz.

- Pitsch, Gymnasiallehrer in Stettin.

- Dr. Ratzeburg, Professor in N./Eberswalde.

- Schaum. Dr. philos. et med., Prof. in Berlin.

- Schmidt, Geheimer und Ober - Pegierungsrath in Stettin.

Dr. V. Siebold, Professor in München.

- Dr. Suffrian, Schulrath in Münster.

- Prof. Zeller, Oberlehrer in Glogau.

Ordentliche Mitglieder.

Abdul Eflfendi in Damaseus.

Herr Arthur Adams, Wundarzt bei der Flotte in London.

- Ahrbeck, Kanzellist in Hannover.

- Albers, Stadtgerichts-Auditeur in Hannover.

- V. Alerg, Oberförster in Duninowo in Polen.

- Andersch, Kaufmann in Königsberg.

- Andritzschky, Apotheker in Zwickau.

- G. d'Angiolo in Pisa.

- Assmuss, Stud. nat. in Podolsk (Moskwa), derzeit in Leipzig.

- Bach, Lehrer an der höheren Stadtschule in Boppart.

- Bachmann, Lehrer in Insterburg.

- Baly, Dr. med. in Kentish Town bei London.

- Dr. Barth, pract. Arzt zu Königsberg in Preussen.

- Dr. phil. V. Babo in Weinsheim bei Heidelberg.

- Dr. Bauer, Kreisphysikus in Nentershausen.

- Dr. Beck in Napoli.

- Alb. Becker in Sarepta.

- Bellard i, Prof. an der Univers. Turin.

- Belli er de la C ha vi gnerie, Justizbeamter in Paris.

- Bernheim, Professor in Chur.

- V. Bernuth, Oberförster in Jägerndorf.

.-- Dr. Stefano Bertolini, K. K. Beamter in Trient.

- Bertoloni jun., Prof. an der Univ. Bologna.

- Bianconi Prof., Director des zool. Museums d. Univ. Bologna.

- Dr. Bibow in Garz a. 0.

- E. A. Bielz, K. K. Finanz beamter in Herrmannstadt.

- Bigot in Paris. ^

- Billig, Studiosus der Forstwissens chaften in Stralsund.

- Bilimek (Dominik f Hochw., Kapitular am Keukloster zu Wiener Neustadt, und Prof. der Naturgesch. am Gymnasium.

- Blanchard, Conservator des entom. Museums, Jardin des plantes in Paris.

Herr Rlauel, Kector in Osterode. Bog eng, Apotheker in Putzig. V. IJodenicver in Zosselwitz. Ernst Hallion, an der Iniversität in Kasan. Br)ttchtr in Ntn^tadt-Eln-rswalde. Boic, Justizratli iu Kiel. Dr. Böse in Ortonherg. Bowring in Hongkong.

Brandt. For.'^t-Candidat in Xeustad^Eherswalde. B r asf Im a II n. Lehrer in Düsseldorf. Fr. Brauer in Wien. Bremer. Areliiteet in Petersburg. Brehm. in ."^ondersleben.

W. Briek, Lieut. im Feldjägereorps in Koselehen. Brisehkt . Lehrer in Danzig.

Britt ingcr, .Vpotheker zu Steyr in Ober-OeBterreich. Em. V. Brück. Kaufmann in Crefeld. Bllttner. Lehrer in r;rab(t\v bei Stettin. Burchard, Professor und Director des GymnauiuiDS zu HUekeburg.

A. Butleroff. Privat-Docent an der l'niversitüt in Kasan.

Dr. Caesar. Arzt in Bremen. Dr. Calw er in Stuttgart Dr. Cand^ze in IJege.

Chabrillac. Naturf. in Paris (derzeit in Brasilien. Baron von Chaudoir in Kuzmin bei Sbitomir. Hugo Christoph in Xisky.

F. W. ('lasen. Lehrer am Cymnasium in Rostork. Cornelius. Lehrer an der Realschule in Elberfeld .\chille Costa. I>r. in Naf)oli. Cramer, Stadtrichtcr a. D. in St« penit/.. Crelinger. Oberforstmeister in Stettin. Cand. phil. Czech in Breslau.

Dr. Dahlbom, Intendant d. entom. Museumi >n Land. Damkc. Orundsteiierrcvisor in Hannover Damm, .Ju'<tiz('<»mmissarius in .Magdeburg. Daniel. Advokat. Bürgermeister zu Srhwaan im (»rosijh. .Mecklenburg.

Franz Degenhardt, Bergrevisor in ("lau.sthal. Desmarets. .Secretair der entom. fJegellgehatt zu Paris.

Dietrich. Lehrer im Kanton Zllrioh. Dr. Dfibner, l'rofessor in .VschafTcnburg. Heinr. Dohrn. Stnd. peolop. (derzeit in Bonn V. Dommer KjMifniann in Daozig.

10

Herr Dr. Dorn heim, Oberlehrer in Minden.

- J. W. Douglas in London. A. Doue in Paris.

C. Drewsen in Strandmiihle bei Kjöbenhavn.

- Drude, Rector in Hettstädt.

- Aug. Dutreux, General-Einnehmer in Luxemburg.

- Jacquelin Duval in Paris.

- Dr. Edgren in Sköfde (Schweden.)

- Dr. Egg er in Wien.

- Ehlers, Cand. phil. in Lüneburg.

- W. Eichhoff, Forst-Candidat in Schleusingen.

- Eigenbrodt, Regierungsbeamter in Ehrenbreitenstein.

- Elditt, Lehrer an der höhern Bürgerschule in Königs- berg in Preussen.

- Endrulat, B., Literat in Hamburg.

- V. Er lach, Director in Hall (Tyrol.)

- Dr. Eversmann, Staatsrath und Professor in Kasan Exe.

- Ewald, Maler in Berlin.

- V. Fahraeus, Minister in Göteborg, Exe.

- Leon Fairmai re, Vice-Präsident der soc. ent. Paris.

- Fehr, Lehrer in Gunzenhausen in Baiern.

- Eugen Felix, Kaufmann in Leipzig.

- Graf Ferrari in Wien.

- Marquis de la Ferte Senectere in Paris.

- Dr. phil. Fieber, Appellations - Kanzlei - Director in Hohenmauth in Böhmen.

- Dr Filippo de Filippi, Prof. der Zool. in Turin.

- Fischer, Edler von Rösslerstamm in Wien.

- Dr. Fischer, Privat-Docent in Freiburg im Breisgau.

- C. Fischer, Lithograph in Berlin.

- Förster, Prof an der Realschule in Aachen.

- R. Forst, Kaufmann in Hamburg.

- Frank, Subrector in Annweiler.

- Dr. A. von Frantzius, Prof. in Breslau.

- Felix Fraude, Kaufmann in ZüUchow bei Stettin.

- G. Frauen feld, Gustos des K. K. Natural. - Gab. in Wien.

- Heinr. Frey, Prof. an der Univ. Zürich.

- Frey er, Stiftungs-Cassirer in Augsburg.

- Frings, Fabrikant in Uerdingen.

- Frische, Kaufmann in Naumburg.

- Dr. Frivaldszky, Gustos in Pesth.

- Alex. Fry, Kaufmann in London.

- Füldner, Gymnasiallehrer in Neustrelitz.

- Funke, Cantor in Rochlitz.

tl

Herr Carl Fuss, Professor io Herrmannstadt.

Gas pari, C'andidat der Mineral(»gie in Poppeisdorf

bei Bonn

Gassner. Commissarins in Prag.

(ich in. Apothekrr in Metz.

Dr. .Max (Jeni minder in München.

Georp, Kiinipl. Förster in Bcvensen bei Lünebarg.

Edaard Gerden in Bielefeld.

Görard, Secretair der Linneischen Gesellschaft in

Lyon.

Gerhard in Hambarg.

Dr. Gerstäcker, Casios des Kgl. zool. Mnseams za

Berlin.

(ihiliani, Cunscnator am zool. .Mnseam zn Tarin.

Dr. C. Glaser in Friedeberg (Hessen.)

von Glöden. Freiherr anfBlitzow in Meckl.-Schwerin.

Glitz. Revisor in Hannover.

Gaabil. Capitain a. D. in t^uillan (Pyren.^

V. Gödel, C(»ngiil in Trapezunt.

Grebe, acad. Lehrer in FLldena.

R. Grentzenberg, Kaufmann in Danzig.

Gressner in Rochlitz.

W. Grey. K. Hofgärtner a. D. in Petersburg.

Grimm, Hofstaatssecretair in Berlin.

Grube. Geh. Keg.-Kath und Professor in Breslau.

.\. von Gruber, K. K. Forstmeister, jetzt in Ttlrk.

Diensten in Konstantinopel.

Grüner, Kaufmann in Leipzig.

Gutsch, Cabinets-C'-urier in London.

A. Haag. Dr. juris in Frankfurt.

H ah (1 mann. Kuptcrstrchtr in Berlin.

Dr. Hagen, pract. .\ntt in K«»nigsborg.

Freiherr Halbhnber von Festewill. Landes-Präsidcnt

des Herzogthums Schlesien in Troppau.

Dr. Clemens Hampe. fürstlicher Leibarzt in Wien.

Hanak, Professor am Gymnasium zu Ofeo.

A. H. Haliday in Dublin.

Harer in Frankfurt a. M.

Lieut. V. Harold in .München.

r>r. Hart ig, Forstrath und I'rof. zn Brannscbwcig.

Otto Hassel. Auditor in Wolfenbültcl.

Baron Hausmann in B«itzen.

Dr. Hecht. . "^

Hederirh. 1 ubQrgen.

Heeger in Mocdling oei Wien.

Dr. Heer, Professor in Ztlrich.

12

Herr v. Heinemaon, Zollsccretair in Braunschweig.

- He 11 mann, Apotheker in Kasan.

- Hensche, Apotheker und Stadtrath in Königsberg in Preussen.

- Hering in Brttnn.

- Dr. Herrich- Sc häffer, Kreis- und Gerichtsrath in Regensburg.

- V. Hey den, Senator in Frankfurt a. M.

- Heyer, Stadtschreiber in Lüneburg.

- Hildebrandt, Prof. an d. Maler-Acad. in Düsseldorf.

- Dr. Hille, Apotheker in Hanau.

- Hochhuth, Director des botanischen Gartens in Kiew. Ho ff mann, Professor in Bamberg. Hoffmeister, Pfarrer in Nordshausen bei Cassel

- V. Holle, Stud. in Göttingen.

- Holmgreu, Cand. in Stockholm. Holtz, Rentier in Barth.

Homeyer, auf Darsin bei Poganitz in Pommern.

- Hopffer, Custos am K. entom Museum in Berlin.

Max V. Hopffgarten, Gutsbesitzer in Mülverstedt br-i Langensalza.

- Hornung, Apotheker in Aschersleben.

- V. Hornig, K. K. Ministerial-Beamter in Wien.

- E. W. Janson in London.

- Javet in Paris.

- Jekel in Paris.

- Dr. Imhoff, prakt. Arzt in Basel.

- J. F. Jude ich, Forst- Conducteur in Dresden.

- Junker, Oberfinanz kammer-Registrator in Cassel.

- Kaden, Director in Dresden.

- Kaltenbach, Lehrer in Aachen.

- V. Kämpff, auf Kiederiaulbrück bei Schweidnitz.

- Karelin, Collegienrath in Moskau.

- Karow, Pastor in Roggow bei Daher in Pommern.

- A. Kar seh, Professor in Münster.

- Dr. Kaup. Custos in Darmstadt.

- Kawall, Pastor in Russen bei Windau.

- Dr. Kay 8 er in Halle.

- Keferstein, Gerichtsrath in Erfurt.

- Kelch, Oberlehrer in Ratibor.

- Adolph Keller in Reutlingen.

- Kellner, Oberförster in Georgenthal in Thüringen.

- V. Kiesen Wetter, Regierungsrath in Bautzen.

- Dr. Kirchner in Kaplitz in Böhmen.

- Kirsch, Apotheker iu Chemnitz.

- Prof. Kirschbaum in Wiesbaden.

18

Hfrr Kli ngel hoffe r, ilaaptiuaiin in Darmstadt. Eugen Klug, in Olmlltz.

Jos. Klu^. «iyinnasiallehrer iu Mährisch Trübau. Klupsz, Professur in Hastenburg. J. Kuörleiii, K. K DirectioDS-Iugenieur in Linz lu Oberöfrterreiih.

(Jabr. Koch in Frankfurt a. M. Koch, Geh. Amtsralh ia^SUlz m .Mecklenburg. C. Köder mann, Custos des N'atnralieD-CabiLets im Stift St. Lambr<'eht (Obersteyennark». Kokeil, Taxamtdoftieial in Klag* ofurt Kollar. Directur am K. K. N'aturalieo - Cabinet io Wien.

Kuppen, Kautmann in Stendal. Kraat/, Dr. phil. in Berlin.

Dr. K ratter, Kreisphysikuä in Zloczow (Gallüieü). J. f. Kraus. Lehrer in Trier. Knist Kreussler, Dr. med. in Arolsen. Dr. Kriechbaumer in .München. Kr«) 8 mann, Lehrer in Hannover. K, Krupp. Prof. an der ForstUhranstait in Weisawasscr (B^)hmen'.

Krllper. Dr. phil. in Herim. Kud. K rzi z, in iJrünn.

Grat KUenburg, K. K. Herg- und Saliuen-Directions Assessor in Bransdorf v österr. Scblettien;. C. Komm, Kaufmann in Danzig. KUf«ell, Gut.sbositzor bei vStettin. [>r. Küster, Tilegraph.- Beamter in Anspacb. l'rof. Dr. Lanza in >palato. W . V. Lan?sdorf in Lahr im Breisgaa. Leder»'r in Wien. Prof. Lenz in Königsberg. Leanifi. Profess^^ir in Hildf.sheim. G. dl' L«'vrat in Lyon. I..ogan in Kdinbon*. Dr. Lowe in Edinborö.

Lui>a<<. Ansistent im Mu'^eum des Jardiu de« plante« in V&Ti».

l)T. Lachs. Badearzt iu Wanubrunu. Lnben. Pastor in Mersebor;:. E. Ltiders, Kentur in l^uterbiTg am Harz. Ly noker. Sekretair in Kan.sel. I'. .Massen iu ('r»>feid. Mae hier, Dr. med. in Heidelberg. Mäbaert, Candidat in Svida bei Asobertlebea.

14

Herr Fr. Märkel, Cantor in St. Wehlen bei Pirna.

- G. Märkel, Cantor in Leuben bei Lommatsch.

- Mäklin, Dr. phil. in Helsingfors.

- R. Maitland, Conservator des entom. Museums der Gesellschaft Natura Artis Magistra in Amsterdam.

- Malirz, Rechnungsbeamter in Ofen.

, V. Manderstjerna, Hauptmann in Petersburg.

- Mangold, Königl. Forst-Inspector in Stettin.

- Alfred de Manuel in Chambery.

- de Marseul, Abbe in Paris.

- Fr. Martens, Seminarlehrer in Segeberg.

- Job. Martens, Conrector in Rendsburg.

- Martini, Hofrath in Weimar.

- Joseph Mayer, K. K. Ministerial-Revident in Wien.

- L. Mayer, Hofgärtner in Monbijou, Berlin.

- Mann, Maler in Wien.

- G. Mayr, Dr. phil. in Pesth.

- Melly, Kaufmann in Liverpool.

- Menetries, Director des entom. Museums in Petersburg.

- Prof. Dr. Menzel in Zürich.

- Dr. Mess, Dirigent der Strafanstalt Plassenburg bei Culmbach.

- Messow, Rentmeister in Wernigerode.

- Messing, Hof- und Schloss-Cantor in Neustrelitz.

- Metzner, Hauptsteueramts -Rendant in Frankfurt a. 0.

- Meyer, Cand. phil. in Hamburg.

- Meyer-Dür, Hauptmann in Burgdorf (Schweiz).

- Micklitz, K. K. Förster in Tolmein bei Görz.

- Mickisch, Bergwerks-Inspector in Pilsen.

- Mielke, Apotheker in Posen.

- C. J. Milde in Lübeck.

- L. Miller in Wien.

- Miller, Kaufmann in Stettin.

- Milliere in Lyon.

- Mink, Oberlehrer in Crefeld.

- Dr. M 0 e b i u s , Lehrer am Johanneum in Hamburg.

- H. R. Möschler in Herrnhut.

- G. Molinari in Pisa.

- Dr. Monti in Pisa

- M oore, Beamter am zoolog. Museum des ostind. Hauses in London.

- V. Motschulsky, Hauptmann in Petersburg.

- Moe, Universitätsgärtner in Christiania.

- Dr. Morsbach, pract. Arzt in Dortmund.

- Dr. Mühle npfordt, Professor in Hannover.

- hl ig in Frankfurt a. M.

15

Herr Dr. MUllcr, Lehrer in Schwerin.

- ('. Müller in Horlin.

- MUllcr, Stacltwundar/t in Neiistadt-Ehcrswalde.

- Jiil. .MUlU-r, Fabrik P.nclihaitcr in Hrlinu. Ci. Muller. Mcchanicus in Dresden.

- Mutzen, Maler in lierlin. Murdfield, Apotlu-kcr in Rheine.

- Andr. Murray in Kdinhnn».

- Dr. Nebel, Uht-rarzt in Darnistadt.

- Neu8tä«lt in Urtslau. E<lwaril Niunian in London.

Graf Nieelli, Lieutenant im Kaiser Alex. -Keg. Xickerl. pract. Arzt in Prag. Dr. Nicolai in Arnstadt. G. Nicpold, Lieutenant in f'olberg. Nie tu er, Plantagen- I)irL'ktor in Colouibo (Ceylon). Oberst v. Noleken Ingenieur in Riga.

- Nördliuger, l'rotessor in Hohcubeini bei Stuttgart.

- Dr. N y 1 a n d e r in Helaingfors. Ubert. Lehrer in Petersburg.

A. V. Uertzen in Mecklenb. -Friedland.

Baron Franz v. Oezkay . K. K. Kämmerer in Oedenborg.

- Orsiui, Professor in Aseuli.

Baron Osten -Sacken, Kais. niss. Legations-Secretair in Washington.

- V. d. Osten, Kittergutsbesitzer zu Warnitz bei Soldin. Fächer, Pfarrer in Tröpolaeh (Kärnthen).

- Dr. Palliardi, Medieinalrath in Kranzonsbad.

- Pape, akadcmi.scher Kupfernteeher in Petersburg.

- Perroud in I.,yon.

- Dr. Peters, Medieinalrath in Neu-Strelitz.

- Pfeil, Staatsanwalt in Kr.ni^'sberg.

- Dr. l'fund, Assistent am Naturalien -Cahinet in Prag.

- Piccioli in Florenz.

O. Pirazzoli, Civil -Ingenieur in Imola.

- G. Pirngruber. Benetieiat in TirUnwald bei .Mlinrheii

- T. d. l'lanitz auf NeidsrhUtz bei Naumburg.

- Carl Plötz in Greifswald. Poggc, Kaufmann in Greifswald. Pop off, (ollegien-Assessor io Kjarhta.

- V. Prittwitz, Notar in P.rieg.

Putzeys, Directur im .lustizminist^iriuni in Brtlssel.

- Rahtz, Forster in Neumark. Keer. Kaufmann in Hamixirg. Heidemeister, Candidat in Cummerow.

- Dr. Reinhard, .Medizinalrath in BaoUen.

16

Herr Dr. v. Renard, Sekretair der Kaiserl. naturf. Gesell- schaft in Moskwa.

- Prof. Dr. Redte nb acher, Custos am K. K. Naturalien- Cabinet in Wien.

- Re issig, Ober-Forstsecretair in Darmstadt.

- K. Reutti in Freiburg im Rreisgau.

- Richter, Kammer -Musikus in Berlin.

- Richter, Hofgärtner im Luisium bei Dessau.

- Richter, Oberförster in Klütz bei Stettin.

- Richter, Pastor in Punschrau bei Naumburg.

- Richter, Oberförster in Stepenitz.

- Riehl, Ober -Zahlmeister der Haupt-Staats-Casse in Cassel.

- Jul. Rietz, Musik-Direktor in Leipzig.

- Dr. Ritter, Hauptlehrer am Gymnasium in Marburg.

- Dr. Roger, Leibarzt Sr. Durchlaucht des Herzogs von Ratibor in Räuden.

Rohde, Lehrer in Berlin.

- Cam. Rondani, Professor in Parma.

- Roth lieb in Hamburg.

- Rosenberge r, Pastor in Groesen (Kurland).

- Dr. Rosenhauer, Privatdocent in Erlangen.

- V. Roser, Geheimer Legationsrath in Stuttgart.

- Professor Dr. Roth, Mitglied der K. Akademie in München.

- Russ, Lehrer in Hanau

- Ruthe, Oberlehrer in Berlin.

- R. V. Sacher-Masoch, K. K. Hofrath in Prag.

- R. V. Sacher-Masoch, K. K. Hofrathin Pestb.

- Dr. Sachse, prakt. Arzt in Leipzig.

- Dr. Sahlberg, Professor in Helsingfors.

- Sand, Candidat in Königsberg. ' W. W. Saunders in London.

- H. de Saussure in Geneve.

- Dr. Saute r in Königsberg.

- Schaschl, K. K. Hüttenbeamter in Forlach (Kärnthen.)

- Seh auffelberger, Architect in Petersburg.

- Christ. Sc he dl in Wien.

- Scheibe, Lehrer in Kemberg.

- Scheibge, Lehrer in Garz a. d. Oder.

- Seb. Alex. Scheidel, Bankbeamter und Custos der entom. Sektion im Senkenbergschen Museum in Frankfurt.

- S c h e n c k , Professor zu Weilburg.

- Dr. Schiefferdecker, pract. Arzt in Königsberg.

- Schindler, K. K. Pfannhausverwalter in Hall.

- Schindowsky, Förster in Proebbernau bei Elbing.

\1

Herr Dr. IL Schinor. S( entair des zool -Ixjot. Vor. in Wien.

- Schiüütc, Insj). am K. zool. Mus<'nm in Kjühcnliavu. Sc lili iliti np-, Su|)frintrnil«'nt in Isin^'cr hei Pyritz.

- Scliliiii^er, Diai'oniis in Jona.

- A. Selnnid in Kranklurt a. ^f. Fcrd. Jos. Sthniidt in Laihaeli. Dr. Selnnid t. Direetor in KHiin;;.

- Schmidt. Kr<is\viin<larzt in Winmar.

Dr. Schmidt (ioebel, l'rofVssor in Lcmberg.

- Schmitt. rJciMTal-Superiiittnilt nt in Mainz.

- Dr. phil. .Sclmr ide r in iJrcshui.

- M. Sc hr.nl) ach, Oberförster in Keinwiese bei Hemia- kret.schcn.

Schreck, Lehrer in Zeulenroda.

- Sc hrce ken baeh, Diaeonus in Chemnitz.

- Schreiber, C()ilal>nrator in WollVnbllttcl.

- K. Schreiber. Cand. niath. in llossla. Schreiner. Kepistrator in Weimar.

Dr. V. Schumann, Arzt in Kcichcnbach CSchlesicn). Schultz, Uberlehrer in Berlin.

- Schulze, Cand. theol. in l'ölitz.

Dr. Schwabe, practischcr Arzt in Stadt Rcmda bei Hndolstadt.

- Scriba, Pastor in Selijrenstadt.

- Scccer, Dr. med. in Hall (Tyrol.) Cavalierc Handi di Sehe in Turin.

Harun de Sei ys-Lonpch amps Senator in Lllttich. Dr. M. Seubert, Prof. in Karlsrnlic

- Dr. 0. Seyffer in Stutt^'art.

- William Sharswood in Cavendisliam t Vorein. Staaten.)

- Sheppard. VA., Zojlbeamttr in London.

- Sievers. Kaufmann in Petersburg. Smith, Assistent am Hrit. Museum in London.

Sn eilen van Vollonhovon. r'n«;»o<ä do« ontom. Musoumi

der rnivorsitiit Leydon.

Dr. Sodoffsky in Hitra.

M. C. Sommer, Kaufmann in .Mtona.

Dr. Souvorbie in H<trdoanx.

Dr. Fr. Sperk in Novo Tscherkask.

Dr. med. Adolf Speyer in Rhoden.

Sponholz. IVdicer zu Rlllow in Mecklenburg.

St ä per, .lustizrath in KJöbuhavu.

Dr. med. Stac he Ih a u sen in Barmen.

H. T. .^^tainton. in I>owi>;hani bei London.

Standfuss, Pastor in Sehroiborhau hei Hirschberg.

Stäl, Candidat in Stockbolm.

a

i8

Herr J. Stark, Bezirks-Geometer in Immenstadt.

' Hr. Staudinger in Berlin (derzeit in Spanien.)

- Dr. Steffahny, pract Arzt in Putzig.

- Stein, Rentier in Berlin.

- Dr. F. Stein, Professor in Tharand.

- Stein ecke, Cantor in Swinemünde.

- Dr. med. Stiebel in Frankfurt a. M.

- Dr. Sti^rlin in Schaflfhausen.

- Stollwerk, Lehrer in Uerdingen.

- Dr. Stricker, Kreisphysikus in Greifenhagen.

- Strübiug, Seminarlehrer in Berlin.

- Dr. Struve in Dresden.

- Dr. F. Sturm, Kupferstecher in Nürnberg.

- J. W. Sturm, Kupferstecher in Nürnberg.

- Stülpnagel. Rendant in Prenzlau.

- Dr. Sunde wall, Professor und Intendant der Museen in Stockholm.

- X. Tarnier in Dijon (rue Vauban).

- Dr. Taschenberg in Seesen am Harz.

- Tetschke, Oberlehrer in Stralsund.

- Thorey in Hamburg.

- V. Tiedemannn, Ritter-Gutsbes. auf Russoczin bei Danzig.

- T i e f f e n b a c h , Maler in Berlin.

- C. D. Tiemann in Magdeburg.

- Tischbein, Oberförster in Herrstein bei Kirn.

- Tollin, Apotheker in Berlin.

- Truqui, K. sard. Generalconsul in Rio.

- Türk, K. K. Beamter in Wien.

- Ulrich, K. K. Official in Wien.

- V. Vareudorf, Regierungs-Secretair in Arnsberg.

- Frangois Yenetz, Ingenieur in Sitten (Wallis).

- Dr. Verloren in Utrecht.

- Vigelius, Steuerrath in Wiesbaden.

- E. Vogel in Dresden.

- Voigt, Maler in Gross-Schönau in der Lausitz.

- Dr. Völker, Gymnasiallehrer in Elberfeld.

- Waga, Professor in Warschau.

- Wagen Schieber, Kupferstecher in Berlin. Wagner, Lehrer in Aschersleben. Wagner, Oberlörster in Wildenbruch.

- Wahlberg, Professor in Stockholm.

- G. Wailes in Newcastle.

- Dr. Waltl, Lehrer in Passau.

- Wartenberg, Oberforstmeister in Marieuwerder.

- Wasle, Apotheker in Schlitz.

H'Tr Julius Weeren. Stndionas in Berlin. E. Wehncke, Kauiniann in Harn hu r^. Weidehas»'. Stml. rnrd. in Hcrliu. Dr. V. W»'i(l tu hath. pract. Arzt in Aug^barp. V. \N' ei 8 se ü bor II . (icht.'i' '/.rath in llalberstAdt.

- V. Wels er, Freiherr in N Werneburp. K<ini;:l. Forstmeister iu Krtnrt.

- W e 8 ni a e 1 , FrolV-ssor in BrUsuel. Westerman, Uireetor des z«>ol. Gartena der Gesell »ch&fX Natura Artis Mapistra iu Amsterdam

Dr. Wetz el. I)irector in Biinnon. Westrinp. D<'nanen-In."*peot<ir in Göteborg.

- G. Weymer. Kantinann in Klberfeld.

- A. White. Assistent am Hrit. Museum in London.

W i e p k e n , Custos am prossherz. Museum zu < lldenbarjf. Wie schutter, (iärtncr bei (ilopaa. Dr. Wilkens. prart. .\rzt in Bremen.

- Wilms. (iynmasial-Director in Minden. J. Wilson. Ks«i. in Kdinburjrli.

Joh. Winnertz in Creteld.

Ph. Wirtpen. Vorsteher des naturhifitorisehen Verein«

in Coblenz,

- Wi 8 8 mann. Obertor!»ter in Hanmiv. -Münden

- Dr. med Wocke in Breslau.

Gabr. Wolfi', Apotheker in Klausenbare.

Vemon Wollaston iu London.

Dr. Zaddach, l*rivat- Doccnt in Könipsberp.

- Z e be, Ben.. iJbertVirster in Vol|>crsdorf. irafschal^ Glati. G. Zehe. jun.. in Neumark bei St. rtin.

Graf V. Zepelin bei ('onstanz.

- Zetterstedt, Professor in I.nnd.

- V. Z i e p 1 e r u. K I i p p h .1 n « e n . « H.erf«'»rster in SchmletU» berp bei Schleusinp»'n.

Dr. Zimmermann in (;eorptown (Slldi-.iroiina).

Z 80 hörn. (»b««rlohrer in Halle a S. Ernst Zur hold in [.»^ipzic

Ehren -^' 20

Vorstani - ;<»«!. t 1')

Ordentliche Mitglieder 4fi6

621

20

Rede zur Stiftungsfeier des eiitomologischen

Vereins

am 8. November 1857.

Meine Herren!

Seit ich vor einem Jahre die Ehre hatte, Ihnen meinen Bericht über den Zustand des meiner Leitung anvertrauten Vereins vorzulegen, hat sich in seinen innern und äussern Verhältnissen wesentlich nichts geändert Das frühere mo- natliche Ausgeben der entomologischen Zeitung ist zu fast allseitiger Zufriedenheit in ein dreimonatliches verwandelt worden und soll demnach beibehalten werden. Abgesehen von einer Erleichterung für die Redaction und Correctur ( weil bei der jetzigen Einrichtung die verschiedenen Ord- nungen gleichmässiger berücksichtigt werden können, und weil sich die mühselige, eben so langweilige als augenver- derbende Arbeit der Correctur wenigstens auf einen kleinern Zeitraum concentriren lässt, als früher ) achte ich es für einen wesentlichen Gewinn, dass die meisten Arbeiten jetzt unabgebrochen gegeben werden können, was gleichzeitig dem wesentlichen Interesse der Autoren und der Leser för- derlich ist. Auch sind wir seit der neuen Einrichtung we- niger mit Gesuchen um Ersatz verlorner Nummern behelligt worden, da die Post, wie es scheint, so starke Hefte weni- ger verzettelt, als dies vordem öfters geschah; vielleicht auch, weil sich seit Jahren immer mehr Leser entschlossen haben, dem langsameren und unerheblich mehr kostenden aber auch viel zuverlässigeren und reinlicheren Wege des Buchhandels den Vorzug zu geben.

Von der Linnaea entomologica befindet sich der zwölfte Band mit Arbeiten von Hagen, Suffrian, Gerstäcker und Speyer unter der Presse. Die sechste Auflage des Catalogus coleopterorum Europae findet more soUto ihren Absatz. Leider kann ich nicht das Gleiche von dem sechsten Bande des Illigerschen Magazins rühmen, dessen Wieder- abdruck uns von verschiedenen achtbaren Seiten sehr drin- gend und als einem allgemeinen Wunsche begegnend ange- rathen wurde: der bisherige Absatz hat dieser Empfehlung nur ungenügend entsprochen, offenbar, weil der directe Bezug von hier und die Einsendung des Betrages hierher manchen Kauflustigen abgehalten haben, und ich behalte mir über dies Object meinen Vorschlag* vor.

31

Im rohri^'on befinden sich flie Finanzen des Vereine in befrirdipender Lap»-, wozu nicht nur die noch auf 1 Jahr pHltijre Subvention Sr. Majestät, sondern auch der Tnistand wesentlich bciträ^-t, dass es die Verhältnisse gestattet haben, den Zinsfuss dos Vereins Kapitals ohne Gefährdunp der Sicherheit zu erhrdicn.

Pas unerl'ittlicli« Fntuin hat un*i natllrlich auch in dem abgelaufenen .Fahre maiiclu'n wtrthcn Tienossen aus unserer Phalanx abgertiOn. Wenn der Xame des in \eustadt Ebers- walde verstorbenen lA'hrers Hraasehe auch der cntomolo- pisch«'!! I'ubjirität f'-ni geblieben ist, so wusstcn floch die mit ihm \('rkt'hrtMi(Kn r'^Irojitcrophilcn. dass er ein flcissiger, im Dt'tcrmiuircn mancher sehwicrijren Familien pellbtcr und im Auftinden seltener Arten pllieklicher Forscher seiner reichen Localität war. Ich konnte desshalb mit putem Ge- wissen die von ihm hinterlassene Sammlunfr dem brittischen Museum in London zum Ankaufe emj)fehleii. da es dieser in vieler H<zi( hunp reichen und prächti^'cn Sammlung gerade an sdlchcn khinen und meist genau determinirten Arten fehlte, als sie hier vuriianden und Hlr einen äusserst mäs- eigen Preis angeboten waren.

Der in Fircnzc verstorbene Dircctor des dortigen gross- herzoglichen zoologischen Museums, Passerini, hat sich, namentlich in frlllHTcn Jahren, rlurch Zusammenbringen einer (l\T italieni'^chc \'erhältiiissr nicht nnbedentcndi'n Sammlung von f'oleoptereii und durch einige kleinere Publicationen tlher Hymenojitera und lll»er »ilbaumverwUstendc Insectcn bekannt gemacht Sein liohes .Mter und das seit einer Heihe von Jahren auf ihm lastende Verhängniss einer geisteskran- ken Frau hinderten ihn in fier letzten Zeit v.illig an der F\»rt- Setzung seiner frühen n Lieblingsbeschäftigung.

Schweren nixl in mehrfacher Hczichung unersctrlichcn Verlust hat die Kiitonnil<>^'i<' und unser \'ercin durch den Tod Hrenii-Wf»lfs in Ztlrich erlitten. Fr war ein Auto- didart im besten Sinne des Wortes; der gänzliche Vcrinft des Gehrtrs in seinen /wanziger Jahren hatte den geistig lebendigen und fllr licsehäftigung mit der Natur in den Mu'-'-i stunden mines Handwerks schwärmejiden jungen Dr»! lisj.r vorzugsweise auf Knt<>n.M|n;xic hingeleitct, und man kann nicht ohne Erstaunen und f{llhrung sehen, wie liebe- voll ihm Mutter Isis seine harte unfreiwillige Isolirung vom gewrdinlichen menschliehen Verkehr durch sein sinniges nnd verständiges Eindringen in ihre reichen Mysterien gemildert, ja sogar mit Resultaten gelohnt hat. welche vielleicht gerade deswegen ihm zu Theil wurden, weil er mit uncrmlldlichem FIcisse und eiserner ( onucqucüi sciüc reinste Freude darin

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fand, die Zeicliennprache der Natnr zu stndiren, da ihm die Muttersprache verkümmert war. Wir dürfen einem ausfähr* liehen Nekrologe das Verewigten von befreundeter Hand entgegensehen.

Wenn es mir im Jahre 1856 durch meine Reise in Italien gelungen war, dort ausser der Befestigung bereits brieflich angebahnter Verbindungen noch einige neue zu begründen, von denen zu hoffen steht, dass sie immer mehr dazu beitragen werden, die natürliche Verbrüderung aller mit uns Gleichstrebenden in factisches Licht zu stellen, so hat meine Reise im Früblinge dieses Jahres dem Vereine mehrere werthvolle Anknüpfungspunkte zu wissenschaftlichen Relatio- nen mit Holland geboten. Auch wurden in Belgien, Paris und London die alten Verbindungen erneuert und neue ge- wonnen. Mein verehrter Freund, der Professor und Akade- miker Wesraael in Brüssel, war so gütig, dem Vereine eine ansehnliche Zahl Separata einer Reihe hymenopterischer Abhandlungen zur Vertheilung zu überweisen und es hat mich aufrichtig gefreut, dass sich dazu eine so grosse Zahl von Petenten meldete nicht als ob ich nicht wüsste, dass Wesmaels Arbeiten classisch sind und jeder entomologischen Bibliothek zum Nutzen wie zur Zierde gereichen, aber weil es mir die angenehme Ueberzeugung gab, dass die reiche Ordnung der Hymenoptera allmälig ein immer grösseres Publikum gewinnt. Ich kann es nicht oft genug empfeh- len, dass diejenigen, welche auf angehende Entomologen einen Einfluss üben, diesen wenn irgend möglich dahin gel- tend machen mögen, den vernachlässigten Ordnungen d. h. allen, welche es nicht mit Käfern noch mit Schmetter- lingen zu thun haben neue Jünger zuzuführen. Solche Männer gerade wie der wackere Bremi beweisen, dass auch ungelahrter Dienst der Mutter Isis und ihrem Caltus gedeihlich und wohlgefällig ist.

Kaum habe ich nöthig, Ihnen, geehrte Herren, meine schon öfters direct und indireet ausgesprochene Ansicht zu wiederholen, dass ein Naturstudiura wie das unsrige seinem innersten Wesen nach alles Exclusive und was irgend an Kaste erinnern kann, ausschliesst. Araicus Plato, sed magis amica natura, so heisst unser Wahlspruch, und es ist dafür gesorgt, dass die Natur noch Räthsel genug in Vorrath hält, auch wenn ein ganzes Concil von Piatonen, Linnö's und Latreille's hundert Jahre hintereinander sich mit deren Lösung unablässig beschäftigt hätte. Es giebt keinen noch so hochgebildeten menschlichen Scharfsinn, der sich zu schämen brauchte, seine Beobachtungen und seine Combinationen auf unsre Mikrokosmen angewendet zu haben.

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wie es eben aoch kein Individuum pieht, dem die freie

Wigsenschaft und ihr iinoiuIlichcK [Joinininm als Lclin zu monoiMtlistisclu'iii Scli:ilt»n illu-riii-k'rt worden. Je weni^rcr wir (leni bescheideiistin Laien das ihm anfr»lMirne lioehl verschränken, sein Lieht auf ilen Seheffel /.u strlhn, drsto freier und naehhaltipr int «lie Verehruujf, die wir für au» gezeichnete uud herufene \ orkäinpfer uns«rs \atur>tu«iiuni» hegen.

Diese rrincipitn >ind \t.r Allem nia.'is;,'cl)end p'W( •« n. al« der verewigte Dr. >chmi(lt in \ erliindunj; mit wenitren wackeren Freunden unsern \'erein ^tift« te. Frankreich und Kn;:Iand waren mit ^'utem licihpiele vuran;,'eKaupeu, und •** mus8 der Wahrheit zur Steuer zu^'egeljou wenlen, da^H die deutsche Kntdnndo'rie hinter der l'ran/.ösischen und en^dischen zurUckldiel), nicht weil et» den DentM-lien an tllelitiL'en Fn- tonndopen. widd aher, weil es ihn«'n an einem Mittelpunkte gehrach. Hatten jene Lander in ihrtr |i<>iiti.seh« n (lotalt natdrliciicn Anlass, das < iitumnln^nM-he (eutruni in ihre Liaunt.städtc verlegen, und damit ihren Vereinen alle die Vortneile 7.0 versehaffen, welche nnthw endig daran»« hervor- gehen, so wäre es in Deutschland, wenn auch nicht v(»ll- konimeu entspreehend , so doch annäht rnd gleichhedeutend gewesen, wenn Wien oder lUrlin sieh an die .Spit/e eine» ent^»ino|«igischen \ ereins gestellt hätten. Das alier ^'eschah nicht, aus (Irlinden. wtd<he /u enirtern lii«'r nicht die Stelle ist. Es uiusste also eine andere Stadt den ersten Sehritt thun, und Stettin that ihn. An weisen uud zum Tlieil hochstehinden und einflus>reiehen Männenj hat es idcht gefehlt, welche dem rnt«rn«hmen geringen odi r trar keinen Krfolg lind jedentalls kurzen llesland vorhersagten. Di«>e wei- sen Männer hallt n sieh, wenigstens Itis jt'tzt g«täuscl»t. Zuerst sollte d«r Verein wesentlich nur an Dr. ."Schmidts I'er- s^tnlichkeit gebunden sein, an sein rasch entwickeltes Ta« lent fllr de8cri|)tive ('<de<»pt4 ndogic. Schmidt starb, als der Verein erst im se<hst«n Jahre bestand er iMsteht heate im zwanzigst«*n Fs hat also nicht an .S'hmidtn i'ersön. Ii<hkeit gelegen, eljen so wenig wie das seither 1

und \S achsen an «ler mein igen. Mir steht v s

nicht an, mit |tseudoehristlicher Demuth /u prunken, und ich habe in und ausser Deut.schland der ehrenden Anerkea- nungen genug aufzuweisen, um mit gutem (»ewis.ten und ohne \crdacht falscher Fie.Hchcidenheit sagen zu Der Stettiner Verein hat die Hllrgschatl seine»* Ar.: und seiner wirksamen Fortdauer nicht in dieser od. r |. r Persönlichkeit zu suchen, sond« ni einlach uud alleiu in m Symbol: Viriboi Loiti».

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Das ist freilich theoretisch leichter ausgesprochen, als empirisch zu handhaben. Denn jedes Ego hat und postn- lirt seinen gesetzlich erlaubten, ja nothwendigen Egoismus; und je weiter sich der Verein ausdehnte, je hervorragender zum Theil die Männer waren, die ihm beitraten und deren ausgezeichnete Beiträge in den Vereinsschriften niederge- legt sind, desto schwieriger wurde es, Jedem nach seiner Ansicht gerecht zu werden. Die im Vereins -Archive vor mir liegenden ansehnlichen Stösse von Correspondenz, wel- che ich seit 14 Jahren geführt habe, können dazu Beläge genug liefern. Ich habe mir, soweit ich mich zu erinnern weiss, pflichtschuldige Mühe gegeben, gegen Jedermann zuvorkommend zu sein er raüsste sich denn durch no- torische Unehrenhaftigkeit oder ungeschliffne Provocation dieser allgemeinen Rücksicht unwerth documentirt haben ich habe nach Möglichkeit mein Ego verleugnet, wenn es mit einem fr e m d e n unbequem eitlen oder kränklich reizbaren Ego in Reibungen gerieth, falls ich Ursachen zu haben glaubte, meine Individualität ausser Acht zu lassen, weil es Rücksicht auf das Beste des Vereins und jenes Princip der Socialität galt. Aber ich bin nur ein Mensch und folglich der Selbstverleugnung höchstens bis zu einer gewissen Gränze fähig. Wurde ich über diese hinausge- drängt, so blieb mir keine andre Wahl, als mich recht- schaffen meiner Haut zu wehren und mich, falls dies zum momentanen Nachtheile des meiner Leitung anvertrauten Vereines gereichte, damit zu trösten, dass der Bestand des Vereines eben nicht von der Gnade oder Un- gnade einer einzelnen Persönlichkeit bedingt .st, sei sie entomologisch auch noch so eminent. ^Dies vorausgeschickt und zugleich zugegeben, dass unsre Societas eine zwangfreie ist, die jedem Mitgliede die voll- kommenste Freiheit lässt, ihr anzugehören, so lange sie seinen Ansprüchen genügt und sich von ihr loszusagen, sobald dies nicht mehr der Fall ist, wird sich Niemand, der menschliche Einrichtungen kennt, darüber wundern, dass gerade der blühende Zustand unsers Vereins den Gedanken hervorgerufen haben mag, auf analoge Principien einen analogen Bund zu basiren. Zunächst hat dies schon vor Jahren in Breslau stattgefunden. Es ist aber der dortige entomologischc Verein ein fast ausschliesslich localer, oder doch auf die Provinz Schlesien beschränkter und sein Jour- nal auf einen verhältnissmässig geringen Leserkreis ange- wiesen geblieben.

In neuester Zeit haben Vorkommnisse bei Vorstands- wahlen, deren Specialisirung nicht hieher gehört, mehrere

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EDtoinologen in Wien veranlafJBt, au» dem dortiKon zoolo- gisch botanischen Verein anszntreten und einen hcHonderen entoiiiolopiticlien /.u ^'rllnden, der unter der Hedaetion der Hernn Lederer und Miller hcHondre „entomolopißche Mo- natshefte" herauspieht.

Ferner hat sieh in H«'rlin ein entomolo^ischer Verein untt r m Vorsitz des Herrn Dr. Kraat/. eonstituirt . der pleiehfalls entnuKtiopisehe Tuldieationen anp«'kllndii:t hat.

Jedenfalls \vir<l die entdnudnpigche Wisnensehaft im Allgemeinen von diiscn neuiii l nternehniungen zunächst den unhtstriitharen \ Ortheil ziehen, dass dieselben nach MiSplichkeit hestreht sein mtlssen. sich filr ihr«' l'uhlicati(»nen durch niitpliehst gedivirt lu- Artikel einen au>riiehendeii Le- Berkreis zu schaffen. Ott die deutsehe Kntdnuddpic bei dieser vermehrten Deecntralisation auf die Lanpe etwa« gewinnt, ol» der Stetfiner ^'er«'in dadurch in seiner bishe rigen \S irksamkeit ir;:end wesentlich gehemmt oder beein trächtig! werden wird, ist vorläufig eine mlisüige Frage, da sie nur durch die Krfahrunj: mehrerer Jahre entscheiilend beantwort( t werden k:inn und wird.

Von mehnnn Seiten ist mir. namentlieli auch bei Gelegenheit meiner letzten Heise im Auslande, zu erkennen gegeben worden, das.s die seit Jahren mitpetheilte Kegistra- tar der letzten laufenden Correspondcnz d( n auswärtigen Lesern ein lebendiges Hild der Vereins\\ irksamkeit vor Augen stellt. Ich gehe deshalb zu den in letzter Zeil eingegangenen Briefen ttber.

\. Herr Snellen van Vollenhovcn I>eyden. 'M) Angnst und ^1 September dankt fllr seine Aufnahme in den Verein, so wie fllr die erhaltne Sendung von HUchern und Insccten. Kr hat tlbcrschen, zu notiren, welche Nummern seiner Fortsetzung des Werkes von Sepp er dem Vereine geschickt hat und bitt*t. ihm dies gelegentlich mitzuthcilcn.

1^. Herr l>r. Moebius Lehrer am .b'hamieum in Hamburg, .'{., ö., September und <». (Utober sjirieht über das Verhaltniss seiner Arbeit „Ub«-r den Hau der Wespennester" tQ der von H. de Saussure darül>er anl'gcstelltrn Th.^orie ond glaubt, die letztere, deren bahnbrechende Venlicnste er aufrichtig anerkennt, in mehreren nieht unwetJcnHiehen Punkten dureh Inti rsuehung des ibin zu «Mlnite hti h< nden Materials beri«htigt und vervol|j»tän<ligt zu haben. FUr seine Aufnahmi- in den Verein spricht er seinen Dank au«?.

3. Herr B. Wm. West er mann in faLiobenhavn 13.. 20., 30. AugOBt, 13., 20. October. 2. Novbr. giebt mir auf mehrere .\nfraL'en dctaillirte .Vnsknnft fragt, wo die (rattung Folyupülui« auigestcllt mi , ordnet »eine L'assiden nach Bo

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heman'g Monographie nm, freut sich über die ihm tnitge- theilten Insecten aus Old Calabar und Madagascar, fragt nach einer Spedition Insecten für Stockholm , möchte bei der vorrückenden Jahreszeit nicht gerne die ihm behufs einer Monographie abverlangten Doryphora für den ganzen Winter missen, hat die Freude gehabt, Mr. Cuming auf Be- such bei sich zu sehen, äussert sich beifallig über die ihm und Hrn. Drewsen gemeinschaftlich zur Theilung proponirte Sendung piemontesischer und mexicanischer Insecten, ersucht mich um die Determination seiner unbenannten Doryphora nach Massgabe meines inzwischen mit Namen versehenen Materials und giebt mir die Erlaubniss, die von ihm gelie- hene Buprestiden- Monographie von Castelnau und Gory so lange zu behaltciu, als ich sie zur Umordnung meiner Samm- lung gebrauchen vv^ürde.

4. Herr Chr. Drewsen in Strandmöllen bei Kiöben- havn 7. October wünscht in der eben berührten Angelegen- heit der ihm angetragnen piemontesischen und mexicanischen Insecten wo möglich ein Verzeichniss zu sehen, ehe er sich darüber erklärt.

5. Herr A. White Assistent an der entomologischen Abtheilung des British Museum in London schreibt mir im Auftrage des Dr. Gray unter dem 12. August, dass dieser die ihm zum Verkaufe angetragne, vom Lehrer Braasche in Neustadt hinterlassne Sammlung europäischer Käfer auf meine Empfehlung zu dem geforderten Preise erwerben will und mir dankbar verpflichtet sein würde, falls ich sie auf dem vorgeschlagnen Seewege direct nach London expediren wolle.

6. Herr ß. Endrulat Hamburg 14. und 20. Septem- ber schickt surinamesische Insecten aller Ordnungen, dankt fnr die dafür überwiesenen Aequivalente, bezweifelt dass die Conchylienfauna in Surinam eine erhebliche Ausbeute gewähre.

7. Herr Hauptm. Meyer- Dtir Burgdorf (Bern; 16. August bittet um 6 Käferkataloge, ist von seiner Reise nach Corsica ziemlich angegriifen heimgekehrt, hofft dass Prof. Heer einen Nekrolog Bremi's liefern werde und bittet um die genauere Adresse von Achille Costa in Napoli.

8. Herr Senator C. von H e y d e n Frankfurt a. M. 18. August stellt einen ihm durch irrige Bestellung in duplo zugegangnen Band von Lacordaire's Genera zur Verfügung und erwähnt bei dieser Gelegenheit, dass der durchreisende Rev. Hope die Nachricht mitgetheilt habe, Lacordaire sei gestorben. Seine Hoffnung, dass dies auf einen Irrthum beruhen werde, ist begründet, wie eine später zu erwähnende

autopraphische rorresp. «Ift* berühmten F^ntomol*)pen df»co- mentircn wird.

9. Herr Dr. Kirchner zu Kapht/. in |{<ihnicn '^l. Ang. nnd 7. Sept. arbeitet an einem Katalo^'C der europ. Hymen(tptera und uilnschi /n dieKcm Behüte die Henutzunjf verseliiedener Hiiebtr aus der Nereiii'^biMidtliek. sclicnkt t i- nen Separatdruck Hiin» r .Vrbeit .die Ichneumonen um Kap- litz" und vtrlan^'t den Catal. c«il. Kur. un<l The Knl<«molo- giBt'g Annual.

!<•. Herr .\ndr. .Murray Kdinboro 17. Aup. 2., 24. Uct. hat sieh über die erhaltene Sendnnt: ^'efreut, weniger über die ZersplifteriMiL' d<r deutsclien Kiit(>m<>h>^'ie in ver- gchiedene Zeitschriften, erhielt durch Herrn Chevrolat die Dejeansehen Nitidularien. wird bei erster (iehpenheit seine anstralisehen Cryptoeeiihalen zur BetV»rderung an Freund Snffrian schicken und bewirbt sieh um eine Professur der Natur^'esehichte, wobei er Testimonia fllr zweckdienlich hält.

11. Herr ( U)erf«ir>ter von Hernuth Jä^cerhof L'o. (Jet bittet um verschiedene liileher ans der V. -Bibliothek und um .Auskunft über \'eit Kahr.

12. Herr i'nd. Z ad dach Krmitrsber^' 2'i. Sejit. zeitrt an, das8 dem „Vereine fllr die Fauna der l'rov. Preussen*' die Portofreiheit fllr I'riete und l'aketc entzogen worden. Da dies Schicksal nach und nach sämmtliche naturwissen- echat'tliehe Anstalten, die Küiiifrlichen iiatllrlich ausgenom- men, ereilt hat. zuletzt auch als entscheidendes .Motiv rehj-r- bUrdung der l'ost ange^'cben worden, liir W( lebe durch die eingetretene l'ortominderung keine Beschönigung mehr vor- liege, 80 ist immerhin tnistlieh, zu erfahren, dass neuer- lich die P(trt(»freiheit der Missifmsvereine auch auf deren Provinzialfiliale ausgedehnt worden. Nfonsieur le Pr«J^si- dent ne veut |)aK (|u'on le jou»*. Proeumbit liumi bos.

13. Herr Canclidat Stäl Stockholm 2s. Sept. nendet mir die ihm behufs seiner mono^rraphisehen .\rbeit über Doryphora anvertrauten Speeies meiner Samnduni: /urliek, bittet /ugleich um Beförderung des vom rlincr Museum entliehenen Materials und ftlL-t tllr Herrn SuflTrian die Au- stralier des Stoekholnii r Museums bei.

lt. Herr ( M>er/.jildmeister Biehl in ("as^el 2.'». Sept and IM. Oet. wäre ^:ern mit Freund .Mark« 1 der Dritte im Bande gewesen, besehenkt mich mit ausgewählten Mcxira- nem, dankt fllr die Aeqnivalente nn<l iVapt nach der Ctat- tÄng Tipnus. Da diese Ptinidcn (Jattung ( Sp. gibboidee » eine von (Jenö errichtete, aber unbeschriel>eDC gi'blieben '\»t, so dient es auch andern Coleupt« rophilen wfdd zur \a( bricht, daii8 Buieldieu sie in Heiner neut^teu MoDu^Taphie der l'ü*

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niden (aut si mavis Ptiniores, damit es doch den abge- schmackten Cncußpes nicht an einem Pendant gebreche) unter die ältere von Solier errichtete Gattung Trigono- o-enius als synonym bringt. Annales de la Soc. ent. de i^rance 1856 pag. 667.

15. Herr H. de S a u s s n r e Geneve 20. Aug. 8. Sept. 10. Oct. ist kurze Zeit, nachdem ich in diesem Frühjahr Paris verlassen, dort gewesen, wünscht zu wissen, in wel- cher Weise er mir am bequemsten eine kleine Summe für in seinem Auftrage gekaufte lusecten zugehen lassen kann, hat die Hymenopternsammlung des Herrn de Romand ge- kauft; stellt mexicanische Dupla in Aussicht und giebt mir einen Auftrag für Hamburg. Die Mossambik-Insecten, wel- che ihm auf meine Veranlassung Prof Bertoloni geschickt hat, beschränkten sich auf 48 nicht eben ausgezeichnete Ar- ten. Er ist der Meinung, dass es den deutschen Hymeno- pterologen nicht leicht sein werde, in dem Werke von Dr. Moebius genau zu sondern, was darin dem ersten Aufstel- ler der Wespenbautheorie gebühre, und was dem spätem Autor.

16. Herr Rudolph Krziz K. K. Rechnungsbeamter in Brunn sendet im October einen lepidopt. Artikel für die Zeitung.

17. Herr Dr. Staudinger Granada den 10. October theilt mir mit, dass er am 15. Febr. mit seiner jungen Frau in Malaga angekommen und dort einen Monat geblieben ist. Die grosse Schwierigkeit, am Südabhange der Sierra Nevada einen Wohnsitz zu finden, zwang ihn, nach Grauada selber zu ziehen, wo er auf Alhambra wohnt. Mit seiner Ausbeute an Insecteu ist er zufrieden und hat dieselbe an seinen Schwiegervater Herrn L. Grabow Linienstr. 23 in Berlin abgeschickt, welcher erbötig ist, Liebhabern davon zu ver- kaufen. Es sind beiläufig 8000 Lepidoptera, 8000 Coleoptera, 1000 Hemiptera, 600 Hymenoptera, 600 Diptera, 100 Neurop- tera, 50 Orthoptera. Unter den Schmetterlingen hat er mehr als 3 Mal so viel Arten aufgefimden, als Dr. Rosenhauer in sei- nem Werke über Andalusien aufgeführt; in den Käfern hat er nicht die gleiche Anzahl von Arten, doch glaubt er, man- che Species aufgefunden zu haben, welche in Rosenhauer's Werke fehlt. Besonderes Vergnügen hat ihm die Jagd auf Paussus Favieri, Asida Rarabiiri und eine Species Rhizotro- gus gemacht, welche 9000' über der Meeresfläche Morgens bei Sonnenaufgang flog. Er ersuclst mich, ihm bei dem Ab- sätze der Dupla hülfreiche lland zu leisten.

18. Herr Stefano de Bertolini Trento 13. August zeigt mir an. dass dort im Laufe des Jahres das neue na-

tarliist. Musenm eröffnet werde and glaul>t, dass durch Zu- seutliin:; von txotisilun Praclit-lnntHttn zur AussU'lluiif; im Museum uiani-lie Zusrüaui-r vor der Entouiolo^ii- mehr Ke- spcct bt.koniiU(-n wUrdeu. Uli habe die« (Jesuch hüHich ab- gelehnt mit dem lienicrken , da!?s ich künftig wie bisher gern i'rbüti^ sein werde, wissen.srhalilii lien Leuten, welclie mein \ ertrauen b< sit/eii. ^nOsere iHJer kleinere 1 lieih- mei- ner .Sammluii;; zu wissfiisehatilieiicr lienut/.iing zur Verfü- gung zu stellen, obwohl bei dem 'l'ransporte «iie meist zer- breehliehen Tliiere nur verlieren können und der scheinbar gewoiMhiie typische Mehrwcrth unter l nistandeu auch nur j)rol»leiiiatiseli ist dass ieli aber zu dem angedeuteten Zwecke um 80 weniger dis|M»nirt bin. die gewünschten , Pracht Inseeten*" auflieisen zu sehicken, als mir die davon gehotlte vortheiihalte Hin Wirkung auf profane neschauer in hohem (irade unwahrscheinlich dUnkt. Auf Herrn de Ber- tolini's Wunsch, ihm ein systematisches Vcrz«'ichniss von Conchylicii zu nennen, eniplahl ich das bekannte llaiiill)iieh von IMiilippi.

r.». Herr l'r«»f. Wesmael liruxellcs L'<). An-. tVagt an, ob mir das l'aket, in welchem er Separata seiner hy- racnopt. Ai)han(ilungen an den Vorein zur unentgeltlichen Vertheilung al)gisan(lt hat. auch zugekommen. Mein lirief, in welchem ich ich ihm liber die richtige Ankunft und den her/liehen Dank der mit seinen ausgezeichneten Schriften bedachten Interessenten berichtete, muss sich mit dem vor- liegenden gekreuzt haben.

20. Herr Dr. Speyer in Rhoden 7. Sept., «., 14. OcL sendet Mscr. fllr die Vercinsschriften , r'^nittirt die ihm ge- liehenen VercinsbUchcr und stellt mir eine hllbsche Zahl bymenopt. und und dipterischer aus Haupen und l'uppen ge- zogener, durcli die meist specielle Angabc der Wirthc und der Entwicklungszeit wissenscliaftlich dnpi)elt werthvoller Parafsiten zur Verfll^rung. Ich habe dieselben Herrn Chr. Drewsen in Strandnudlen llbersendet, von dem mir bekannt ist, dass er seit Jahren sich eifrig und grllmllich mit den Irtlhcren Stünden und d<r Fütu i-k-lun:: .'.r n\ iiun.ij.ti'rÄ beschäftigt.

21. Herr Prof. .Menzel Zürich ."»..Aug. «ehreibt einen sehr reichhaltigen au>tiihrlichen Brief Über den am 27. Fe« bra«r d. J. erfolgten liintritt uiiHcres waekcrn Hremi, und dessen naturwissenschaftliche Hinterlassenscha^. .Vuf sei- nen Wunsch, das von Hremi dmi \'erein«*rchive überwie- sene Material von Ptianzendcfnmiatiouen und bandschriftli- eben Notueu dazu durebHcbeu zu dUrlen, ut der \ erein»-

vorstand natürlich bereitwilligst eingegangen. Herr Prof. M. verspricht uns für die Zeitung Bremi's Nekrolog.

22. Herr E. Menetries Custos des entomol. Mus. der Akademie in Petersburg schickt mir Anfangs Septem- bers Geld für gesandte Vereinsschriften, sibirische Käfer, gegen welche er Mossambikinsecten wünscht, beschäftigt sich derzeit mit Insecten vom Amur und bestätigt, dass die von ihm unter seinen Balkankäfeni als Euchlora viridis auf- geführte Art Rhombonyx aurata heissen sollte.

23. Herr G. Koch Frankfurt a. M. October dankt für eine Spedition nach Moskau und bittet um Aufnahme eines Zeitungsinserendum.

24. Herr Lehrer Mink Crefeld IH. August u. 2. Oc tober dankt für die ihm zur Benutzung geliehenen Vereins- bücher, die ihm namentlich zur Determination der von ihm auf einer Reise in die Pyrenäen gefangnen Insecten von grossem Nutzen gewesen.

25. Herr Emil vom Brück Crefeld 20. August u. 19. September ist von seiner mit Herrn Mink gemeinschaft- lich im südlichen Frankreich gemachten Reise heimgekehrt und verspricht einen entomol. Bericht davon für die Zei- tung. Mit seiner Ausbeute ist er sehr zufrieden.

26. Herr Dr. Renard, erster Secretair der Kais. Ges. d. Naturforscher in Moskau, 14. August und 5. Octbr., hat die von mir für die K. Ges. gesandten Mossambik- Insecten in bestem Zustande erhalten. Herr v. Karelin soll sich in Gurieff aufhalten , doch weiss man nichts Bestimmtes dar- über. Anfrage über den zweckmässigsten Modus, die Bulle- tins de Moscou nach Stettin zu befördern. Die nächste No. wird eine Arbeit von Kolenati über russische Cicaden bringen.

27. Herr Vittore Ghiliani, Custos der entomol. Sammlung der Universität Turin, 16. August und 27. Sept., hat eine Sendung abgeschickt, deren Weiterbeförderung er mir anheimgiebt. Er theilt mir die Beschreibung eines scheinbaren Hermaphroditen von Anthocharis cardamines L. mit, welche ich der Zeitung einverleiben w^erde. Von Herrn Truqui in Rio sind nur unzureichende Nachrichten da. Herr Prof. Bellardi hat seine Sammlung um ein allerliebstes $ vermehrt, aber nicht aus der sechsfüssigen Ordnung, son- dern aus der zweifüssigen.

28. Herr Schulrath Dr. Suffrian, Münster, 17., Rheua, 31. August, Münster, 21. Septbr., 15. Octbr., schickt seinen Artikel für Bd. XII der Linnaea Entom., diverse Determinata und Determinanda, begehrt und remittirt Vereins- bücher, will zunächst die australischen Cryptocephalen bear-

Sl

beiton, <1. Ii. di»» polyn«*»irtcli<Mi mit inbcpriffcn, nimmt dabei meine V.Twendnnp für das Ausland in Anspruch und wllnHcht von den Duplis der VcrfinH-liibliothok einiges einzutauschen. Eine Arbeit von Ko;,'ers Über die Cbrysonicb^n der Verein. Staaten in den /'hiUniflphta procffd\n<ji wäre er peneit^t fUr die Zeitunj; /.u aualysiren. Kr schickt eine Auseinander setzunf^ «les verwirrt, n \ i rhältniHscs von Atoj)a cerviiia zu cinerea, spricht über den Tod Lichtcosteins und die daraus mijjfliilierweise abzuleitenden Kvcntualitüten, (ragt, wo Bo beniaii die Kntoniolofrica zur Weltuinsof^lun-; der Fregatte Kupenic publicirt .' i sie sind geschri»'bcn, aber noch nicht erschienen i niaeht schalkhaOe (ilossen libi;r zoologisches ('oryphiienthum und wünscht meinen liath über eine ihm ar)getrap'nc. umfassende entomologische Arbeit.

'2\). Herr Li^"n Fairmaire, Paris, 1. und 3n. Sept., bescheidet mich über einige persönliche Fragen, äussert sich über mancherlei l>is8(»nanzen und sehismatiseh«? Conate ic Paris und lindet seine angenehmste Krliolung in Kxcur- sinnen in dem schönen Gehr»l/. von Ftmtaincblcau, das ihn an den herrlichen Hnchwald bei Stettin erinnert. Kr wird sich Mülie geben, möglichst viel australisches r'ryj)tocephalen- gcthier /.nsammen /.n bringen. Herr .lavct hat eine Heise nach Deutschland angetreten, auf der er vielleicht auch HcHin und Stettin berühren wird. Herr Chabrillac gedenkt Mitte (»ctnbers seine transatlantische Meise anzutreten.

3U. Herr C. D. Mclly, Kivcrsley bei Liverpool, 25. August, dankt für eine Sendung, bei welcher ihm namcnt lieh die l'aussiden besondere Freude gemacht haben. Kr ist im Hegriffe, mit seiner Familie eine Krholunpsreiie nach der Schweiz anzutreten.

31. Herr Tantor Maerkel Wehlen 1*.^. Aug.. 1 Sept 18. Oct. bedankt sich \\\r die ihm behufs Wr^'leichuni: ei- ner Stelle aus den dänisch pcschricbenen l>anmarkfl Kleu- tberata Schiödtes von mir gelieferte l'eberset/.nng. in Folgr deren es sich heraustfcstellt hat, dass der auch ir Sachwn vorkfimmcnd«- .\pabu«» K>^t*chyi Letiner synonym mit Schi- ödtes Ajrab. fri^'idus ist. Der Intall. der seiner letzten Sen- dung <lurih etwas eilipe \ erpackun^' auf dem Transporte begegnet ist. '»<»ll gejetrcntlich wieder aasgcjriichen werden. Ein Transport nordamcric Insccten bat durch einige I)er- mesten -Piraten gelitten . namentlich die grossem Sachen. Maerkel hat die Freude gehabt, die Herrn Oberförster Kell ner und Capt. von .Mauderstjerna bei sich lu sehen, lept einen Artikel für die Zeitung' bei und bctt«Ut einen llli^er

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32. Herr Baron Chaudoir Kuzmin 22. Aug. und 14. Sept. hat die Beantwortung meines letzten Briefes bis zu meiner wahrscheinlichen Rückkehr von der projectirten Früh- jahrsreise verschoben. Director Putzeys hat die von ihm gewünschten Arbeiten Chaudoir's erhalten. Die von Thom- son in seiner neuen Monographie der Cicindeliden gelieferte Abbildung der Platychile pallida (iudet er wesentlich unge- nügender, als die ältere in Klug's .rahrbüchern. Die ihm von mir als Anthia ßanzanii Bertoloni gesandte findet er von A. alveolata Bremi durch die Zahl der Deckenfurchen unter- schieden, 6 bei Ranzauii, 5 bei Alveolata. Eine Zusendung von Mexicaneru durch Salle giebt ihm Anlass, mir eine Reihe von Duplis als Aequivalente vorzuschlagen- Er hat 12 Separata seines Artikels in der entomol. Zeitung erhal- ten, desgleichen einen Probedruck der vom Prof. Schaum dagegen geschriebenen Erwiederung. Tauschvorschläge we- gen Agrius fallaciosus.

33. Herr Maler Mann Wien 5. Oct. bittet, eine In* sectensendung nach England gelegentlich befördern zu wol- len, und ein Verzeichniss an Herrn Prof. Hering zu behän- digen.

34. Herr Dr. Böse in Ortenberg 12. Oct. dankt für seine Aufnahme in den Verein, sendet die Beschreibung ei- nes neuen Rhinosimus für die Zeitung und fügt eine Tausch- sendung bei.

35. Herr Dr. Hagen Königsberg 17. Aug., 5., 22., 23. Sept., 14., 20., 25. Oct. hat das Mscr. für Linnaea XII an Mittler abgesandt, wünscht zu wissen, wie es sich mit der Situation der eisensinternden Sand schiebt am pommer- schen Strande verhalte, in welcher nach der ihm von mei- nem Sohne Heinrich gemachten Mittheilung fossile Conchy- lien sich finden. Das bei seiner Termiten -Monographie im Gebrauch gewesene fremde Material soll nunmehr wieder den gefälligen Darleihern restituirt werden. Die an Stain- ton versprochne Arbeit ist gemacht, die für Wollaston be- gonnen. Die von mir eingesandten Ceyloneser Neuroptera waren meist brauchbar, eine Art neu. Auf Baron Osten- Sacken's Veranlassung wird wahrscheinlich ein schönes Ma- terial nordamer. Neuroptera zur Bearbeitung eingehen. Ex- pediendum, welches ich an Boheman befördern soll. Problem über Bastard-Zeugung. Das von Bordeaux verschriebene Buch enthielt die darin angeblich niedergelegte Abhand- lung von Boffinet über Termiten nicht. Haliday hat sich als ein gewiegter Kenner von Neuropteren documentirt. Ein pseudocholerischsr Anfall ist tapfer abgeschlagen. Nietner hat ceyloueser Neuroptera angeboten. Die in Gemeinschaft

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mit Sölys- Limpihaujps horansknniim'iKli- .Mtnioi^rapliii' der Goinpliiden ist bis Hoiren 'M* •roilrurkt. Was ich v<»in Bri- tish Muscnin /nr l>it('rminati(»ii npedirt haho, ist wohlhohal- ten t'injri'trolVfii. Die von mir l»ri;,'i'sti*(kt«-n Surinam Tct- mitrii sind Arhoiter von T. Kippcrti. Dii' Arln'it für Wol- laston ist hfcndct. Kiii Artiktd tllr die '/a'iUiuk l'hcr rus- sische Xcnroptera; es wird gehcten, mit d«Mi l'hry;,'aniden anzufangen

.H»;. Herr Prof. Zeller, (Jlonrau 7., 27. Auijust, 18., L'(">. September, -*•. Octniier l)'sj)richt die neue entomol. Zeitschrift vtm Miller und L«Mlerer. lindet den Aufsatz von Standin;:er lllur Islands Kanna ^'anz inten-ssant , nur dass er mit der Form der Diairnosen weni;:er ein\ erstanden ist. Kr wird den hcp-hrten Hühner an Dr. Speyer schicken, lehnt die Zusendung: der holliinilischen Zeitschrift we^cn S|iraehunkunde ah, liat manche lU-denken pegen An;;licismen in der fran/r.sisehtn l'artie der tetia;;lottcn Tincina. hcspricht Hurmcister's systiMn. leliersicht der SidiiuL'idcn Brasiliens, hat «lie rmordiinnf: einer Kirfhinliil»li<'tln'k lihiTnommen und in «len .Mi( haelisferien Herrn .Metzner hesncht. Der aus Curland p'san<lte Wickler, den er früher fllr neu gc- halten, ist wahrscheinlich ( wcnif^stcns die weissrandij^e Varietät) von 'I'hunluTp: ( Dissert. 07. tah. V. fip. H. ) all« Tnrtr. timhriana heschrichen und j^idiürt zur (iattuni: Teras.

.■?7. Herr ('Hstos Dr. (J e rst äc k e r. lierlin 1<». Au^'ust. 'J'2. Se])teniher ]'>. u. 'SA. Oetoher hat eine Nietnersche Sendnnj,' aus Ceylon frekaut^ und ist erhötig, die Dupla davon zu eedircn, sendet eine von Westwood fcekommne Schachtel mit determinirten Sandalidt n fllr mi<di, hat die Klatcridcn der K. Saminlnn.i: ircordnct, soweit der erste Hanil der M<>nn;:rapliie von ('an<leze reicht, mit der er sich sehr zufrieden erklärt, erhielt die von Stockholm tlher Stettin spedirten Doryphora in putem Zustande, hat ein Kxpediondum fllr Westermann, das er meiner S«)rpfalt cni- ptiehlt und ersucht mich, in .\ ihm nicht zur Hand hetind- lichen Münden der Moskauer Mulletins nachzusehen, ob darin llher Knmorphidi-n pdian<lelt wird.

;W. Herr Forstmeister Werne hur?. Krfurt l.{. (»cto- bcr. sendet eine .Arbeit fllr die Zeitung'.

3i». Herr Tastor Kf»8en berper, Nerfl I.}. Aupust hat cinipe brauchbare Looalarten von Kiifem nnd eine Ueihe des in N'o. :jii. erwähnten Wicklers zusanunenpchraeht und wünscht sich dafllr exotische Inseeten. Da» Frllhjahr ist sehr aru) an Inseeten gewesen. Von der entom«d. ZeiHtnp hat er die N'o. 4— «'> erhalten.

4'». Herr l'r.»f. I, acor«l aire. Lie^ 2«i. Oetoher int

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seit 5 Wochen von seiner Ferienreise nach Burgund und Paris heimgekehrt, ist in diesem Jahre Rector der Univer- sität und hat deshalb mit Solemnitäten und Ritualien mancher- lei zu schaffen. Er spricht über die ihm mitg-etheilten Sagra- Arten aus Ceylon und bestätigt meine Ansicht, dass ein ihm ebendaher mitgetheilter Käfer ein achtes Chelona- rium sei, eine (Gattung, die bisher in der alten Welt noch nicht gefunden war. Er freut sich , dass die von ihm in seinen Genera tom. IV. p. 307. aufgestellte Vermuthung, eine Larve aus Ceylon sei die einer Luciola, durch meine Zusendung bestätigt wird, obwohl Larve und Käfer einer kleinern Art angehören. Dr. Candeze wird in 3 Wochen einen grossen Theil der behufs seiner Monographie verei- nigten Elateren zurückschicken. Er hat ihm von der Na- turforscherversammlung in Bonn und von dem neuen Vereine in Berlin erzählt. Auf den XL Band der Memoires de la Soc. de Liege, welcher Selys-Longchamps und Hagen's Gomphiden enthält, wird der 2te Band der Monographie von Candeze folgen.

4L Herr Prof. Boheman, Intendant des entomol. Museums in Stockholm 26 October war einige Zeit kränklich und hat ausserdem mit dringenden Arbeiten viel zu thun gehabt. Er hat sich über die ihm von mir verschafften nachträglichen Beiträge zu seiner Monographie der Cassidi- den sehr gefreut, und hat die Absicht, mir den nöthig ge- worduen 4ten Band zu widmen. Der 2te Band der Insecta Cafft-ariae (gegen 400 Lamellicornen enthaltend) ist beendet. Herr Staatsrath Fohiaeus bittet um Determination einiger bei Ems gesammelter Käfer; einige Separata von einer Abhandlung Holmgrcn's liegen zur Beförderung bei.

42. Herr Stainton, Mountsfield bei London 2(). September, 15., 27. October war einige Zeit unwohl, hat sich aber vollständig erholt; von seinen und meinen Be- kannten war keiner bei dem in seiner nächsten Nähe vor- gekommenen Unglücke auf der Eisenbahn betheiligt. Die für das British Museum gekaufte Käfersammlung Braasch ist gut dort angekommen. Sendung von Insecten und Büchern tür verschiedene Interessenten.

43. Herr E. S. Mittler, Berlin 29. October erklärt sich mit meinen Vorschlägen über die in Linnaea XII. aufzunehmenden Artikel einverstanden.

44. Herr W. Sharswood, Cavendisham (Verein. Staaten) 13. October wünscht, in den Verein aufgenommen zu werden, und beabsichtigt, zunächst die leuchtenden Coleoptera zu bearbeiten.

45. Herr Studiosus H. Dohrn, Bonn 4. November

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Ijat auf seiuer Heise die Sjunuilunfreu dir llcrriu iti.lil und K. voui iirmk ^'cm lu n und von trstireni line Zahl von ('uhauischeu FurliLulidi-n und Hlattidtn zur Ik-m^lireibuug erhalten, l'eber ^'ewisse l)in^e bei Anordnnn;; der X. F. \ iTHainiulting in li. war man all^'cnirin erbittert.

40. Herr K. A. Hiel/,. lltrniannstadt In. (Jctober hat durrb seine vielen Hcrnfs^'i-Mt liiilU- und sein /wiseben ( "oneby- lien un«i ('(deoptcriii ^'etbeiltes Interesse /u s. Hiilauern seit liiui^erer Zeit ni« lits von sieb lniren lassen, benutzt aber jfcrne diese Ciele^^eniieit. den ('i>nebylien Air H, l)idirn aueh ^wllnsebte Coleuptera dortij^er Fauna beizutlieen, wogegen er sieh vor/.u;rsweise Kxotiea ausbittet, utn iladureh dilet- tuutisehe Antanixer zum Sainnieln anre^'en zu k«'»nnen.

47. Herr Kanieralliirster .Mieklitz. Ttiinn in Istrien IH, Septendnr sendet einif::e Kater und t'll^'t eine Keihe Det« rniinanda aus mehreren Ordnungen bei. Kr bittet um einige Kät'erkatahige.

48. Herr (J. d'Angiolo, Pisa i). September bntTt, dass ieh inzwiseben die auf dem Seewege per Livurnu und liambtir;: ab;resebiekte Sendung von toseaner Insecten orhalten haben wi rde ( sie kam sehr spät und in ziendieh desolaten Inisianden au, da vermutidieh das SehitV dureh eindringendes Seewasser gelitten hatte ) und cxpedirt eine Landsendnng. Derselben sind ausser den von mir als wllnsehenswertb für nurdeuropiiische Sammlungen bezeich- neten Arten eine grosse Zahl I)et( nninanda beigesellt, um deren gelegentliehe Kriedigung er mich » rsueht.

4'.». Herr Dr. .Monti, Pisa 2«'. August hat seine Käfersammlung d. h. den europäisehen I'heil derselben noch nicht nach dem Stettiner Kataloge ordnen können uu«l bittet sieh daher als Ac(|nivalent lieber Kxoten aus. .\ueh er fügt eine Zahl Deterniinanda bei.

;')<». Herr (). .Molinari, Pisa 1>. Au^'ust HchlieHst sieh den beiden v<»rher;;enannten Freumlen an. bittet um üntersuehung einer mögliehenveise neuen Art von (»nitis ( dieselbe wurde bei dem Vergleiehe mit den Unitis des Ikrlioer Museums von Herrn Dr. Oerstiieker tllr das 9 von ()n. fureifer erklart ; und bittet um Auskunft über Fa milienverhiiltnisHc der naeh Deutsehland lilK-rgcsiodelten .Namensvettern.

Ol, Herr Haron von Harold, MUnrhen, 21. 8ep tcmber hat in HetrelT der gegen seinen Plan, in (»emeiu- sehat^ mit Herrn Dr. (Jemniinger einen allgemeinen Käfer- kataU»g herauszugclKMi, auf^'estellten liedenken ;;enaue Int'ormation eingezogen, uml ersucht, nunmehr die gewünschte .Vnkündiuung in die eniunnd. Zeitung einrücken zu lassen.

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52. Herr Od. Pirazzoli, Imola (Kirchenstaat) 2. Au- gust und 26. September beklagt sich über die geringe Ausbeute der diesjährigen Excursionen, bittet um specielle Bezeichnung von Desideraten, hat sich neuerdings mit seiner Arbeit über die in Mittelitalien gefundenen Coleoptera beschäftigt, und macht eine Sendung, welche ausser manchen werthvollen Arten, z. B. der noch äusserst seltenen Lepto- mastax hypogaea eine Reihe zweifelhafter Minutien enthält, um deren Begutachtung er bittet.

53. Herr Leibmedicus Nicolai in Arnstadt 5. No- vember sendet die Zeichnung einer Blattwespe mit mon- ströser Antenne ein, welche gelegentlich durch die Zeitung mitgetheilt werden soll, und schlägt ein neues Mitglied vor.

54. Herr Bibliothekar Dr. Pfund, Berlin 7. November bezeugt das richtige Eingehen des Pflichtexemplars der Zeitung pro. 1857.

55. Herr Jul, Le derer, Wien 4. Norember sendet eine Partie Kindermannscher Insecten mehrerer Ordnungen aus Kleinasien zur Auswahl und ersucht um Begutachtung der unbenannten Arten. Neben manchen bekannten und verbreiteten Arten finden sich darunter sehr hübsche und zum Theil neue, und ich ergreife gerne diese Gelegenheit, die Sammler auf die gut gehaltenen und im Verhältniss entschieden billigen Kinderraannschen Sachen aufmerksam zu machen, mit deren Distribution Herr J. Lederer (Wien, Stadt No. 393.) sich aus anerkennenswerther Theilnahme für den eifrigen aber bedauernswerth situirten Sammler befasst. Mancherlei dringende Geschäfte und die verzögerte Ankunft der letzten Kindermanuschen Sendung haben ihn abgehalten, diese Expedition früher an mich zu adressiren.

56. Herr J. C. Sievers, Petersburg 27. October Ex- pediendum für Prof. Zeller, und Personalnachrichten über die Petersburger Collegcn im entomol. Weinberge.

57. Herr V. Kollar, Director der entomol. Section des K. K. Naturalienkabinets Wien 6. November bittet um Beförderung einer Insectensendung an Boheman in Stockholm.

Ich glaube, meine Herren, dass diese Keeapitulation und Registratur, ( von der ich manches ausgeschlossen habe, was für unsere auswärtigen Mitglieder von untergeordnetem Interesse ist oder was sich auf reine Persönlichkeiten bezieht, welche nichts mit dem Fortschritt der Wissenschaft zu thun haben,) dazu angethan sind, einem unbefangnen Leser die Ueberzeugung zu verschaffen, dass die bereits oben von mir angedeutete Idee des VereinsgrUnders, hier in Stettin

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nirlit «iiH-ii IjIos locahn. stuidern ciiu-n riitoiiiol. Wrciii für Dciitsrlilaiid /u scIiaflVn. eine Tliatsaclir frtwitrdrn ist, welche weder durch einzelne unvi rnieidliehe Mängel noch durch die laue Thcilnahnie. IndifTcrcnz oder den hall) (»ffen- kiindi^'cn. hallt niinircndcn Widerstand einzelner, mehr (»der minder eiitnmitl. iMlahi^'trr IN'r«ir»idi«-likciten wesentlich in Frap' ^'cstcllt werden kann. Wir werden also nichts Vcr- »tUndi;;eres thnn können, als auf dem hisherijren Wc^'e pe- nicsscn fori/.usehreiti'n, hesonnen festhaltend, was wir als zweekniässi;r Zeit und (Jelef,'enheit hatten zn erproben und jederzeit hereit, vorpeschlapic Neuerungen ohne ein^^erostete Vornrtheile zu prillen.

Die bereits im Kingan.:;e dieser Ketje berührte ;:lln8tige Finanzla^'e der Vereinskasse danken wir prossentheil« der klaren und umsichtijren Administration des \'ereinsrendanten Herrn Appellations^rerichtsrath Das sei, und ^'ereicht es mir zur Freudt-. ihm für seine erfolLTeiehen r.emllhun^'en den wohlvenlicnten Dank dafür hier (ifVeutlieh aussprechen zu kCtnnen.

Für die Kxeerptc *\{.'^ Inhalts der im Tau.schc und .als ilankenswcrthe (Jeschcnke fUr die Vercinsbibliofhck einpe ganpnon Schriften bin ich Herrn Titsch verpflichtet, eben- so fllr Hesorpnni: der Zeitungs Corrcctur während meiner Abwesenheit im Frühjahr.

Mein Sohn Wilhelm verdient eine lobende Anerkennung für die bei C)rdnung und Verwaltung der Vereins Bibliothek. Abfassung eines neuen Hiiiherverzeichnisses und Kxjiedition der BUcber»endungen nach auswärts bewiesene tieissigc BcibUlfe.

Die Kxpedition d«r Zeitung für die Tost und fllr den l'.uchhandel hat Herr «Jillet mit gewidniter Fünktlichkeit be!»ürgt.

In HetrefT dt r noch vorräthigen Kxemplare des r.ten liandeg von IIliger'H Magazin möchte ich vorsehlagen, mirh im Interesse der \'«'reinskasse zu einem Verkaufe m hhr an einen lUiehhündler o«Ur Antiriuar zu l>evollmiichtigen, falls sieh mir eine (ielegenheit dazu liietet. Ich wllrdc nattlrlirh im gpeciellen Falle die (fenehmi;:ung des Vor Standes vor Abschluss dts Verkaufs einholen.

Dieser Vorsehla;^ wurde von den .\nwesenden geneh- migt, die ausscheidenden Mitglieder des Vereinsvorstandes cinrtimmig wiedergewählt on<l folgende neue Mitglieder in den Verein atifgenonimen

Herr Ffirster Axmann in Amtgehren bei Arnstadt. Herr W. Sharswood in (avendishaan (.Ver. Staaten

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Herr R. Krziz in Briiun. Herr C. Klotz in Pirna. Hierauf wurde die Sitzung geschlossen.

C. A. Dohrn.

Für die Bibliothek sind eingegangen : Ohio agricultural report 1850 55.

Transaction of the Michigan State agricultural Society 1855. Eeport of the Superintendent of the U. S. coast survev

for 1855. Washington 1856. Smithsonian contributions to knowledge Vol. IX. Washing- ton 1857. Act of incorporation and by-laws of the academy of na- tural Sciences of Philadelphia. 1857. Proceedings of the academy of the nat. sc. of Philadelphia

Sept. 1856— March 1857. Transactions of the academy of science of St, Louis St.

Louis 1857. An accouut of the Smithsonian Institution, its founder, buil-

ding etc. By William J. Ehees. Washington 1857. The natural history of the Tineina. Vol. IL cont. Lithocol- letis P. I. By H. T. Stainton, assisted by Prof. Zeller and ,J. VV^ Douglas London 1857. The transactions of the entom. society of London. Vol. IV. P. 4. 5. London 1857. Darin: Revision of the British Atomariae by V. Wollaston On the reccut progrcss of Micro- Lepidopterology on

the continent. By H. T. Stainton. Observations on genera. By H. T. Stainton. Observations on the difficulties attending the Discri- mination of the genus Stylops. By Fr. Smith. The natural history review. N. III. , IV. July, October. London 1857. Darin : List of the genera and species of British Diptera the earlier stages of vvhich are more or less perfectly known, with references to the principal authorities. By A. H. Haliday. Ichneumologica otia auctore C. Wesmael, prof. Bruxellense

1857. Adnotationes ad descriptiones ichneumonum Belgii auctore

C. Wesmael. Brux. 1848. Annuaire de TAcademie royale des sciences de Belgique. 1856, 1857. Bruxelles.

39

()l)8er\ati(>iiH det» iihcnoinrncs |i(Tio(li(|iu-H. KxtrHil dcts mo

iiiniris tie lacad. loy. <lr Meliriqiu-. Kapport Mir It-tat i( les travaux de iohHonatoirc royal jtar

A. l^Uftoht. MniXflU's 1 *>;")<;. Mriiioiros (rKntuiijolo^qc, pjildits par la sociite ciituni. dis

rays-iias. Ire LivraiKOii. La Haye Isf)?. I H'scriptiiHiH de i|ii«l(|n(*< criKtacrs nnuvcaux. l'ar M. H

«k' Saiissiir«'.

Notes pour stTvir a 1 liistoirc ik'ü inscetcH nuisihlcs a I a^'ri-

tulturc daiis I.- «It'parttiiuMit de la .Mcsill»- p;ir .1. ]{.

(Mdiiu. N. 2. Iiisectos. i(iii atlai|iitiit Ic8 b'cs. Metz 18ö7.

Mniiat a Kiitoinolo^iea. Zt'itsclirilt licraiiti^cfrohcn V(»ni Entoni.

Vereine in .Stettin. 12ter lian«l mit 4 Tafeln.

I'aitliiilt: Spoeii'lle M<m<»;:ra|»Iiic der 'l\ rniitt-n von H. Ila^'iii.

Herielitiptes \'erzeirliirss der nordainerik (i n ptocepli.

N(»n SiilVriaii. Heiiurkim^'tii iilnr dl«' walnxlu inlielie Zahl der aul der Krde existirendeii S«-Iinuttrrlin^'sarten und iilier das nuuieriselic N'crliältni.ss der Ta^'l'alter zur Ord- nung: im (ianzen von A. Speyer. l>ic Chilcniselun Arten der (lattuii;: Caralms von A. (ierstäeker Fauna Anstriaea. Du- KiitVr \on J^. Uedtenbaelier: L'tr Auf

la-e. Wien \^iü. Heft 1 -«'.. liiM'eta CatVrariae deseripsit ('. II. r.nJM man I'. II •. tai» I

Coleoptera ( Scarabat.'ides. i Nalurpei*eliiehte der Insectcn I)ents«ldands be^'nnnen von Krielison. f<>rt;resetzt \»>u Schaum. Kiaatz und v. Kiestii- Wetter, (oleoptera. i'ter Hand snn Kraatz .")te n. t»tc Liefirnnc: Merlin 1n')X. Inrieht Über die wissen.scbaftlielien Lciftun^'en im (Jebieto der Kntonndo^ie während des .labres iWifi von A. Gerstäcker Herlin \<u. berliner Kntum. /.» itsrbrifi. ITrauiüircfrebcn vom Kutom

\t reine in Herlin It -r JalirLrau:,' 1>^.')7. Miiti. liii-.n d. n.iturf.iicMelU. in /ilrieb. IKft X. Zürich 1><5<'. \ er iandlnn_en de«» Vereins i\\r .Naturkunde in rrenburp

Ihr Jaiir;:aiij; i^vx». l'tcr .lalir;:. l<>7 Ites Hcl^. l.iKoi«., ZeitMcbrift tlir NaUirwisticuKcliaften bcraiinp-^cbcn ^ "Ui nalurbisCori.scbcn Vereine l.oi- •- \''m- tti-r. .'»t-T, "hr Jalir^'. I'rapr l^^>4- r>r». 11» liebte Ul>cr «lie \ crban<llnnpen der uulurl. licueilNebaO zu Kreiburu i. H. Il.it III. Freiburf: IrtT»?. liiandluniTon des imturbist. Vereinen der prensKisebeii libciol&nde int'l W hHiIiiI. ns I Iti-r .labrc l.*tes Heft l'.onn is.'.T.

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Archiv des naturbist. Vereins in Mecklenburg. 2ter Jahrg. Neubrandenburg 1857.

Verhandlungen des siebenbürgiscben Vereins für Naturwis- senschaften. 5ter Jahrg. Herraannstadt 1854 und 7ter Jahrg. N. 7 ^12. Herinannstadt 1856. Darin: Hampe über die neue Käfergattung Pleganophorus.

Berichte des naturwissensch. Vereins des Harzes für die Jahre 1855 und 1856. Wernigerode 1857.

Correspondenz- Blatt des zoologisch-mineralogischen Vereins in Regensburg. 10 Jahrg. Eegensburg 1856.

lOter Bericht des naturhist. Vereins in Augsburg 1857. Darin: Euprepia Flavia beschrieben von Bischoif.

6ter Bericht der Oberschlesischen Gesellschaft für Natur- und Heilkunde. Giessen 18.57. Darin: zur Na Urgeschichte von Deilephila Euphorbiae von Laubcnheimer.

34ter Jahresbericht der schlesischeu Gesellschaft für vater- ländische Kultur, Breslau 1856.

Bericht über die Thätigkeit der entomol. Section im Jahre 185G von Gravenhorst.

Chronologischer Eaupenkalender von Chr. Fr. Vogel. Ber- lin is37.

Die Ichneumonen der Umgegend von Kaplitz von Dr. Leopold Kirchner. Prag 1856.

Uugarn's Ameisen von Prof. Dr. G. L. Mayr.

Beitrag zur Fauna Dalmatiens von G. Frauenfeld.

Die Linsengallen der östreichischen Eichen von demselben Moskau 1856.

Beiträge zur Naturg. der Trypeten nebst Beschreibung eini- ger neuer Arten von demselben. Wien 1857.

lieber Kaymondia Fr., Strebla Wd. und Brachytarsina Mcq. von demselben. Wien 1857.

lieber die Paludinen aus der Gruppe der Paludina viridis Poir. von demselben. Wien 1857.

Verzeichniss der bisher in Oberschlesien aufgefundenen Kä- ferarten von J. Roger. Breslau 1857.

Die Käfer Siebenbürgens beschrieben von K. Fuss, Pro- gramm des Gymnasium zu Hermannstadt. 1857.

Zwei entomologische Oden. Hierzu ein Commentar von Fried. Märkel, Cautor zu Stadt Wehlen.

Separatabdruck naturwissenschaftlicher Abhandlungen aus den Schriften des zoologisch -botanischen Vereins in AVien. 1 856. Darin : Neue Dipteren-Gattungen von J. Egger.

Vergleichende Beschreibung der Sialis fuliginosa Pict. und lutaria L. von Fr. Brauer.

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Revision der vov IWniiiihHrhfn KutuMdBKin aaff^p

tlthrtfn I)ipt«r«'n von J. K. Schincr. Hoitrap zur Fauna Dalniatiens von Frauenfeld. Die Kttter Kuropa's. Nach drr N'atar beiwhrieben von H. C. Kll8ter J'JtiH nud 'JMvh Urft N'limberjr iHnl a. n2. Flora der |»r»^a8f»it«clien Kiirinprovinz von l'h. Wirtgen

Bonn 1x57. SeparatH auH den l'nhiicationen der Stockholmer Akademie:

a. Stäl, Hcniiptcra samla^lc af Victorin i Caplandet «Hemi|)t»ra ans dtm ra|>-Lande. i

b. Holm^ren, Ophionidslä^^tet Anomalon (das Ophio- nidenire«»rhlecht Anomalon. i

Gerstacker Dr. Versuch einer Hystematigehen Aoseinan dersetznnp dt-r (iattunccn Knroorphas Weber nnd F n d o m y c h u s Pay k.

( üeparatdrnck an« dem Wiepmannsehen Archiv. ) H. de Sanssare Nooveanx Vespides da Meiiqac et de lAmerique septentrionale. Derselhe: Deseription de f|u»'K|n«'s Crnstac^« noaveaax de la cöte f>ooidcntale dn .Me.viqne. Separatabdrücke an» (iaerin'« Kevne et macazin dcZoologi?.

Bastardzeugung bei Insecten.

Vno Dr. H. Hitir«>n-

Die Fra^e. „ob es unter den Insecten Bastarde picbt^', hatte mich eine Zeit hindurch lebhaft beschäftipt. und ich war bemüht, mir die betroff« nde F^iteratur über diesen Ge- penstand zu eiL'tn zu niach«n, aU nur durch die pOtipe Mittheilunp des Herrn Stainton folgende intercs<»ante Notii zopinp: In ..the Kntomolopigts weekly Intelli;:encer* T. II. lKr)7 No. ,V>, p. IHM, n. No. 51. p. VJl', berichtet Herrn Tho- roa« Hapue wie folpt: ^Es ist mir p'penwjirtip pelnn^en, ■'.istarde aus Smerinthut» ' * nnd l'opuli zu " k

.' i<«t erst Wochen h«^r h Hi»» K.i»T rn » i

bepanuen. und lctzt«n 1 '-

terlinpe in meinem Bn; _ :;

Sie »ind »ehr scli^n nnd i -ic alle Zeichnnr.

ftn nnd Farben beider Aii<ii ».iiwn Kinipe haben die Zeichnunp von S. ooellatn»* auf emem FlUpel , die von 8. l'opuli anf dem andern: ejnitre haben Leiber von S. Populi andere von i>. oceUatus and die Flügel vic< versa. "^

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ünzweifelbart ist eine nähere und genaue Beschreibung jener Thiere durchaus wünschenswerth und wichtig, da eine derartige Vertheilung der Zeichnung und Farben den bis jetzt für Bastarde bekannten Thatsachen widerspricht. Jedenfalls ist die Thatsache von Werth, dass es gelungen ist, künstliche Bastarde zweier so sicher ditferenten Arten zu erzielen , und dürfte selbe zu ähnlichen Versuchen bei anderen namentlich Nachtschmetterlingen auffordern. Ferner berichtet in derselben Zeitschrift No. 60, p. 03 Herr Weir wie folgt: Auf einem Felde bei Keyuicr beobachtete ich Anthrocera Trifolii und Filipendulae beisammenfliegend, und entdeckte einige Männchen von Trifolii in Paarung mit Weibchen von Filipendulae. Da die Vermuthung nahe lag, dass derartige regelwidrige Paarungen auch schon früher öfter stattgefunden haben möchten, suchte ich an) selben Platze sorgfältig nach Bastarden und entdeckte auch bald einige ( Ende Juni ) obschon abgetlogene Stücke. Meist standen sie Trifolii näher als Filipendulae.

In einigen Fällen hatten die Uuterflügel den schmalen Rand von Filipendulae mit nur fünf Flecken; andere ähnel- ten durchaus Trifolii, hatten aber die sechs Flecke von P^ilipendulae.

Ausser dies^en beiden Mittheilungen liegt über Bastarde verschiedener Insectcn -Arten nichts vor.

Von Bastarden von Insecten-Racen finde ich gleich- falls nur eine Nachricht, nämlich von Apis mellifica und der italienischen Biene in v. Siebolds Parthenogenesis p. V3 und 98. liier richten sich die Männchen ausuahmelos nach der Mutter, und auch bei den Weibchen sind die Mischlinge in der stärksten Minorität, denn bei manchen Stöcken sieht man nur selten einen, bei manchen gar kei- nen Mischling, die Hauptmasse schlägt immer in die deutsche oder in die italienische Kace ein

Da es mir nicht gelingen wollte, über die Bastarde der Insecten genauere Angaben zu ermitteln, hoffte ich in den Nachrichten über Bastarde anderer Thierklassen Anhalts- punkte zur Lösung der Frage zu finden. Aber auch hier ist die Litteratur soweit sie mir wenigstens nach man- nigfacher Bemühung vorliegt auffällig dürftig, mit Aus- nahme der wenigen weltbekannten Thatsachen bei Säuge- thieren und Vögeln.

Wie immer in solchen Fällen, wo für wichtige Fragen wenig vorliegt, hat meist jeder spätere ohne weitere Prüfung seinen Vorgänger wörtlich abgeschrieben. Es hat mir Ver- gnügen gewährt, vermöge eines Druckfehlers (Pap. Junira statt Janira) den rothen Faden dieser Kopien bis zu seiner

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C^iH'IK' zn \rrft'l^'» II, wiiImi ikmIi ^';in/.lnli Ul)ersc'lieii wurden ist, (lass jrii»' ScliiiK ttiiliii^'i' ^.ir uicht lier^cliörLii; sii- ( Tap. Jmtiiia urnl .lanira i l»iUlt'n nur die viTscIiicdcueii (ies« lilt"?litt'r einer Art, wie C. F. Mueller llydraehnae pap. XIX., widier die Xotiz entnommen ist. selion sehr riehtig bemerkt. Allerdinf;s hat »ich Niemand die Mühe genommen. H'nes Werk seihst /.ii \er^deiehen. sundeni ruhig seinen .Imiira NOrmami knpirt. I)ie tiii/.igi ii ^^'erke, in wehhen ieh ein .sen»stjuidi;r»s Kiiii:ehen in «lie Frage der J'astard Zeugung antrert'e. sind 'J'rt\iranus Diolugie, lUirdachs l'hy siohtgie und » ii" Werk, in \>iU'hem wenigstens Kntomoh)geu nieht leieht etwa» vermuthen wurden, Ilnfaeker, l'eber die Kigensrhaften, wileho sich hei Mensehen >ind Thier-ni von den Kitern auf die Xaehk<»inmen vererhen mit hesouderer KU<'ksieht auC die rtenh-zueht 'I'uehingen L^L'^. >to. Ohne der für Säugethiere, \'(igel und Fisehen gedachten Bastarde näher zu erwähnen, tindet sieh hier die l'aarung verschie- dener Inseetenarten erwähnt, wobei der gebrauchte Ausdruck „dass diese Inseeten mit einander zeugen" Jcdenl'alls uu riehtig gewählt isi, da nirgends eine Nachkommenschaft heobaehtet ist. Die heohaehtcten l'aarungen sind folgende:

1. Chrysomela aenea und Chrysoniela ( (ialieruca) ahii nacli eigener Henbaehtunir von (\ F. Mueller Ilydrach nae p. XIX. Mueller corrigirt dabei die von Linne nach feinem Üriele gemachte irrige Angaltc Syst. Nat. XII. p. f)S7 von Chr. aenea und graminis. Linne giebt an dem citirten Orte an, dass er selbst Chr. aenea und alni in Paarung getroffen habe, und Mueller verwahrte (1. c. p. XIX.) da.s im Jahre 17(14 getangene l'äreheu Chr. aenea und alni noch ITsl auf einen Zettel p«'steckt mit der Note mas et femina. Suft'rian vermuthet Linnaea V. p. UM, dass die Heobaehtung vielleicht nur auf einer Nerweehselung mit der blauen .\bart der Chr. ai-ma beruht hal>e.

'J. Caiitharis nielaniira und Klater iiiirer, der l»ekannte von Kossi .Meiiiorie della Societa llaliana V. Vlll. p. ili* beschriebene Fall. K<»h8i fand ihn so wichtig, dass er ein von sieben Professoren beglaubigtes und unterzeichnetes rrotokolj darüber abdrucken liess. da« (u-rmar im .Mapazin der Kiit«>mMl<»pie. T. IV., p. 4<^4 mittheilt. Der Klaler war das Weibehen. Wichtig filr diesen Fall ist die v«.ii (iermar naidi lleyers lieobachtung pegebeiie Notiz, «lass ein Weibchen von Cantharis rui'a mit zwei Männehen zugleich in lU'pat- tung getrofTon wurde, insotem dadurch der UbermiUsige (ieschlechtstrieh dieser flatlung darpethan wird.

3. Chrysomela polita nias und Chr. praminis femina (Dach buffriau I. c. p. 'J2 wuhl C hr. Meotha^itnj wurden vom

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Pfarrer Mucller in Odenbach Gerniar Mag. T. IV., p. 407 in Begattung getroffen und die Vereinigung der Gesclilechts- theile unter der Lonpe sicher gestellt.

4. Donacia simplex mas und Attelabns Coryli temina begatteten sich nach Angabe desselben Beobachters Germar I. e. p. 408 in einer Flasche. Mit Gewalt getrennt begat- teten sie sich nochmals und trennten sich erst nach zwei- mal 24 Stunden.

5. Melolontha agrieola mas und Cetonia hirta femina beobachtete in Begattung Wolf cf. Voigts Magazin T. IX., p. 232 (nach Treviranus vermischte Sehr. T. I, p. 22).

6. Hofacker 1. c. p. 82 führt noch Scarabaeus vacca, ovatus und nuchicornis und ausserdem mehrere Fliegen Muscae an. Woher er die Notiz entnommen weiss ich nicht, vielleicht aus dem mir nicht zugänglichen Artikel Metis im Diction. d'hist. nat.

7. Pastor Hansemann sagt in Wiedemanus Zoolog. Mag. T. II, p. 154, bei Agrion Puella ( Agr. pulchellum); „ihre Verschiedenheit von Agr. Pupa (Agr. Puella) ist, da jedoch höchst einzelne Uebergänge und regelwidrige Paa- rungen vorkommen, nicht völlig in Klarem." Da Hanse- mann jene beiden Arten sonst gut aus einander hält, ist seine Angabe glaubwürdig, jedenfalls mehr als die von Fabricius, der alle von Hansemann richtig getrennten Arten in seine Agr. Puella vereint „weil sie sich untereinander begatten".

Ausser der schon erwähnten Beobachtung C. F. Muel- lers über Begattung von Pap. Jurtina und Janira, die ob- wohl oft wiederholt nicht hergehört, weil sie wirklich nur die beiden Geschlechter einer Art sind, finde ich gegen- wärtig weitere Fälle nicht angemerkt, ohne jedoch behaup- ten zu wollen, dass damit die betreffende Litteratur erschöpft sei.

Aus eigener Erfahrung kann ich nur folgende drei Fälle anführen, und besitze die betreffenden Pärchen selbst.

8. Libellula depressiuscula mas mit Lib. striolata femina von Fr. Brauer bei Wien in Begattung gefangen.

9. Libell. pectoralis mas mit Lib. caudalis femina bei Neu Strelitz von Fueldner in Begattung gefangen.

10. Lestes sponsa mas mit Agrion najas femina von mir selbst bei Königsberg in Begattung gefangen.

11. Nach brieflicher Mittheilung hat Herr Dr. Ger- stäcker die Begattung verschiedener Arten von Zygaena mehrfach beobachtet.

Wie schon erwähnt, ist für keinen Fall nachgewiesen, dass die Begattung eine fruchtbare gewesen sei. Jedenfalls

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läsfit sich aber iim'-i iliii uiuilo^en \'orpäii^'on bei hiihereu Thitrcii und der von Tb. Iia|:iie er/ielteii Mrut der beiden Snurintlius Arten an eim- .Möf^iicbkeit tierselbrn ni»lit zweifebi. und es seheint desshalb eine nliherc Beleuehtung der etwa! jren Folgen {;erechttVrti'rt.

So weit mir bekannt, hat (Jravenhorst allein bei Sta- jihylinen und lehneuinonen bestimmte Art«'n prrade zu hIk Hastarde amlerer anL^MiMniincn . ohn«' sein»' Angaben dureh ciuHchhigige Heobaehtungm erhiirten zu können. Mir sind diese NN'erke nieht zur Hand, doch seheimn jtnc Angaben, wenigstens für Sta|)hylinen, durch Kriehson als irrig erwie- sen zu sein. Sonst ist die Annahnu* von Hastardarten von allen Kntonjologen stets zurückgewiesen . und durch sie der Instand dis Systems im liüehsten (iraile gctahniet erachtet worden. .Mieh dlinkt mit l nreeht, wenn man folgende Tunkte iu lietracht zieht, die von deii Hastarden höherer Thierc entlehnt, auch auf die Inseeten Anwendung finden nillssen. 1 . Jl e i höheren T h i e r e n w e r d e n H a s t a r d e u i e h t n ur k ünstlic h von H a u sth i ere n, sond e r n au eh i ni frei e n wild e n Z u s t a n d e e r z e u g t. lud 7.\\:\r sind «lerartii'e Hastarde In-kannt: bei Fischen: von ( yprinus carrassi«» und gibclio, Cypriuns carrassio und ('. earpio, (yjir. latus und brania. ('. ery throphthalnius und brama. lIolack»-r I. e. p. H2. bei Vögeln: Tetrao intermedius od. hybridus vom IJirkhahn und Auerhenne. Tetrao lagopides vom Hirkiiaiin und Schnee huhn. Iiber beide giebt Naumann. Naturgesehichte der Vögel Deiitsehlamls, T. VI. sehr vidlstandi^'e Nachricht. Ert ist zu beachten, dass von beiden die Bastarde stets fi^enau in Form und Färbung gleich gebildet sind , so dass sie vielfach als eigene Arten ange8prt>chen wurden Conus corone und cornix; iiiirdach I. c. p. bei Säugetbitren: nach Tschudi nou Fuchs und Hund. Wolf und Hund. Steinbock und Zi.'g»' : na«h Ihdacker von <»enise und Zieg»*.

Ich habe mit Absieht eine Anzahl weniger sicher ver- bürgter Fälle bei Seite gelassen.

J. Bastarde von verschiedenen Arten zeif^en im .\llge meinen bestimmte, re gel massige gleiche .Merkmale, zum Theil vom Vater, r.nm Theil von der .Mutter, und sind fast immer u n fr u c h t b a r.

Bastarde von vc rseli ieden eu Kaccn, zei gen entweder die Kennzeichen der Kitern vermischt, oder ach nein einem derselben ausschliesslich, nnd nind fruchtbar.

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Es stützen sieh obige Sätze auf die Untersuchungen von Geoffroy St. Hilaire über die Hastarde der Mammiferen 1826 und auf die instructiven Berichte von Seiys - Longchamps über die Bastarde in der Familie der Anatideeu in Bull. Acad. Brux. Tom. Xll und Tom. XXIIL Sam. Mortons wichtige Schrift : Hybridity in Animals in Silliman Journ. Mars 1847, ist mir leider nicht zugänglich gewesen. Der Bericht von S^lys ist von um so höherem Interesse, als der Verfasser Jahre lang mit grosser Sorgfalt einzelne Fälle verfolgt hat und 40 Bastarde, darunter 30 durchaus sichere, selbst beobachtete anführt. Von AVichtigkeit sind folgende daraus abgeleitete allgemeine Folgerungen. Die bis jetzt unter den Vögeln beobachteten Bastarde gehören alle zu den in Polygamie lebenden Vögeln (Hühnern^ Gänsen) oder zu jenen, deren Geschlechtstrieb sehr entwickelt ist, und die mehrfach im Jahre brüten (Sperlinge, Tauben, Enten). Im freien Zustande sind Bastarde bei Vögeln äusserst selten, und werden nur bei Tetrao und Phasianus angetroffen, bei denen die Heftigkeit der Brunst das Unterscheidungsver- mögen theilweise zu trüben scheint. (Einige Bastarde an- derer Vögel werden von Selys und Naumann vermuthungs- weise angeführt, ohne sicher bewiesen zu sein.) Die Bastarde sind im Allgemeinen unfruchtbar, obwohl sehr geil. In den sehr seltenen Fällen, in welchen sie Nachkommen erzeugen, sind sie weniger fruchtbar als die Stammarten, und ihre Race scheint zu erlöschen. In den bekannten fruchtbaren Fällen haben die Bastarde nicht unter sich sondern mit den Stammeltern gezeugt. Sehr merkwürdig ist der im zoologi- schen Garten in London beobachtete Fall, wo ein Bastard von Anas boschas und Strepera mit Anas penelope einen Bastard zeugte, um so mehr als neuere Zersplitteruugssucht aus jenen drei Arten drei verschiedene Gattungen schaffen will. Von den 40 beobachteten Bastarden hatten nur 5 Nachkommen.

Ein wichtiger und durch neue fortgesetzte Beobachtun- gen sicher zu stellender Umstand ist der, dass nach Selys Bemerkung die Regelmässigkeit der Merkmale bei Bastarden von verschiedenen Thierarten gewisse Einschränkungen er- leidet. So sind in einer und derselben Brut die Bastarde selten durchaus gleichgebildet. Sie schlagen theils dem Vater theils der Mutter nach, und zwar in der Farbe des Gefieders dem einen, in Form von Schnabel und Füssen dem andern, in der Grösse gewöhnlich dem grössten ihrer Eltern. Allerdings sind diese Angaben von Selys nur Ba- starden, die künstlich von Hausthieren erzielt wurden, ent- nommen, während die im wilden Zustande erzeugten Tetrao

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hyltridus und lat^opidrs >«UtH ^eiiau in Knnii iiiul FärhiiiiK jflt'irb iri'hildet »iiid. Nicbts dfhtowniifrrr l)ild«t «lirs'*r l'imkt llir die Kiifoinuldjrii' » i^'cntluli dio lljiii|itaiij,'i'l dir Fruf;i:, insofern entschieden werdt-n hoII. üI) wir unter den Insccteii IJastardi* liahen. die /idlilli^'- er/eii^t huld Vater bald Mutter iia<-lis(lda;ren (also nielit konstante l'astani Arten liilden) <idtr nh die Insirtm liastarde \(in denscllicn lliu-ren stets mit dt nselhen Form- und Farlutmierkmalen lieslimmte Arten- reilien Uilden. NatUrlicIi wird dies nur dnreli (dtere sorgsame /uclit von Bastarden aus verschiedenen Arten /u ermittehi sein, /ahln ieh und /um Theil weltbekannt sind die in «ii'tanirensehatl »r/euirten Bastanh* vom Kanarien\opeI mit \ielen s|ierlin^'sart'^^en \r>ireln. von den Finliiitern iM'erd, Fsi I. Zelira. tjiiairira, \(im Kaimel und Dromedar, von W ie derkauern. von Kat/.en, vom Löwen und Tipr.

li. Nor sehr nahe verwandte 'I'liitrre er/, eueren Bastarde.

Dies (Jeset/. lindet in dui (d»i;ren Ansahen reiehliehe Bestiitiirunjr. und kann \oiliiiili;r durch die ent;:e^'en stehen den siimmtlieh uinerhitrfrten An^al»en nicht ers liiittert wer- den. Dahin y-ehören Sonniiiis Bastarde Non Hahn und Knte. uinl die ^ielen Fabeln von Bastarden zwischen Ksd und Kindvieh (Jomards'. Hirsch und Kindvieh, Fischutttcr und Schaf, Katze und .Marder. Künstliche Bid'ruchtun;; von Katz.en mit Samen vom Hunde \ ersuchte Spallanzani ver jjebens.

4. Die Bastarde sind höchst >elten und dann wenip frue htbar, u nd zwa r nicht u nt e r sich, sondern mit d t; n Staminraeen. l)ie .Inneren schlafen in den Stamm bald zurück. Auch dies (Jesetz tindet in d«*n t'rllhercn .Angaben hin reichende Bestilticunir. reb» nlies bcsehriinken sich die Iteobachteten Falle \oii NaeJikommen der Bastarde bis jetzt auf in <ler (letan^mseliari ;:ej»aarle Ibiere untl meist Haus ihiere. Die im freien jährlich erzeupten Bastarde \on Te- trao hybridus haben keine eigenen Bal/plat/e und keine .Nachkommen. .Mlerdin^'s beruht ihre stets neue Hildunf? aus den Stammeltern nach Nilsons plaubhatler An^'abe auf den eigeuthlindit hen .lapht rhältnis.sen jeui r (tcfreuden. Der wenif;er seh«ue .\uerhahn wird näudich im L'cbermaxss fort- p'schosscn und zwingt die .\iurhemien die Balz|)Ut/.e dcf scheueren Birkhahns aut/.usurhen.

Halten wir die erwähnten l'unkti- zusammen . so ver- liert die l<lee von Bastt»r<bn imt.r den Ins«Tten. wie mich dUnkt, jede (Jefahr für das Bi stehen «br Arten, und reizt oder gebietet sogar zur sorglaltigcn Krtursi-hung und .Sieher-

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Stellung der Hybriden -Arten, Meiner Ansicht nacli lassen sich für Insecten diese Verniuthungen in ioli^ender Art zu- sammenfassen :

Es existiren wahrscheinlich auch unter den Insecten Bastardarten; ihre Zahl wird sicher eine vergleichsweise sehr geringe sein; sie werden unfruchtbar sein, oder in die Hauptarten zurückschlagen, und stets von Neuem er- zeugt werden; eine weitere Bildung neuer Formen durch Vermischung von Bastarden mit andern Arten ist wenig glaublich; die Bastardarten haben wahrscheinlich stets die- selben Form- und Farben-Kennzeichen, können also bis auf sicheren Nachweis fälschlich für eigene Arten gehalten werden.

Natürlich wird die Ermittelung der Bastardarten Auf- gabe der sorgsamsten Forschung und nicht der Hypothese werden müssen, und zwar werden bei derartigen Bemühun- gen vorzugsweise die am Besten und Sichersten bekannten Gattungen zu berücksichtigen sein. Auch hier giebt uns die Analogie der höheren Thiere einen sehr deutlichen Fingerzeig. Wir müssen zuerst und vorzugsweise unter den Gattungen suchen, deren Geilheit notorisch ist. Also bei Chrysomela, Cantharis, Zygaena, Bombyx, Libellula und ähnlichen Gattungen.

Die Ermittlung von Bastarden bei Insecten kann aber möglicher Weise noch in anderer Hinsicht von Wichtigkeit sem. Ich meine, wenn zwischen nahe stehenden aber sonst gut zu trennenden Arten Uebergänge vorkommen, so würde ein Nachweis derselben durch Zucht als Bastarde vor Miss- griffen schützen , und dazu dienen, obwaltende Streitpunkte zu schlichten. Ein Sanguiniker könnte sogar der Industrie goldene Berge durch Insecten-Bastarde und Erzielung neuer und schönerer Seide, durch mannigfache Kreuzungen und Mischlingsarten vorschwindeln.

Nachschrift der Redaction: Während vorstehen- der Aufsatz unter der Presse war, fand sich in dem Journal: das Auslavd (October 1857 p. 948.) folgende hieher einschla gende Stelle:

Aus K. Schlagintweit's Bericht über einige Thie- gattuugen Tübet's.

Die Bastardart des Yak ( tübetauischen Rindes )

und der indischen Kuh heisst Tschubn und ist durch ihre Fruchtbarkeit besonders ausgezeichnet.

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Wir hatten Gelcgeubcit, die Abkümmlinge von

Tschubu's bis zur siebenten Generation zu geben und zu prüfen, und fanden in allen Füllen die letzten Generatio- nen weder viel verändert nocb entartet , vielmehr belehrte man uns, dass man in dieser Beziehung noch keine Gränz- liuic wahrgenumuK'u habe.

üeber einige Schmetterlinge älterer entomologischer Schriftsteller.

Vom Köui^l. Fur>lmri»ti'i %% eriieburn in Krfurt

A. ÜDDelsche Species.

1. Xoitua tri|tti'r:i L. Syst. nat. ed. XII, pag. 848, No. 14f). Ph. spirilin^uis cristata , alis maculis tribus longitudinalibus rutundatis atomisque sulphureis ad- spersis. Habitat in Lusitania.

De Script. Corpus magnitudine fcre Phal. cajae, seu inter paganos majus, cinercum. Antennao crassiores, quam in ulla mihi nnta uoctua. Alae superiores cinereae, liluris minimi.s nigris et passim atomis .sulphureis adspersac. Maculae 3 longitudiualiter juxta margiuem crassiorcm exteriurem digestac, maju.sculac, j)allidae. Uiiea nigra marginatae, quarum prima ad basin, uvalis, secunda orbiculata. minor, tertia subcordata, quac cum media constituit Stigmata ordinaria. Postice sunt alae pallidiores. Inferiores alae suhtus albidae absque lu- nula et puncto.

Wenn ich mit dieser Beschreibung die nnctun ruticinct* H /usaiiimenhalto, so scheint es mir unbedenklich, in ihr Linnö's Noctua trij)tera wieder zu erkennen. Sobald man die hellen Stellen , die Noctua rulicincta längs des Vorder- randes hat, niiliiT ins Auge fasst, muss man gestehen, das« Linn«i sie vortrefllich characterisirt un<l sehr glfhklich als Erkennnnsgzeichen dieser Species aufgefasst hat. Dabei ist es ohne Gewicht, dass Linn»'* sagt, die HinterflUgel seien auf der rntcrseitc ohne Mondlleek und Punkt, während ru- ticincta in der Kegel davon nieht fnMU'esprorhen werden kann. Denn Linne macht auch bei andern Noctuen unter gleichen Verhältnissen dieselbe Bemerkung und man hat daran bei Anerkennung der Art keinen Anstoss genommen.

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2. Geometra testata L- Faun. äuec. ed. IL pag. 331, No. 1262. Phal. seticornis, alis superioribus ful- vescentibus : maciila pallida, lineolaque apicis alba.

De Script, majuscula, alae superiores colore cinna- momeo: in anteriore ala macula ciirva marginem exte- riorem tangeus, in posteriore striga albida, exterius recta, interius curva, lineola ut in chenopodiata ad apicem alae, sed alba, cui postice adjacet macula sa turior. Subtus alae pallidae puncto centrali nigro et arcu fuscescente, sed ex duabus strigis constante. Diese Geometra testata finde ich nirgends citirt, darf also wohl annehmen, dass sie bis jetzt noch nicht erklärt ist. Linne beschreibt ohne Zweifel und ganz treffend Geom. achatinata H.

3. Geometra citrata L. Faun. suec. ed. II. pag. 332, No. 1265. Phal. geom. seticornis, alis griseis, macula subterminali albo-fulva strigaque alba, apicis lineola fusca.

Descript. magnitudo phal. piniariae. Alae superiores supra griseae, juxta marginis crassioris postica macula magna albida, postice ferruginea, quam excipit striga alba tenuissima undulata; in apice alae litura linearis nigra, ut duabus praeeedentibus (chenopodiata und co- mitata) subtus cinereae, postice pallidius Hier beschreibt Linne die Geom. russata H. trun- eata Hufn. Auf den ersten Anblick und wenn man Treitsch- ke's Beschreibung der russata liest, mag meine Behauptung verwerflich erscheinen. Dies dürfte sich aber anders gestal- ten, wenn man die Linne'sche Beschreibung näher ins Auge fasst. Truncata Hufn. ist einer von den Spannern, die sehr variiren und deshalb, so wie ihrer ganzen Zeichnung nach schwer mit Worten zu beschreiben sind. Linne musste daher nach etwas besonders Characteristischem suchen, um mit wenig Worten die Art sicher zu bezeichnen. Dies ist ihm meines Erachtens sehr gelungen durch Auffassung der weissen, nach hinten rothgelben Makel des Vorderrandes, die von einer feinen gewellten, weissen Linie umschlossen ist. Man kann kaum deutlicher beschreiben, als hier von Linne geschehen ist, und wenn man seiner Auffassung folgt, so findet man auf jeder Geom. truncata die gedachte Makel. Ueberdies ist dieser Spanner ein im Norden nicht seltener Schmetterling, der Linne's Aufmerksamkeit nicht leicht entgehen konnte. Auch stimmt das, was Linne über die Raupe sagt, die er als viridi-pallescens bezeichnet, mit dem, was Treitschke Band 6, Seite 189 nach Freyer über dieselbe anführt.

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4. Geometra li vi data L. Faau. succ. ed. 11. pag. 337 No. 128.'). Thal, gcoin. seticomis, aus autice pallidis, ßtriga fusita, ptistice fuscis, striga pallida.

De Script facics et statura omniuo sequeutis (geom. aversata) alao (»iniKs puncto contrali utrinqiic ; antice pallidae vel pallidc sululmreae striga corva iusca ; pos- tice ul)S(»lctc l'u.scac stnga pallida et poue strigani fus- eus colur iiiiuus saturius. Subtiit> umnes pallidae, striga fusca puue punctum; t'ascia dein uhsoleta inter punctum et strigam. Dieser Falter scheint mir uuzwcifelhaA die Geometra bisctata Ilufii. zu sein , auf welche, namentlich auf Exem plare, wo das scliwär/.liche Colorit längs des llintcrraudes stark ausgeprägt ist, Linnc's Beschreibung genau passt. Schon Laspeyres hat die lividata L. l"Ur bisetata Hufn. er klarL Er hat sie aber für eins mit Geom. scutulata gehal tcn, eine Verwechselung, die in früheren Zeiten öfters vor- gekommen und wohl darin ihren Grund hat, dass die ächte bisetata, oligleich in manchen Gegenden keineswegs selten, früher nicht ;,'enau bekannt gewesen ist. In Wirklichkeit ist bisetata wesentlich verschieden von scutulata. Was Treitschke im 2. Thoile des ♦;. Bandes pag. 2^1 seines be- kannten Werkes anlührt, um zu begründen, dass die livi- data L. nicht die bisetata Hufn. gei. halte ich nicht für geeignet, meine obige Ansicht zu entkräften. Linne ver- gleicht seine lividata mit aversata, und der steht sie in der That naiie. TreiLschke sagt, die Beschreibung der üintcr- flügel sei ganz unpassend; ich finde aber gar nicht, dass Linn»^ die Hintertiügel beschrieben hat. Es scheint also hier ein Missverständniss obzuwalten, ebenso wie bei Treitschke's Angabe , dass Linne die lividata mit bilincata verglichen habe. Was Illiger's Angaben pag. 171^ Band II. seines Ma- gazins betrifft, so lege ich auf diese keinen Werth, da es mehr als wahr.scheinlich ist, dass er die ächte bisetata gar nicht in der Natur gekannt hat.

5. Geometra incanata L. Syst, nat. ed. XII. p. 871. No. 263 Thal. geom. seticomis, alis omnibus canis, pos- tice striga alba repanda, disco puncto margineque mgro punctato: habitat in silvis.

DeScript, minor: alae oninrn supra canac: striga undulata nigricans versus ba.<iin; punctum nigrum in mcdio; striga postica nigricans repanda; mox striga alba repanda, margine postiro nigro puuctato. Subtus omnes albido ciDcreac, puncto centrali nigro; striga postica repanda, margineiiuc nigro punctato: alae pog- ticae fcre angulatac.

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Gewöhnlich wird diese incanata L. für gleichbedeu- tend mit incanata H. und W. V. genommen; ich kann dies aber nicht für richtig halten und zwar aus folgenden Grün- den: 1. hätte Linne die incanata W. V. vor sich gehabt, so würde er deren Grösse wohl eher durch „parva'' als durch „minor" bezeichnet haben; denn incanata W. V. gehört zu den kleinsten Spannern. 2. soll incanata L. in Wäldern leben, während incanata W. V., ein sehr gewöhnlicher Spanner, meines Wissens immer in oder an Gebäuden, nie aber in Wäldern gefunden wird. 3. passt Linne's Bemer- kung: „alae posticae fere angulatae*' nicht auf incanata W. V., die ganz gerundete Hinterflügel hat. 4. ist incanata W. V. nicht vor den Franzen schwarz punctirt, sondern gestrichelt, so dass fast eine schwarze Linie vorhanden ist.

Dagegen passen alle Angaben Linne's ganz vortreff- lich auf Geom. mutata H. 5. fig. 98 100 und es scheint mir unzweifelhaft, dass Linne diesen Spanner vor sich ge- habt habe.

Geom. immutata L. ist Geom. sylvestrata Borkh.

6. Tortrix avellana L. Faun. suec. ed. IL pag. 344, No. 1316. Phal. tortr. alis superioribus testaceis; fasciis ferrugineis sesquitertiis.

Descript. Phal. seticornis spirilinguis, alis incum- bentibus flavis: fasciis duabus griseis obliquis, pos- tica interrupta. Faun. 882. Habitat in corylo. Phal. magnitudine muscae carnivorae : alae deflexo-incum- bentes, breves, latae; superiores pallideflavesceutes: fasciis duabus retrorsum spectautibus fuscogriseis, qua- rum postica in medio interrupta. Pedes spinosi. Ich glaube nicht zu irren, wenn ich diesen Wickler Linn'es für Bombyx testudo erkläre. Auf das ockergelbe Weib dieses Falters passt die Beschreibung in der Faun, suec. ohne allen Zwang recht gut. Namentlich aber ist es bedeutsam, dass Linne sich gerade bei der Beschreibung dieser Species bewogen gefunden hat, über die Flügel und deren Haltung in üer Ruhe eine besondere und umständ- liche Bemerkung zu machen, durch welche nachgewiesen wird, dass ihm die Tortr. avellana eine beachtenswerthe Abweichung im Bau von den andern Wicklern gezeigt hat. Und in der That sind die Worte : „alae deflexo-incumbentes, breves, latae" ganz bezeichnend für B. testudo, dergestalt, dass man über die Worte: „habitat in corylo" da die Hasel allerdings meines Wissens nicht eine Futterpflanze des B. testudo ist wohl hinweg gehen kann, da in dieser Beziehung bei Linn6 manche Irrthümer untergelaufen sind.

7. Pyralis secalis L. Syst. nat. ed. XIL pag, 882.

5.^

No. 33S. Pyr. ali» griseo-faBcis striatis: niacnla reni-

formi A latino inscripta. Roland act Stockh. p. 62. Habitat intra sccali.s culniug, cok intra vapinam ex

edens, ex iino in altcruni niiprans, undc spicae albae. Durch dicst: r>otlircil»iinf: ist Pyr. stranientalis H. clntalis H. (iL*. deutlicli bczoiilinot und die Vcrglcichunp der Makel auf den CHteriliipcln mit einem lateinischen A ist eiae sehr glllckliehe /u nennen, da in der That jene Makel, vom llinterrande des FlUpels aus betrachtet, dem erwähn- ten Buchstaben sehr ähnlich ist. Ich habe Pyr. strameo taliß stets in Getreidefeldern *) {refangen und es ist daher auch die Angabe Linne's über den Aufenthalt der Raupe obiger Bcstinmiung nicht \vidersj)rcchcnd. 8. Tortrix Icdiana L. Syst nat. ed. XII. pag. ^70,

No. 81 '1 Tortr. ali.s fuseis, fasciis 2 rubro- argenteis:

ftosteriore puncto intniso. Clerk, phal. Taf. 10, Fig. 12. labitat in ledo.

De Script, alae nigricantes, maculis cinereis et nna altcrave rufa. etiam ad auuni, iuterlui'cntibus passim squamis argenteis, s(|nama major basi alae incumbens, apice rufeseens. Similitudo quaedam pomctnellae.

Fann. suec. ed. II. Xo. 1.S30, Tortr. alis fuseis; fasciis 2 rubro-argenteis: posteriore puncto intruso. Clerk. Tab. 10. Fig. 12. lediana. Habitat in ledo palustri.

De Script, alae sujieri(»res fuscae, fasciae J argen teae , rubm colore superinductae; harum posterior in mcdio puncto magn(» intruso. -\ntenuac nigrac, corpore breviorcs. Magnitudo culicis.

Es sind schon vielfach Knirterungcn darüber ange- stellt worden, welchen Schmetterling Linne unter seiner Tortr. lediana verstanden habe, ohne dass bis jetzt eine Hntschei- dnng erzielt wurden ist. Auch die Clerk'sche Figur, die ich leider nicht vergleichen kann . hat keinen Anfschluss gewährt. Dazu k(mmit, dass beim Vergleiche der Beschrei- bung im Syst. nat. mit der in der Faun. suec. ein Zweifel anftaacht, ob Linne. bei beiden Beschreibungen dieselbe Species vor sich gehabt habe. Indem ich es dahin gestellt sein lasse, ob letzterer Zweifel bcgrlhulct ist, halte ich dafllr, dass mit der Tortr. lediana L. in der Faun. suec. die tortr. amocna II. gleichbedeutend ist. Dieser Schmettcr ling zeigt alle Merkmale, welche die Diagnosen Linne's und dessen Beschreibung in der Faun. sncc. angeben; nament

•) Noch im Sommrr l^Sl h%hf |.-h di«fen Zäniirr aal trorko^n Hohtn b«i Em« so Ack«rf«]d«rB io mcbrcrtn Extsplarcn gefangco.

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lieh wenn man die Varietät incarnatana H. 191 in Betracht zieht. Der schwarze Fleck am unteren Theile der 2ten Querbinde entspricht recht wohl dem puncto intruso Linnö's. Erwägt man dabei, dass Tortr. amoenana vielfach variirt, so ergiebt sich auch die Möglichkeit, dass Linn6 bei der Beschreibung im Syst. nat. denselben Schmetterling vor sich gehabt habe. lieber die Lebensweise der Tortr. amoe- nana ist mir nichts Näheres bekannt, ich weiss also nicht, ob Ledum palustre ihre Futterpflanze ist. 9. Tinea cembrellaL. Syst. nat. ed. XII. pag. 892, No. 405. Tin. alis fuscis, atomis albis irroratis. Habi- tat in pinu sylvestri intra folliculum scabrum.

Faun. suec. ed. II. No. 1422. Tin. alis fuscis atomis albidis irroratis. Habitat in pinu sylvestri; larva intra folliculum scabrum, more Ph. pellionellae.

De Script, minor musca domestica. Alae obtusae, fasciae punctis albidis conspersae, unde cinereae ad- parent. Schon Dr. Zinken spricht in dem bekannten Werke: „die Zünsler, Wickler, Schaben und Geistchen etc." von Charpentier, Anmerkung 160, Seite 120, die Vermuthung aus, dass Tinea cembrella L. eins sei mit Tortr. duplana H. Er sagt, dass die Worte Linne's: „alae obtusae, fasciae punctis albidis conspersae, unde cinereae" seiner Vermuthung günstig seien, dass volle Gewissheit in der Sache aber erst durch die Entdeckung der Raupe zu erlangen sei. Treitschke widerspricht Zinkens Ansicht, Band 8. pag. 139, indem er meint, dass Linne, wenn er eine duplana vor sich gehabt habe, gewiss das breite, goldbraune Feld der Vorderflügel hervorgehoben haben würde. Nun hat allerdings duplana in vielen Exemplaren eine merkliche braune Färbung auf den Vorderflügeln; allein bei vielen andern Exemplaren ist dieses Braun in so untergeordnetem Grade vorhanden, dass es kaum besondere Erwähnung verdient und es gar nicht auffallen kann, wenn Linn6, nach einem matt gefärbten Exemplare beschreibend, jenes Braun nicht als characteri- stisch hervorhob. Man betrachte Hüb. flg. 230. Ich glaube daher, dass die Ansicht des sehr sachkundigen Zinken, der die duplana in der Natur beobachtete, durch Treitschke's Widerspruch nicht entkräftet wird. Erwägt man dazu noch, dass von Linn^ und seinen Zeitgenossen gerade die an dem Nadelholze lebenden Schmetterlinge besonders sorgfältig beobachtet worden zu sein scheinen, und dass, wie ich im Jahresbericht des Weimarischen Tauschvereines für 1853, S. 83, nachgewiesen habe, die Raupe der Tortr. duplana H. wenigstens die Fähigkeit besitzt, einen Sack, ähnlich wie

f>f)

Tinea pellionolla, in fertitriMi. ko stei^'crt Hieb ZinkcnK Vcr- mnthtinpr /nr (Jowisshcit. Ich liabo zwar danialK die Kiffen fliliniliflikt'it «Irr llaiiju.' dcrTortr. duj)lan:i, einen Sack zu verfortipMi, nur in Ho/.Ui: auf die Verpnppunp crwalint, weil meine Krfalirnn^' nicht weiter gehet; ck ist aber kcinc8wep> iinwahrHeheinlich . da88 die pcdaehte IJaupc auch vor der \'trjinpj»uii^', wenn auch vielleicht mir nntcr gewissen Ver hältiiisKcn in einem Sacke lebt. *i

B. Species aas Rossi's Fanna Etrosca.

1. l'bal. h am ata. pag. 37 der Mantis8e. No. 44H Tab. IV. li.ir- 0. Phaj. sctieorni.';, ali« anticis virescen- tibus, basi t'aseiatiue postiee nnidenfata, niv«'it>.

Vi\ major T. Ii-mnata (was sieh atit" den Mann bezieht, der t^ub Xn. 1 1.") l»e.sehrieben istj Capnt thurax(iue alba. .Mae antice viresecnteK ad lia.sin niveae spatio viridi intrus(t; in medio faseia nivea juistiec nncnni sen den teni reeurvuni niajusenlnm exserente, et at cftstani macula pariter ni\ea: siibtus t'useescentes. I^•sticac fusco einercai' mar^ino albido: subtus albidae. Ilabitaf in Silvia in. Jun. Hier ist NOctua clichrysi Kamb.**) 8(t deutlich beschriebeu, dass es keines weiteren Beweises bedarf, Koggi ba1)e diese Species vor sieb gehabt. Da nun die Hossische Benennung älter ist, al.s die von IJandiur, so wird ihr das lu cht der I'rioritiit zu Theil werden müssen. 'J. rii. oehrearia. pag. 83 der Mantisse No. 42t*, Tab. VII. lig. N. und n. Thal. |iectinicornis, alis anti- cis «quanimoRo-Iutescentibus, posticis albidis: subtiis omnibus, atomis, puncto, strigafpie repanda subniarginali fuscis.

Mafrnitudo praeeedentis (tasciataria). Antennarum eogta alba, radii fusci. Alae ad costani atomis cnnfcr tius aspersae, praesertini inlerius. Habitat in silvis freqncDS.

. Möglkh, d«M dl« Rttup* nur dann sich Mr »rptippan^; rintn >iM-K «pinoi, wnan »\r »«• dem IVi^t«», wnria «i« in d<>r Hfgrl sn wnh

OCn pftflH, diifh irgrod rin Krrignit« %crlrirh«ii i«i. I)*t( »tc abrr einen (olrhon .*^ark (pinnro kann und tplnnl, mu*« ich *l» iinn m tA ml i rh <> Thai'fh« b«»ielrhn«n.

■•*) Nach inr<4ll«r Aiiff»'-«i:i.|' il--« llrt-rilTr« »nn .inor - Sti*ciei**

kmttn ich N. «iMhrjtn nicL '• H.

halirn. Beide lind in der / rnend.

da.«« jede F.in/elnhelt dcr»e!b<-n bri der rlirlirvti wir bri dpf nininia in ftnd^n Ut. Leiilere hat nur itn Allcmoinrn di» f«>«ahnte Mittelhindr brr "er, alt rlirhrroi nnd eine mehr criin;;f!»ue, »Ui« branngriMe ftrtind Urbe. Ich ««racf hict »l«o nur eiae Rac'^D-Vcrichitdtnltcit ui erkennet..

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Diese ochraria ist nichts anders als Geom. citraria H, Die Beschreibung passt ohne allen Zwang auf jene Exemplare dieses Spanners, bei denen die Querbinden verloschen sind. Völlige Gewissheit giebt aber die Abbildung der Unterseite des Schmetterlings unter n. auf Tafel VII., obgleich sie im Ganzen, wie alle Abbildungen in dem Rossi'schen Werke sehr mangelhaft ist.

Wäre die Rossi'sche Benennung älter als die Hüb- ner'sche, worüber ich nicht in Gewissheit bin, so würde sie einzutreten haben.

3. Ph. fasciataria. pag. 33 der Mantisse II. No. 428, Tab. VII. fig. H.

Phal. pectinicornis, alis angulatis, fusco-griseis, in medio obscurioribus , subfasciatis , strigosis, puncto nigro centrali. Magnitudo Ph. piniariae. Alae supe- riores in parte antica et postica griseae, margine exte- riori striga abbreviata punctoque nigris. In medio fascia obscurior, ad apicem nigra, anticeque striga nigra ter- minata, postice sinuosa. Inferiores angulatae fere simi- liter pictae, omnesque subtus pallidiores, atomis, striga, punctoque medio nigris. Affinis Ph. liguariae. Habitat in silvis sat frequens.

Beschreibung und Abbildung, obgleich diese sehr man- gelhaft ist, passen gleich gut auf Geometra petrificata H. Der Umstand, dass Rossi die Hinterflügel „angulatae" nennt, während petrificata dieselben nur etwas busig nach Aussen erweitert hat, ist um so weniger von Gewicht, als in der Abbildung von einer Ecke am Hinterflügel durchaus nichts zu sehen ist, vielmehr derselbe hier ganz der Wirklichkeit entspricht.

4. Phal. dimeralis pag. 38 der Mantisse Nr. 451. Tab. VII. Fig. R. Phal. palpis porrectis, thorace longioribus, alis ad basin fusco-viridibus, ad apicem griseis, lineola alba aequaliter in triangulum bipartitis.

Statura ac magnitudo P. verticalis. Corpus griseum. Antennae setaceae ad basin superius albae, et in masculo pubescentes. Palpi porrecti, approximati api- ceque superius retorti, thorace longiores. Alae omnes supra et subtus griseae nitidulae, at anticae ad basin fusco-virides, ad apicem griseae, Stria alba aequaliter in triangulum bipartitae, punctoque minutissimo nigro prope marginem exteriorem ante medium notatae. Frons pilosa. Color fusco-viridis , in aetate provectis plumbeus evadit et saepe omnino evanescit.

Primnm bis lecta insidens muro externo domestico m.

Majo; mox vero incnnti Septcmbri in loro hcrbido in rulto horti Acad. Pi«;ani plnrcs adinvcntar. Diese BeBchreibnnp lässt auf Pyr. lividaliß U. Pchlies nen and die Ahbildnnp erhebt diesen Sehlnss zu voller Oe- winebeit und wir haben so die ersten authentischen Xach- richten durch Rossi Itbcr diesen Srhmctterlinp. Die an der Mauer gefundenen beiden Kxemplarc lassen darauf sehlieB- 8eD, dass der F'alter überwintert.

f). Tin. Prunnerclla, pap. 4«) der Mantisse \r. 484. Tin. alig nubaureis cinercoquc fnscis albo-bifasciatis punctis arpentcis sparsis, diseo, apiceque maenlis atri« arpenteo punctatis.

Minuta, alac primnrcs cinereo-fuscae, quasi nstnlatae, fasciis duabus snbnitidis aibidis , quarum prima latior. In diseo apiceque puncta, sen maculae tres atrae ar- geutc - punctatae , sedenti , in cireulum eoramunem ad fasciam postirani distributae. InferioreR fusrae striga albida. Corpus cinereuni. Pcdes cincrei nigro annulati. Antennac corpore brcviorcs, annulatae pilosae.

Habilat imago frequens in foliis Inulac Helenii, ibique snb vespemm ineuntc Augusto choreas agen.«;, relebrat nuptias. In honorem illustris Viri mihique amicissimi Leonardi de Prunner, qui naturalem historiam Entorao logiamque Pedeniont. Glossatorum Kaiendario erudite loenpletavit. Ist Pyralis vibralis Tr. Beschreibung, Flugzeit und Fntteri)flanze bestätigen dies gleiehmässig. Es wäre wtln- »*ehenswerth. wenn die Prioritäts- Verhältnisse es grstatten, dass (Irr vnn Hossi diesem Schmetterlinge beigelegte Name*) beibehalten würde , da er <len Zweck hat , einem um dift Naturwissensrhaften verdienten Namen ein Gedächtnis« zu stiften.

Erfurt, den 9. Oetobcr lftf)7. Werne borg.

*) Und tw«r nnTcrmndcrt, nachdem di« K^fläadtr bereift teil län- KtT'T 7.*it den Rndtilbeniwanfi m't Recht brieitifl hshen. Man lollt* unhrdingt die r«>chtigülti((f n Namrn |f&nt iin*erÄnd<>rt b^ihelititcn, *elbi' ohne di^ Fndtiihfn ntch dem fietm« lu Sengen. Denn »och d&t führt in fortwährenden AendemnRen, je narhderD der betreffende Filter in die •ia« oder andere Gattung tertetil wird.

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Synonymische Miscellaneen.

Vom Scbulrath Dr. Suffrian in Münster.

XV.

inn MB

Ueber das Verhältniss der Atopa cinerea und cer- vina zu einander haben bis in die neueste Zeit sehr ab- weichende Ansichten Geltung gefunden, ohne dass dasselbe jedoch schon vollständig aufgeklärt scheint. Vielleicht kön- nen die nachfolgenden Bemerkungen etwas zu genauerer Feststellung jener Beziehung beitragen.

Linne kannte von dem genannten Käfer nur eine Form, und hat diese zuerst in der zweiten Ausgabe der F. suec. n. 575 unter dem Namen Chrysomela cervina (durch einen Druckfehler corvina) beschrieben. Welche? darüber sind die Autoren nicht einig. Fabricius bezieht diese Beschreibung auf den (seltenern) Käfer mit fuchsröthlichen Deckschilden, den er auch selbst als Atopa cervina auf- führt, Gyllenhal dagegen auf den (gewöhnlicher vorkom- menden) Käfer mit pechbraun gefärbten, einfarbig greisbe- haarter Oberseite, welchen Fabricius als A. cinerea be- schrieben hat. Vermuthlich ist Gyllenhal dadurch geleitet worden, dass Linne in der Descr. u. a. 0. den Käfer als „supra fuscum" bezeichnet; erwägt man jedoch, dass in der Diagnose, selbst die Farbe als „lividus" angegeben, und jenes „fuscus^*^ durch den im syst. nat. (II. 602 u. 115) ge- machten Zusatz: „Color dorsi constat e pilis vix conspi- cuis glauco-fuscis" näher bestimmt wird, so möchte sich kaum bezweifeln lassen, dass Fabricius hier das Richtigere getroffen habe. Indess gehört die Beantwortung dieser Frage nicht unmittelbar zur Sache.

Die erste jener oben berührten Ansichten geht nun dahin, dass die jetzt allgemein unter dem Namen A. cervina L. und cinerea Pub. bekannten Käfer zwei verschiedene Ar- ten bilden. Hierher gehört vor Allem Fabricius, welcher jedoch bei der ersten Erwähnung der A. cinerea (Ent. Syst. IL 42. n. 2) sogleich hinzusetzt : „Mera praecedentis [cervi- nae] varietas, observante Hellwigio", und statt dessen in dem Syst. Eleuth. IL 16. n. 2. bemerkt: „Vix a praece- dente [cervina] satis distincta", und damit auch seinen eige- nen Zweifel andeutet. Gegenwärtig scheint diese Ansicht so ziemlich aufgegeben zu sein: am längsten finde ich sie festgehalten in dem Sturm 'sehen Catalog, der auch noch

09

in den letztin Aus-rahen flH4;j) p. 73 beide Küfer als pe- trenntc Arten autllllirt; und nach Dr. Sehaiim's Ar.f^ahc (im Jahrcsb. 1841». S. IH!^) ist ein Cleiehes aueli in CJnc^rin'e mir nielit zu Oesiehte ;;i'kniuiinMH'r M(»nnf:ra|)liie der (iat- tnnf: Daseillns Latr. (~ Atn|ia Tk.' L't'schclieii.

Eine zweit»' Ansieht erklärt heidr K:if«'r fllr Varietäten Einer Art. Wie Fahrieins a. a. O. anhiebt, rUlirt nie von Hellwijx her. und dem entspreehcnd findet sie sieb bei llli- {^er (Mair. III. bU) sehr bestimmt aus^'esproehen, wenn pleieli ilire nähere lieprrMndunf^ vermisst wird. Aneh die »ehwediscben Autoren von l'aykull at» sind ilir zu^a-than ; doch sind dem sorirf^iltifrcn (Jyllenhal die ausser der Favbrnversehit'denheit vorhandenen Abwiiehnufren im Kr»r- perban. namentlieh der breitere KTirper der Form mit röth- lichen Deekschildin. nieht entpran^'en, weshal!) er der f'ha- raktcristik dieser seiner var. b. (Ins. snee. I. ^574) die Worte hinzusetzt: ,, forte femina'*.

Diese letztere, von Oyllenhal eipentlieh nur pole pentlieh und ohne weiteren Naehweis hingeworfene Ver- mnthunpr ist, wie es seheint, in der neuesten Zeit zu ziem- lieh alljremeiner Annahme gelan^'t. leb habe sie in den meisten von mir ver^lielienen Samndnn^en ;.refunden, aueh Dr. Sehaum (a. a. (>.) bat sich dafür ausires|>ro('h»'n, und eben so hat der Stettiner Catalufr. weh-her noch in der Kd. III. nur der A. cervina L. p'denkt, \<m Kd. IV. ab die .\. cinerea Fab. als deren (f bezeichnet.

Soweit bis jetzt meine eignen Erfahrnnfren reichen, vermag' ich keiner dieser drei Anscbauunj^en beizutreten. Die dritte, nach welcher .V. cinerea Fab. das d* und A. cervina Fab. (Und nach Fabricius .Annahme auch L.) das *? einer und derselben .\rt sein soll. widerle;^'t sich dadurch, dass von A. einen-a Fab. mir beide (Jeschlechter bekannt j»ind. Der ersten widerspricht der Man^'el scharf trennender .Artnnt<*rsehie<1e, und der zweiten der l'mstand, dass alle mir bis jetzt vorgekommenen StIIcke der A. cervina in l'e- bereinstimmuni: mit (;\llenh:ils neobacbluupi-n den breitern. pedrJin^'cnern Körperbau zelfren, in welchem (Jyllenhal. und pcwi«H nicht mit rnrccht. ein charakteristisches Merkmal des 9 zu erkennen >:laubtc. Sollte deghalb, was keincswe^'s nnni<"»plieh. auch noch das (^ des Käfers mit n'ithlichen Decksehildern autl'cfundon werden, sm würde ich der .\n sieht beitreten, dass beide Formen nur Varietäten einer und derselben .\rt seien: bis dahin »her iH-traclite ich die in beiden (Jcschicehtcrn \nrhandcncn .\ cinerea Fab. als die normale Form des Käfer»«, ni welcher die A. cervitm Mnn. Fab. eine dnreh die fnchsn'U bliche Färbnnir der FlO^-

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decken und auggedehntern röthlichen Färbung des Hinter- leibes abweichende Nebenform des 9 bildet. Welche Benennung nun für die Art zur Anwendung zu bringen sei, mögen gewichtigere Auctoritäten entscheiden.

Der Unterschied beider Geschlechter zeigt sich zu- nächst in deren Körpergrösse, indem das cT ^^ der Regel um den 4. Theil länger ist, als das 9 (die Deckschilde des erstem so lang als der ganze Körper des letztern); dabei ist das c? noch etwas schmaler und dadurch dem ganzen Habitus nach schlanker, mehr Elateren- förmig, mehr gleich- breit, und vom letzten Drittel der Länge ab allmälig im gestreckten Bogen sich verschmälernd, während das bei kürzerem Körper breitere, hinterwärts etwas bauchig erwei- terte 9 sich erst vom letzten Viertel ab kurz und breit zu- rundet. Im Einzelnen sind die Taster und Fühler des Ic/ kräftiger als bei dem 9, was namentlich bei dem (vorn leicht verbreiterten) Endgliede der ersteren und dem Wur- zelgliede der letzteren bemerkbar wird; das dritte, bei dem 9 nur leicht nach oben gekrümmte Ftihlerglied ist bei dem cf am untern Drittel deutlich auf der Hinterseite einge- schnürt und dadurch gewissermassen unter einem sehr stum- pfen Winkel gebrochen; die Flügeldecken des cf sind stär- ker gerippt, weit über den Hinterleib hinaus verlängert, die Beine merklich länger und schlanker, der letzte Bauchring zu beiden Seiten stark ausgeschweift und dadurch die Mitte als ein stumpfer Lappen vorgezogen, bei dem 9 fast halb- kreisförmig, mit kaum angedeuteter Schwingung zugeruu- det; auch die Dornen an den Schienenenden des 9 kleiner, bei den Hinterschienen fast unscheinbar,

Uebrigens scheinen die beiden Formen des 9 theil- weise lokal zu sein. So habe ich sie im Harze unterein- ander und in ziemlich gleicher Anzahl angetroffen, während mir hier in Westphalen bisher nur die röthliche Form des 9 (= A. cervina Fab.) vorgekommen ist. Eben so schei- nen die cf im Allgemeinen seltener zu sein als die 9.

Literatur.

Vom Professor H. Frey in Zürich.

The natural history of the Tineina. Volume I, con- taining Nepticula Part 1.; Cemiostoma Part I. by H. T.

et

Staiutun asbisted by Professor Zellcr and J. W. Üouglaa. Londou, Paris, Berlin 1855. Die Naturgeschichte der Tineen. Erster liaiid enthaltend Nej)ticula. Hrster Theil. CemioHtuuia. Krster Tluil von li. T. Stainton unter Mit- wirkun-: der Hcrnn l'rolVssor /i-lltT und J. \V. Douglas. London. Paris, Hi-rlin (hier bri K. S. Mittler A. Sohnj.

Volume II , coiitainiiii: LithoeoUetis Part 1. 1857. Zweiter Band enthaltend Lithoeolktis erster I'heil.

Uusre Zeit, weU-hi- die materiellen (iUtcr des Lebens mit so {,'rosseni. nachhalti^'cm Krt'olge pflejrt. hat sich auf der anderen Seite der Cultur wissenselialllichen Besitzes mit dem j^rüssten, j,'l:in/enil.stcn Krfol^'i; hinj^egeben. Nicht allein jene Zweige der Naturwissenschaften, welche einen sogenannten practischeu Nutzen gewähren, wie z. B. Physik und Chemie, auch diejenigen, welche dem industrielleu Le- ben ferne liegen und ihre Bedeutung in sich tragen, sind in dem grüssten nachhaltigsten Aufschwünge begriffen, so dass zwischen dem Wissen der Jahre is:i(( und IHös eine unendliche Kluft liegt, grösser als sonst ein Jahrhundert sie brachte.

Unter diesen Zweigen der Naturwissenschaften steht die Entomologie gewiss nicht in letzter Linie. Das beweisen die Journale, welche wir in Deutschland, England und Frank reich fllr die Insectcnkunde besitzen, und die zahlreiehen monographischen Arbeit>n der Neuzeit.

Die .Mikrolepidopteren und unter diesen namentlich die Tineen sind in den letzten Jahren Lieblingsobjecte des Sammcls und Studiums geworden; gewiss mit Hecht, da hier Jeder, welcher eine kur/.e Zeit aufmerksam beobachtet, zum Entdecker und Kürderer der Insektenkunde werden muss.

l'nter den .Mikrnle|)i(loptt'r<>l(igen der dcgenwart steht wie bei uns Zeller, in England der Autor, dessen Namen die oben angeflihrten Schriften tragen, voran. Seine mannich- fachen trefTlichen Arbeiten, wie (lie Insccta britannica, Le- pidoptcra, Tineina , Lonilon \>^')\, das seit einigen Jahren erscheinen<le ,,Annual' und der von ihm begrllndete .,Iutel- ligencer", liefern dafllr den voHgiiltigstcn Beweis. Der Im- stand, dass diese .\rbciten in englischer S|)r.iclie gcst hrie- ben, mag manchen deutschen Entomologen verhindert haben, von diesen Werken die schuldige Kenntniss zu nehmen.

Das neue literarische rnternchmcn, welches wir hier be- sprechen, ist bestimmt, keinem Entomologen „ein versiegeltet Buch" zu bleiben. Der in vier Sj)rachen zugleich gelieferte Text «engli.sch. deutsch, französisch undlateini wird vielmehr einen Jeden in den Stand setzen, die Arbeit zu lesen und zu stadireu. lu der That steht dan Werk einzig da, indem ei

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nicht allein die Systematik dieser kleinen Insekten, sondern ihre ganze Naturgeschichte behandelt und so dem staunen- den Auge eine noch vor wenigen Jahren unbekannte Welt in ihrer zierlichen interessanten Schönheit enthüllt.

Aber noch in einer anderen Weise ist Stainton's Buch vor allen anderen ausgezeichnet. Es ist auf den Gemein- sinn der Mikrolepidopterologen Europa's gegründet und be- stimmt, unter der Mithülfe von Zeller und Douglas Beiträge aus allen Ländern zu bringen und zu verarbeiten. Und in der That hat der treffliche Verfasser vor Jahren nicht um- sonst an diesen Gemeinsinn appellirt, da schon jetzt die geachtetsten Forscher auf diesem Gebiete ihm fördernd zur Seite stehen, so dass manche Tineenraupe in kleiner Büchse die Reise über den Canal antreten musste und gewiss die Theilnahme immer höher ausfallen wird.

Der erste Band, im Jahre 1855 erschienen, behandelt neben einigen Arten des Geschlechts Cemiostoma die Na- turgeschichte von 21 Species des Genus Nepticula und liefert in meist vortrefflich gezeichneten und vergiösserten Zeichnungen Falter, Raupe, Puppe und Mine, so dass ein Blick auf die betreffenden Abbildungen oft besser als eine lange Beschreibung die Art erkennen lässt.

Der Tod des Zeichners, Herrn Wiug, während der Herstellung des ersten Bandes führte eine etwas längere Pause herbei, so dass der zweite Theil, welcher im Jahre 1856 hätte kommen sollen, erst im Herbste 1857 die Presse verlassen konnte. Er beschäftigt sich mit der Naturge- schichte des reizenden Genus Lithocolletis. Wir erhalten hier in noch viel schönerer bildlicher Darstellung fnament- lich sind beinahe alle Raupen ganz ausgezeichnet) 24 zum Theil sehr nahe verwandte Arten und können uns in einem sehr gut und gründlich geschriebenen Texte über sie ge- nügend belehren, wie wir auch die Unterschiede gegenüber nahe verwandten Species genügend hervorgehoben finden. Ein vortrefflich geschriebener allgemeiner Theil entwickelt Bau, Lebensweise, geographische Verbreitung des Genus und führt die zur Stunde bekannten zahlreichen Arten auf Ein dritter Band , dessen Erscheinen binnen Jahresfrist sicher zu erwarten steht, macht eine siegreiche Entdeckungs- reise in das Gebiet der noch so wenig bekannten, grasmi- nirenden Elachisten, ein vierter soll eine Anzahl der Co- leophoren erörtern und ein fünfter entweder Depressarien bringen oder einen neuen Schub der Nepticulen und des Genus Bucculatrix (was wir vorziehen würden).

Sind auf diesem Wege auch nicht alle Arten eines Genus zu erwarten, so werden die sicher und genau vorge-

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tltlirten für alle Zeit einen Kern hiklen, au welchen die Ubri^'en «ich Iciilit anlehnen werden. I)as8 die (JptVr, wclehe unser Virlassor in Ite^'eisturter Thäti{,'kcit fllr die F.ntnmolo^M'e hierl)ei hrinj^t, solir bedeutend sind, bedarf wold keiner Erwähnuni:. Sull da.s Werk nicht das fleschiek 80 manches andrrn /. It. des Fischer von Hoesh'r>taniiii'sehen finden, s«» wäre drinu'end /u wlinschen, dass in Deutschhmd der saniinehide Theil der .Mikrnh|»(|(.pterohj^aMi ähnlich dem wissenschaftlich arbeitenden in recht au«>^'edehntcr Weise bcthiltifren niü/;en, dass er (\&n liuch nicht aliein lese, son- dern auch kaufe, um s<» dem Verfasser die \ erdiente Aner- kennung: /u zollt n und ilim in seinem kostbaren l'ntemeh- men iiilltVeich unter die Arme zu f;reifen. Dann werden wir nach •> 10 Jahren flir die Tineen ein literarisches Material besitzen, so schon und zweckmässig {:earbeitct, wie es kein anderer Theil der Schmetterlingskunde aufzu- weisen hat. Dann ist der Verfasser vielleicht auch im Stande, was so h»"»chst wllnschenswerth, jährlich mehr als einen P.and erscheineu zu lassen. Jeder, welcher weiss, wie unendlich gerini: der Al)satz entomolo^MScher Kupfer- werke ist und welche Erfahrungen z. H. Herrich-Schäffer mit seiner klassischen Arbeit ^'iniacht hat. wird den Wunsch des Referenten gewiss unterstützen. F'nglischc Werke sind tUr unsere continentalen Verhältnisse in der Kegel sehr kostbar. Die .,Naturgeschi<hte der Tineen" macht davon eine hr»chst rühmliche Ausnahme. Die beiden Hände kosten zusammen etwas über 8 Thaler. kommen also billiger zu stehen, als sie ein deutscher Buchhändler liefern könnte. Eine unbedeutende jährliche Ausgabe wird so den Mikro- lepidopterologen in den Stand setzen, sieh allmälig ein un schätzbares literarisehes Material zu erwerben.

Brief von Prof. Dr. Seh ü um an die Kedartion der Knt<>nio|. Zeitung.

Flir «len Fall, dass der Ke«!' r Fulouiolo^'. Zei

tuu^' daran gelegen ist. da.«-« li >. die mittelst der

Zeitung vtr breitet worden sind, in derselben berichtigt wer- den, Übersende ich tolgeude Notiz zur Aufnahme. ,.i,uii>

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Eingesandt.

Im Widerspruche mit den von H. W. Scriba über Carabus violaceus und purpurascens in der Ento- molog. Ztg. 1857 S. 378 publicirten Beobachtungen sagt D e- jean Spec. gen. IL S. 126 über das Vorkommen des C. purpurascens „On le trouve dans les b o i s, dans les champs et courant dans les chemins dans presque toute la France".

Ueber die Sculpturverschiedenheit des C. violaceus und purpurascens sagt Erichson Jahresber. s. 1842 S. 19. „Am Harze bilden beide eine Mittelart, C. exaspe- ratus Duftschm., von welcher icli in der hiesigen Samm- lung vom Harze eine Reihe vor mir habe, deren Endglieder das eine von violaceus, das andere von purpurascens nicht zu unterscheiden sind. Es giebt noch einige andere For- men des violaceus, welche als eigne Arten im Umlauf sind ; auch bei andern Arten sind örtliche Abänderungen, haupt- sächlich von Insectenhändlern, als Arten verbreitet worden, welche Dejean auch gegen seine Ueberzeugung als solche zu beschreiben die Bescheidenheit gehabt hat".

Berlin, den 12. Nov. 1857. Schaum.

Nachschrift der Redaction. Herr Professor Dr. Schaum wird schwerlich im Stande sein, irgend einen po- sitiven Fall anzuführen, in welchem die Redaction sich ge- weigert hätte, in die Zeitung eine wirkliche oder angeb- liche Berichtigung eines durch sie verbreiteten Irrthums aufzunehmen. Die conditionale Fassung des Introitus zum vorstehenden „Eingesandt" war folglich gelinde gesagt ziem- lich unmotivirt. Nebenher enthält der darin gebrauchte Ausdruck „Irrthümer" ein ungerechtfertigtes Dementi der von Herrn Pastor Scriba nicht als allgemeine Regel sondern als seine an verschiedenen Localitäten gemachte Wahr- nehmung mitgetheilten individuellen Beobachtung. Diese wird offenbar weder durch das Citat aus Dejean noch durch die Bemerkung Erichson's über Carabus exasperatus als irrig nachgewiesen. Es wird dem Scharfsinn des Herrn Prof. Schaum nicht entgangen sein, dass gelegentliche Aeusserun- gen verstorbener Coryphäen über Streitfragen, welche, da- mals kaum angeregt, erst jetzt in das Stadium genauer Formulirung getreten sind, keine Vota decretoria abge-

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bell, Suust wünle pM;ui«' l>rjaan ficgtü tlit« in l>a|re sto- lufiid» ( 'ontractioo protüstireo. der ('. violuceiih und ('. pnr- purasrciis in /wi-i viTscliicdcuc SiMtiom-n stellt, im Allff^ uieincn lasst sii'li mit Kiiu niid lifclit vnii der Hcs<diL'idcii bcit Jodes jriiliild«'tcu Kiii^^uu»lox<'ii «rvsartfii. daHs. wenn er eine Theorie al» uiu anlMlellt. wrli-lie mit «leii hislieri^^eo Ausit hteu viehiiliii: collidirt. rr den Karli;n'iio8Sün Zeit lÜMt, die Xellerilili.' ilielit Hut(irt <i> rrrba tuaifiAtri t'Ur en'V'ie- *ien zu aehleu. sondmi er«t nach reilliehtT PrUtnii^' und Au hören jrleiehstrt In uder iuhI siimmlM-iechtiiittT (V)Jlejreu sieh eine sellisiiindim Meinung» Über die Streiltrafce zn l'il deu. Dass uueh iiaidi niehrlachen nnd s(diarri-n Prütiui«. n irrthUnier und Mrinunj^Hilntleriinitn niilg:lieh niiid. wird iierr Prot". Scliauiu irewiss niiht bentreiten. wiuiu anders Htrr Ja<qnelin iJuval K«cht hat. weleher iu deu Annalcs de Frauee \HiKt pajr. •).").? die Hehauptun^ auJstt llt. Herr l'rul". Schaum hahe liiier heuddtiiuin nehuhiHum nieht weuig;ei aU droiiiial seine Meinnuir geändert.

Entomologischc Notizen aus Kurlaud.

Vuui Pn-t.)) H. Mawall.

K<irtift/uii|{ de» Artikeln Jalirg. 1866 \>Aft. '2W.

,*,i» . I , , . . . . , , , ,1

30. Ani pedii ft e )ibi )»fi i u ui Fb. wurde am .'3 .Mai i i.Juuij l'^JO von mir iu meiueni Garten uU >|onHtr«»>il.it ^etan^reii. \ oii dir \\ urzel des «icehstetti ' rlitide» d< r r< ehlcu Aldi uih* ^eht nach Innen eine Fühler'! abzwci^nn^ an«, die aiin: Hfdhs (Gliedern besteht, VdO denen daü letzte ;rekrUD)int 7.u;re»|iit:<l int und iiaeh Inura einen starkuii Zahn hat. Im 1 ehiixen ist der Kiif< r rctfelnci«^ _' :.-ebil«leL \ach ANniUü i M«>ii loriim. « <

luentationeui |i:itiitd<i;riri> < i. -A i>r. li

Ahuuk. Adjeetiu' nnnt taltuiin- !<• iiöio^i f«;iLM<' etl)<>i l&35i iab duintiiMdi ein .\l<ii)i>tr(iiu )iej- e\eehMim iil. parte.«« Mupernuinerariae antennaruni, der li«i AthoUH hirtUh <pa^'. •i't) anp-tlihrten MonRtro.sitiit iihniirh. (üe von lihHAi iu den Alpen d«r L«>mhardei i. J. l^^l iuuden ward..

M. (*auipylu8 höre ah «t l'k Mcbeiut iu DeutHühlaial nieJil vorzuköminei ;en>4 hat

dm Zcbe iu »eincitt VerzeichniMt uidii .i...i^v . urL Mir.

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flog einer vor einigen Jahren vor meinem Hause im April geradezu in die Hand Seitdem habe ieh aber keinen zweiten gesehen,

32. Pachyta i nterrogationis L. ist bei Petersburg gefangen und einmal auch von mir in Kurland bei Pussenanken eine Varietät; seheint mehr dem Nordosten von Europa anzugehören und, wenn sie westlich vorkommt, Gebirgsgegenden zu lieben.

3o. Aphodius bipunctatus Fb. ist in manchen Jahren hier nicht selten; ich habe ihn aber dann nur in der Zeit vom 1. bis 20. Mai (a. St.) gefunden. Er dürfte gleichfalls mehr dem Osten von Europa ange- hören und kommt südlich auch bis Kiew vor.

34. Oplocephala haemorrhoidalis Fb. Diesen Käfer, nebst Maden desselben, fand ich am 5. [17. | September in schwarzgewordenem modrigem Eichenschwamm in mehreren Exemplaren, beiderlei Geschlechts, etwa drei Meilen von meinem ^^'ohnol■te entfernt.

ob. Ditylus laevis Fb. tindet sich ab und zu in Kurland; ebenso Lepturavariieornis Dalm. Dendropbagus ereuatus Pk. (unter der Rinde von Pinus abies L.), und (hlaenius 4 sulcatus.

36. Dermestes domcsticus Gebier (Insectornm spe-

eies etc. aut. «{crmar Vol. 1. 1824 p. 83 1, den ich nicht in Zebes ^ erzeichnisse. auch nicht iu dem Europ. KäferkataK)g (v. 184*») linde, kommt gleichwohl iu Kurland vor. Ich erhielt ihn aus dem Pastorate Kabilleu, wo er in den Mauerfugen der KUche, woselbst auch Bhitta germanica hauset, sich autliält und entwickelt. Dei* Käfer ist i'" lang. Die Larve, von gleicher Länge, ist dunkel- braun, mit langen rothbraiinen Haaren besetzt und hat oben am letzten Abdominalsegnn^nt zwei Dornen. Ihre Breite beträgt 1'". Der grosse, eben so breite Kopf ist runzlieh punktirt. Gebier fand den Käfer bei Baroaul iu Sibirien.

37. Ol er US formicarius L. Ihn sah ich oft, wie er im April begierig den ßostrichiden nachstellte und sie verzehrte.

38. G a 1 e r u c a v i b u r n i Pk. Der Käfer, gegen Ende des August und zu Anfange Sep-

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teinbers sich begattend, lept ^epjen die Mitte des Scptem- bern seine Kierhftut'cli»*n an die Kndeu der jungen Triebe vuu Vibiiruuni Opulus L. ab, su wie Katzebur^ nach Harti^ (Foratl. Cunvers. Lex. p. SX)^ beschrieb iu Forstinsccteu 1 B<1. Xaebtra^ p. .Y». Zwini-heu den AbsÄt/en der Hliitter- koospeu l'and leb binwfjbMi d<-r Liüiire naeb hinter einander je l.'i suloher ein;:extnk!er und mit d«Mi aiis;,'ena^t«'n wei eben Hol/ und MarktheiU-hen bedeckter Häut'elieu. jedes aus 5 bin H Kiern bestehend. lui Anfange den Juni, wo aueb die jiuijfen KalVruiaden den Eiern entsrhIUptteu. erzog ieh aus dienen Ki»'ru als* Srhniarotzj'r d»'rselbcn einen klei neu }'tiri>niabi>. Diener ist <«h\viir/lieh ; Tibien. Tarsen uud lia»is des lliiitf ib*ib«'s bräunlich ::clb. Fllhlcr ziemlich lang uimI dick Das riiiercheu ist '-, bis -j'" lang. Ich ujüchte es l'terüinalus (nittuuus nennen, wenn es nicht be- reits beschrieben ist Ich fand es zuerst im J. 1MÖ2. uud gab eine kurze Naehrieiit darüber in dem ' '»»rrespondenz blatte des naturlorscheinltn Xi-reins /u Riga im 7. Jahr gang (18ö.'ir>4) pag. »jü.

.39. (inoriniuR variabilis I.,. fand ich in Begattung den 'Jl. Juni (9 Julij 1^52 um 3 L'hi Nachmittags an einem alten umgestürzten Eichenstamm.

40. TelepboruB fuscus L. Ich sah einen solchen am 4. Juni einen andern seiner Art Iressen.

41. <'ry pt US ru tu I us L. Ein PKreheu sah ich den 11. (2^^.{ Juli 1HÖ2 in lA Secundeu langer Copula. Lissonota s.gmentati»r Fb. habe ich trleicb- falls aut' pMpulus niirra in Hcgattung t:c^eheu.

•t2. Banchns falcator Fb. T log ich mehrfach aus den T Linien langen schwarzen Pup- pen von .\gnifi«j segetnm. Tr.. der» n liaupe sich zu Ende des April vorpuppt.

43. Timpla instigator cf Fb. ,\m '21. Juli ting i«h ein ungew^bnlicji grosses Exemplar. Es war lu" lang, während (Iravenhorst ftlr das </ höch- stens 7. und fllr das 5^ h'lchMtens 9' angiebt

44. Exochus coronatas «irv. tindet sich mit E\. erythron^»tns <ir. der wohl nur eine Varietät desselb.-n isti /u End«- de« Jidi und /u Anfange

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des Aug'ust in Menge auf Populus uig'ra L. flatternd, wo die Madeii von Cladins viminalis Fall, an den Blättern fressen, höchst wahrscheinlich um diese anzustechen. innvil 110/

4Ö, Khyssa curvipes 9 Grv. sticht die alten Eliernstöcke hantig- in der zweiten Hälfte des Juni, dann auch im August an. Diese Schlupfwespe variirt. Ein Männchen ting ich. das keine Areola hatte. In der Nähe derselben hält sich auch Odontonierus deuti- pes Grv. gern auf.

4li. A n 0 ni a 1 u n hi g u 1 1 a t u ni (Tr^'. Am .'). [IT.J Juni 1S5T erhielt ich aus einem Kiefernwaide unter Moos g-esammelte Puppen, etwa oO, v<»n Fidonia pi- niaria, aus denen bald mehrere Falter c/ und 9 , hen^or- kamen. Am 24. Juni [n. Juli] erschien aus ihnen ein Cryptus cT in einer neuen Species, wenigstens ist er weder in Gravenhorst's noch in Katzeburg-'s Werk zu linden. Nach sechs Tagen erschien das wahrscheinlich zu demselben ge- hörige $; endlich vom IX. [3u.] Juli bis 27. Juli [X. AugustJ kamen nach einander vier weibliche Exemplare von Auo- malou big'uttatum hervor. Wahrscheinlich ist es eine Irrung, dass^ nach liatzeburg, diese .Sehlupfwespe aus Borabyx pini gezogen worden.

47. All an t US nigcrrimus Kl. Die Afterraupe richtet bisweilen an den Eschenblättern auch hier grosse Verheerungen au. Die Wes])e umschwärmt in der ersten Hälfte des Mai die Bäume, um die Eier al»zu- setzen. Am 14. |2G.] Juni fand ich nur noch wenige dieser Afterraupen; die Tt^brigen waren bereits zur Verwandlung in die Erde gegangen. Ich fand die Kaiipe 9"' laug, grlju, auf dem Kiieken weisslich durchscheinend mit dunkelgrün durchschcinendenj Mittelstiii-li. Kopf ziemlich klein; matt- grüne Augen. xMandibeln au der Eudhälfte. hrAun.

4S. Tenthredo viridis L.' _; ...

ist sehr gefrässig. selbst der eigenen Gattung gegenüber. Ich sah den 1. *( 12.| .luni; J8r)7 wie ein solcher einem le- benden wciblielien Teuthredo scc.;laris, den er auf einem Lindeublatte unter sich vorn getasst hielt, die Brusl ans- frass und dann den Kopf verzehrte.

49. r e n th r ed 0 ruh ec vil a :?: E v er s m. (Bullet, de Mos-

cou T. XX- 1«47.) U'jc

habe ich auch aus der Gegend des Schwefelbades :^j^i

Kenmiern in Ijvland. an der riron/.r von Kurland, er halten.

.)(). ("iiiiIm'.x. Hatzohnr^' iiinmit in sciuer DarsttMlunp vim C'imbcx Hnm hnliltii (Entoni. /»-it. Stettin 1X44 p. 14s tX. und Forstinsec fen H Tli. p. l.Vi) k<iiu- N'utiz vn ("liri>t ( Natur^vscliichtc. ("lassiticatinn und Xuminrlatur dor Insoctrii. I'iankf. n. M. ITJU— '.Ml. Dii.'scr hex hrciltt dir AfUMraupi* viui Tcntlirrdo Intoa. bildet nie ah auf Tah.4>', und «a^rt dabei : „Die Larve erreieht «ine Lan^'c vuii 1 ' ^ >^oll und hält sich vornelimlich auf Erlen und öfters an eh auf Birken auf. Auf dem Kitckfu lauten zwei Hrhönc lnll;:elb»' Linien l»is flureli den \;ulisfhieber. Au^^ser den ;:cuölinli(iien neun I.uttlöchern an jeder Seite strliet n"cli über denselben jedesniBl eine Ik'eihc V(»n \'J seliwarzen J'nnklen." Die bezeichneten l'nnkte sind in der .\bbildunf: etwa s<» ;:r«»s.«, wie dieStipmen- tle«ko. - Nun faiul ieh auch am .»1. Juli | I I. .Vn^ruKt'i IX-VS auf einem /aiine nnt»rhalb z\\«ier Kirken . von deren niäftern sie sieh .»ifenltar nährte, da sie aueh :in einem ihr :reL'ebenen l'.latt. Irass. »ine ähi\lielie .\lferranpe. die zu einer Abart \mii Cimhex ^;lrial»ilis ;ielM»ren nia;:. Zu Cimhex Huniliiddtii kann sie niehf ;;ehören. weil sie nieht auf Krlen irefiinden worden »ind aueh auf solchen nicht ge- lebt hatte, da keine l.jinme der .\rl in der Nähe waren, nml weil aueh die /iciehnun:: nieht mit <ler liltereinstimmt. welehe l\«»sel a:iebt. der von IJat/eburür hier eitirt wird. ^leine lianpe war 1" >< " lan;r. in der Form der nou C variabilis ähnlieh, hatte nnhts von crliner oder ^'rllnlieher Fürbun;:. sondern war weisslich, bald mehr ins IMaue. bald mehr ins (tcldiehe überziehend (vielleicht weil sie dem KinHpinnen nahe war . Di«* «chwar/.e Hllckenlinie Ither '," breit, und beiderHi'ils pelblieh eiiiirefartst. Die '.' ."^ti^rmen an jeder Seite länjrlieli. luT/lormip. schwarz, klein: (Iber diesen und /wischen dem llllekcnstrcil dreizehn schwarze Flecke jeder^eitH. die wohl «ine Linie bn'it nnd oben «o ho.h war«'« und jeder einen achtl'a<h ;:r«ii!n<eren Kaum ein nahmen, als einer der >ti}rmentlecke Am /.wiiten und dritten Kinire ichlten die .Misrnienflecke und der crHte der proHseren Flecke t"*o wie der letzte, etwa* kleiner al» die ithripni nach dem K.ipfi m. stand etwas hrther aU die 'IbriKen in einer iJeihe «tehenib-n. Kopf weiss, die Augen -r'iwanr.. Die Kaupe kam bei mir leider nieht znr Ent wi< kelnnjT.

>1. 0;yssus coro natu»» F'h. 'vcnpertilio « Fl'. Va bohrten am .{. Ilö.l Mai K>4 zwei Weibchen an eio^m

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alteu trockenen Kiefern-Zaunpfosten: eine mit zwei Unter- brechungen von etwa je drei Minuten, und einer dritten von 20 Minuten, J-V* Stunden lang, die andere, mit zwei kurzen Unterbrechungen, 54 Minuten lang, und fing auch au einer dritten Stelle wieder an zu bohren ; ich konnte aber das Ende nicht mehr abwarten. Die Be- wegungen waren lebhaft und rasch, so dass der Bohrer dreimal in der Secunde niederfuhr. Die "Wespen sassen in dem senkrechten Pfosten mit den Köpfen nach unten, beim Sonnenschein, es war zwischen 2 und 4 Uhr Nachmit- tags. Der Bohrer, aus dem zweiten Drittheil des Hinter- leibes hervortretend, senkte sich nach hinten etwas schräger Richtung ein. Die Thierchen waren so emsig bei ihrer Arbeit, dass ich sie mit einer Lupe dabei beobachten konnte, ohne dass sie sich stören Hessen. Das Ende des Hinterleibes war an den Pfosten angestemmt , und die Ftthler ruhten mit den Enden an demselben. Bohrer rothbraun, von derselben Länge des Leibes.

52. He lorus ater Ltr. wurde von mir während des Juli 1852 auf Vicia Faba L. gefunden, worin Aphis viciae Kaltb. Colonien waren, deren süssem Safte er wohl nachging.

53. <Torytes campestris L. sah ich Ende Juli über eine Stubenfliege herfallen und sie verzehren.

54. Tort rix. In den grünen Schoten der Gartenerbsen an deren Früchten zehrte i. J, 1855 und machte fast die Hälfte der Schoten wurmstichig, eine Tortrix-Eaupe, deren Falter zu erziehen mir nicht gelang. Vielleicht weiss sonst Jemand über sie Xachricht zu geben.

Die Raupe. 4" lang, ' Z" dick, ist gelblich Aveiss. hat 8 Fusspaare. auf jedem Ringe querüber 6 mattbräunliche Punkte , und hinter den mittleren derselben noch zwei, weiter auseinander stehende. Oberseite des ersten Ringen blassbrännlich. aucli wohl braun, mit hellem Mittelstrich und Flärchen an jedem der Punkte, welche die äussersten an der Seite jedes Ringes sind. Unten querüber B sehr kleine braune Punkte auf jedem Ringel. Der 2te und 3te Ring haben jeder auch 6 Punkte, aber die beiden hinter den- selben stehen nicht hinter den mittleren, sondern hinter den seitlichsten. Aftersegment behaart, mit bräunlichem Fleck. Das erste Segment hat überdies zwei Querstrich-

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lein zu jeder Seite nnlcr der Binde. Kopf p:clbhrRnn, dunkler pe«.Hnnit. oder panz hrÄiin. Die Aupen bilden /.wigehcn sirli vorn ein pIciehHehcnkli^eg Dreieck, dessen Bafiip unten ist.

.")ö. D re pa n opt p ry X p halsen o ide 8 L. loh fand dit^s* Thierchen den -\. Mai 1>*.'».S ^epen Abend in einom ^<•^ Bhtfläusrn /iHaninienfrerolltrn Blatto de« Fanl baums I Prunus I'adus \..\ an den sliHsen Kxrretcn der Blatt- länKC .'raupend. Der Hint«*rleib ra^te w\f ein vertrocknete* 2n8ammen^en»Ilt»'> braune« Blaltstih k horv<»r.

rWV V. ni p i s F.ine Knipic Speeieg zehrte zu Ende de*. Novembers mit Wohl gefallen an rsocus quadrigutfatus.

ö7. Dipteren Maden. Dir Mittheilung im Archiv flir Naturpeschichte von Wirp- raann. Frichgon etc. XIX p. 2>>l' tlber Fliepenlarven, die an den Aupen zweier Knalien gefunden ^\ erden, erinnert mich an ein«'n Fall, der vor eiuicn .lahren in dem Privatgutr n<^'ndan^en i nördliche .spii/e \uu Kurland' vorkaut, wo bei '»incm \ bis .'>iährigen Knaben ein I'aar Maden, die eine von drm linken ."^chullerblattc nach dem Kopfe in unter der Haut sich finen (lang gemacht und hinter dem Ohre (»ber- halb ein Lager gebildet, die andere von der RllckonReite desselben Kinde«, auch den Hinterkopf hinan eben so ihren \\>g grn(inmi<n hatte Dir eine war von dem Vater det» KindcM, als er >ie bemerkt, ausgedriiekt und beseitigt wor- den, die /weite, etwas .-päter wahrgenommen, wurde zn dem dorfigen Arzte, Hrn. Dr. Baar gebracht, der aUbald auch prr\önlich den Knaben untersU'hte und die Spuren der rünge. «40 wie die letzte Lagerstellp erkannte ans der man die Made L'cnommen. und webhe die Grösse derKclben hatte Hr. Dr. Baar •.chiekte ntir die Xjade in .Spiritus zu. mit dem Wunnehe, ich ni^^'e Hber dieselbe nähere .Xuskunft geben, wo «8 sich dann zwar leii-ht herausstellte , da»» die etwa ^ Linien lange und 1 Linie breite Made einem Zweiflüfler angehf^rte ; doeh ;;elHng mir nicht, sie jrenauer bcfttimraen zu können, weshalb ieh sie ||rn Prot. \. >ifbold nach MUn ■'h« n s'hi'ktc, in r Hoffpunj;. dur\ h ihn das ( orpu« delicti aaf *»'ine Hingehörigkeii l'estgestellf nx sehen : ieh habe aber kein*» .Antwort erwartet und weiss nicht . ob von ihm diet Ft' 'um irpend wo zur Sprache gebracht int.

.S>^. F'ilarien. Zwar nicht m die Geschichte der Invecteo. aber doch m die

i72

der Fädenwürmer , die hier mehrfach besprochen sind, ge- hörig-, mö^f! die Notiz hier stehen, dass im November 1853 mir eine trockene Samenkapsel des gewöhnlichen Mohns ge- bracht wurde, in welcher ein Jiiliis vertrocknet lag, neben welchem, gleichfalls bereits vertrocknet, zwei Filarien sich befanden, die offenbai' in dem Julus gelebt, und , diiesen ye^-- lassen hatten. /' ^' ' '^ ' '^"^- ' .J- '»^'^ ^'•■

Nachtrag zur Fortpflanziiugs-Geschichte der Blattläuse.

Ich habe es übersehen, dass Ratzeburg schon im 5. Jahrgang dieser Zeitschrift, l^- t2, seine Reobachtnng mit- -getheilt hat, dass dieselben Blattläuse, die im October le- bendige Junge zur Welt brachten, im November Eier leg- ten. Meine gleiche Beobachtung (18, Jahrg. ]). 83.) lindot "hierin eine Bestätigung.

C. von He V den.

Chaudoir: Briefliche Mittheilung.

Nachstehender Brief des Herrn Baron von Chaudoir wird auf sein Ersuchen hierdurch veröffentlicht:

Kuzinin, den 15. September 185'7.

Hochgeehrtester Herr Träsident!

.Sie waren so gütig, mir Dr. Schaums Erwiderung auf, meine in .der Entomol. Zeitung für 1857 S.. 75 82 gedruckten Beiperkniigen mitzutheilen. Eine Polemik von meiner Seite wird sie nicht hervorrufen, denn diese endigen gewöhnlich durch l'ersönlichkeiten ; daher übergehe ich mit StillsCiiweigen, was etwa zu scharf in seinen Ausdrücken. oder sonst streitig sein, mag, es dem Leser überlassend, beider Gründe zu erwägen und selbst ein rrtheil zu fällen. Das Gesagte will, ich nur, Schaum's Wunsche gemäss, .yprvollständigen.

'73

J. Wio CS Dr. Sriiauiii v«.n dcni oinen ihm von mir mitpftlu'ilfpn K,xtMH|»l;irv dir Ciiindeln <• a m prs t r is Nar. |Mii)Uca ri<'litij: iK-mcrkt. .h<' sind alle lilMJfrcii iumIi '»••i mir \nrliHii<U'iirii ui'\t ciin'uj ^psii^rten HintcrraiifU- «Um* l*'lti;c«'l(lrck('n vi rsolicii.

tl. I'u'i Tracli ypaoliys (v«m mir T ra <|i y p a cli u s mir «li's \\'olilklaii-«'s liallirr ^;rs«-liriohi'ii) sind tihiac . . . oalcarilms hinis l e r m i iial i Im s , tcrtio snpcriorr, nie bei Mctrius.

Ik'i Bracliy cao Ins reiolit-n die Kpimcron der Mittel hnxsX bis an die Mittelhlirteii ^'niiz wi«' bei Nebria. Diese liabrii jranz der L;in;rr narli ans;r(Tandote Nonb-rscbicnfn wie CaraluiH: bei lU aeby c ae I ii s ist dit Aiisramlun;: si'hriijr, wie bei HUthisa, aiieb sind die Sponu «•• an^'e- br.iebt wie bri diiscr, inul (\iH\\ sibc ieb keinen if^ntiffcn den (irunil, liriicbyeaf Ins von Nebria zu entlemen. mit d«ir er «mihI so vi<|c Atlinitiit darbiet4t. nm ibn in die Niilie von UletluHH zu >l(llen. mit der «r Inst nirlit-j jr^ iihin lial. hrsballi trsclicinl mir die von l>r. Srbanm an u'enomnuiu' liintlniiiui^ nirlit ^an/ natnrermass.

1.). Naeb wiiMltriinJicr trewiHsenbaltcr rntirsii» lump linde ieb die Vordertarucii nuin»s i treilicb einzigen; Indivi- diinnis de» <'Äral»n9 Adonis wie ieh sie besrbriibon habi-, dat* vierte «ilicd ist unten pan/ und pnr n»ehi sebwanimip. F> bleibt also nur zn erörtern, ob Mivin K\em|dar dir Ke;,'il oder nur ein«.- Ausnahme bildet

Mit an^^e/iiebnetrr lloclia<-lifiin;:

y.w . iti-. ctf.

Xaehstbri lt. \\ u- Hi-rr Dr. (rcrxtheker bereit* in (Wm \'J. Bande der Linn. Kniom. p. 1:^4 bmierkt. haben er lind irh bei einer p'iueinsehaltliehi'n I nt«»rsuchnn;: vnn mebr al« oiin'in Dntiretid tf des ('«r;«l>us Aflonis frprnndon. d««H «lir fra^'lube Hi idfidnn- der Soble det» vierten

\ ordcrtar-« nK'li' dcH . .: i/.li<h Irhit: wo nii« \oihnndcn

ihI, ern'irlit sie iiiemaU «in- \ olUtandickeif. wojrho d«« aiiÄJo^ce Olied eine« ('. intriratu»' n' /«mi:» ho« hstons zci^r ndi die Bllrnle auf der BnMalbiiltte.

74

Verzeichniss der im Fürstcnthumc Waldcck im geflügelten Zustande überwinternden Schmetterlinge.

Von Dr. \, Üipeyer.

Herr Prof. Zeller hat in eineüi iVtihem .Jahrgange die- ser Zeitung flS5o. S. 49 fg-g. u. S. ^2 fgg.i ein „Verzeich- niss der in den mittlem Odergegenden im geflügelten Zu- stande überwinternden Lepidopteren'^ mitgetheilt und den Wunsch ausgesprochen, sein Beispiel möchte Nachahmung finden und bald ähnliche Verzeichnisse aus verschiedenen Gegenden erscheinen. Soweit mir bekannt ist dies bis jetzt aber von keiner Seite her geschehen. Ich theile hier die Erfahrungen mit , welche ich in meiner Heiraath . in der Umgebung von Arolsen. Khoden und Wildungen, über das Ueberwintern der Schmetterlinge gemacht habe. Diese Ge- genden liegen unter fast gleicher gcogr. Rreite mit Glogau. wo Zeller beobachtete (zwischen .'>!" ö' und .M" .-»T n. B.). aber <i 7 Längengrade weiter gegen ^Vestcn (zwischen 'JG^' 30' und 2H" öO' ö. L. v. F.) und unterscheiden sich da- bei durch ihre geognostische Beschatt'cnheit, Oberflächenge- stalt und Meereshöhe beträchtlich von Niederschlesien und der Mark. Das 'rerrain ist dnrchgehends hügelig und ber- gig, grösstentheils der Formation des bunten Sandsteins, zum geringen Theil der des Muschelkalks und bei Wildun- gen der Thonschiefer- und Grauwackenformation angehörig. Die tiefsten Punkte, wo die Beobachtungen stattfanden, lie- gen bei <i(X)', die höchsten bei 12<H>' Meereshöhe, alle somit innerhalb der Höhengrenzeu der Hügelregion. Ich habe hier eine lan;:e Keihe von .laliren hindurch, unterstützt von meinen beiden l-rüderii und einigen Freunden, gesammelt und glaube nicht, dass mir viele als Falter überwinternde Arten unbekannt geblieben sind. Dies gilt indess nur in Betreft' der Makrolepidoptcren bis einschliesslich der Span- ner. Von den Kleinschmetterlingen wurden nur die Pyrali- den, Crambiden und Ptcrophoriden aufmerksamer beobachtet, ganz ungenügend dagegen die Tortricinen und Tineacecn. Meine Beobachtungen stimmen fast vollständig mit denen Zeller's überein. Mit Ausnahme eines Wicklers, mehrerer Motten und einer einzigen Noctua (Car. cubicularisi fand ich alle Arten Zeller's auch hier überwinternd und kann sein Verzeichniss nur durch 7 Arten (o Makrolepidop- tern und 2 Tortricinen i vervollständigen, welche Zeller ent- weder gar nicht auffuhrt oder nur mit Zweifeln an ihrer

75

}libernalion. sind dien: Van atalanta, C'ei. glahra, Xyl. pctritirata und (»riilata, TIum ^'anima, 'IVras ahiotann und tanllacfana. Diese prosso l ••hcroinBtiiiiiniinj: beweist, «las.« die Stoiperiirif,' der Winterkalte iiu ^«tli« lien Deutschland nitht nierklieh auf dir 1 Überwinterung' influirt oder aber durch die frrossrre Mc«r«-Hh/thp der (Ie>;cnden. wo ich bc- -»bHchtcte. anspc^'-liclicn wir«l. Sie beweist aber auch, dasn die Zahl der in \nrddeut-»chland llberwint» rndeii Kalter nicht "ehr heträchtliih ist und sehwcrlicli n<>ch einen erheb liehen ZuwH<hfi durch tortpset/te Beobachtungen ^u er warten hat, wenigstens in iletreff der gröHsern Fonnen \ on den Ta;:s<hine|ferlingen überwintert im Aollkoniniencn /uf>landc ausser der Mehr/.ahl der Vanessen nur (ron rhaniui , es liberwinieni ferner mehrere Noctuinen, beson ders HU8 den <lattur)gen Xylina und Cerastis. ein einziger Spanner, ein einziger Zünsler, v«m den Wiekhrn au>sehlies^ lieh die Arten der (Jaftun^^ Teras. von den Motten beson ders Arten «1er (iatiungen Dcjtressaria und l'lutella. endlieh ein paar I*tero|)horiden. Nieht ein Schwärmer od«r Spin ner cliese llezeiehnniigcn im weitesten Sinne l'( noniimn > über lebt als Schim tterlin;: den Winter Nitrddcntschlands. Zcl Irr beobachte überhaupt *u Uberwintcrn<le Arten, e»» sind demnach jetzt 72 mit Sicherheit bekannt. Wahrscheinlich ist die Zahl der überwinternden Makrolepidoptcren dur«-h unsere •:emeiuscbaftlichcii ricobaehlunu'en tilr Norddeuts<'h- land nahe/u erschöpft. Zeller liczweifelt sogar, das» di<> Zahl .\il«r '-'i Ubcr^tei;:en werde. Da indess fast alle Te ras- und Depreß^aria - Arten zu überwintern seheinen und unter d-Mi kleinen Tineaci'cn wohl noch manche der Heob- aehtung entgangen «ein worden, so nWiehte diege .\nnahme etwas niedrig und \ielleieht auf |iM» zu erlnihen «ein F> würde dann der .'.<Kte Theil der bekannten Schmetlerlin;:^ Deutschlands idie>e /n .H«ki Art« n ^u;:en<»iiiiMcn im gcfltt- gelten Zustan<le einen Wintcrschlal halt<n. wenn nicht in erwarten stünde, dags «.üd<leutsehe Keohaehtnngcn um» mn'h manehe Art kennen lehren wer<bn. die dort, aber nicht mehr bei uns den Winter zu ertragen vermag. Treitschke behauptet die I «berwintermig \*>u mehreren Arten, welche in Norddentshiand b( «.tmimt ni«ht überwintern, i. B. von Hib. pr"g''mmaria und delM|i»ria; \iellci<ht j:ilt die^ ftlr die <io;rcnd \on ^^'ien. aber Treifschk«- » Angaben nind nieht immer zuverlaHsi;;.

Ich führe nun die v(m mir hei'bachteten Artrn in ny »tematiseher Folge auf und schalte aaeh die von Zeller und bis jetzt nicht von mir überwintert pefundmen Arten an ihrer Stelle ein, aoi die l ebersicht de» bisher Bckaao-

76

ten vollsitändig- zu machen. Die Namen der von Zeller al

lein beobachteten Arten sind eingeklammert {..■), die von

mir allein beobachteten mit einem Sternchen * bezeichnet

Vanessa.

1. C. alb um,

2. Polychloro 8,

3. Urticae.

4. Antiopa.

6. Jo,

(>. *Atalanta und

7. Cardui kommen hier im Friihlinge siimmtlich in einem Zustande vor, der keinen Zweifel darüber trestattet, da8!i« sie schon im Herbst vorher lleissig: nmherg-eflogen sind. Ein ganz frisches Exemplar habe ich vor der Mirte des Juni von keiner dieser Arten bislier im Freien auflinden l<:önnen, so dass mir eine l'cberwinterung der Puppe für unsere (Jegendcn sehr zweifelhaft ist. -lo, Polychloros und l'rticae habe ich selbst im W inter angc troffen. Sie hatten sich in unbewohnte Zimmer und auf Köden cinquartirt. waren anfangs bewegungsh)S. wurden aber in der Hand oder im geheizten Zimmer l)ald munter und ilatterten um her. Cardui und Atalanta bemerkte ich im Freien nicht vor Anfang Mai (die iibrig(-n sclion im März und April), aber mit so zerfetzten Flügeln, dass sie fast noth wendig überwintert sein musstcj".

Gonopteryx CRhodocera;.

>^. Rhamni. Ich habe frlther an der Leberwinternng dieser Art gezweifelt, weil ich im Herbst nur wenige Exem- plare derselben, auch bei ganz günstigem Wetter, bemerken konnte, während sie an schöHen Märztagen, im April und Mai zahlreich am Saume der Gehölze und auf Liehtungen lierumtlattert. Auch waren iMnzelne Stücke, die ich probe- weise ting, weder ,')bgcblichen noch erheblich beschädigt. Seitdem ist mir alier fl(>r Beweis der Ueberwinterurig in die Flaud gekommen. Ich fand am 21. Februar, bei einer den \ull])unkt wenig übersteigenden Temiteratur, in einem Walde bei Hhoden eine männliche Khannii (M-stairt. aber noch lebend, am P)oden liegen, deren Flügel durch abge- wischte Stellen und zerrissenen Saum den längern Flug ausreichend bekundeten. (Genauere Beachtung der im März und April gefangenen Exemplare Hess denn auch bei der grossen Mehrzahl derselben Spuren der Feberwinterung

77

^(H^raolltlkcu, uud himui (Ück um'Iu Ihm aJIcii üti i'ull war. «»u mag der 1 uistaud. «1hü> dit- Kln;,'i-Uelui|i|i('ii Ijoi dicKcr Art sehr I'f>t siUcu uud. äij; iu, der UuIjc die |-'lUgcl e^^ au finaiidi'r srlditsst, so iIhms dit« Oliersfit«' ^'csrlilltzt ist. diese Hrsilu-imiiifr erkliirru.v^l^ dir Tliat /ritrteii di«- ^e- t'an^'eueii StlUke liiiiilifrer al>_'(ritli«-iu' Stellen aiil dir l n- ter- als auf der » »herseit.- <l. r Klli^rl. Auf diesm riitstaiid hat selioii l'xtrkJiaHscii aiMin« rksaiii ;.'eiiiarlit \u\i\ daraus <ias l'riselie Aiiseliii «ler lilurwinterten Kxcinplare erklilrt. Der Verfasser r ( >lMrlnssis«lieii l.e|»id<'|(tern|o;rii- erzählt, ei hahe einmal in» .lannar d^-H -cntHety.ljeli *.tn'nir«M»'" Winters voll 17h«» <>ine Khanini in einem hohlen Aiifelhannie ireftui- den. welehe in d<i warmen Stiihe frendiir anfh-hte. Kork hausen suli den l'altti im .lannar IT'.U schon iindierllie^cu idessen Kheinisehe« .Mairazin. I7i».*i S. -i^JI t. loh sellmt Ik* obachtett' ihn im Herlxt am spiUenttMi. und nur einnial. am 31. Oetohrr.

Anm. I. .M aero^H imsa stdlatainm und (JaKtr. lanrntris halie ieh so wenii' aU /eller llhen^iu tert ^etunden. Krsfere liiert hei uns von Knde .liini his in ileu (»etoher. letztere taud ieh noeli nieht als Schmettorliiiir im Freien. Die hiinh;: erzoirenen Kaupen üherwiuterteu aber stets aU Pupiieii, ans welcher sieh die Falter im war aien /innner im Februar oder Miirz eutwiekclleu. zuweilen erat naeh zwei oder drei Jahren.

Caradrioa.

iibiei^l;^nK .Xaeh /ellcr „iui Wiulcr eyi/x'ln IU Kaii< II Kauuuern. hUutifcer im Frlddiiig im beschädigten Zuiitandi AImimIs an l'iuslerir . Sie f1ie;^t Im-I nn- iViseh cutuiekcit im Juli, kam mir aber aurlt Keb<»n im Mai und Juni \«>r. In \\il<h<ni /nslunde dir im Mai ^retuuileueu F^ieinplare sii h bel'auden, habe ieh in nieim-m Tairtdjuche "i'bf «n*{c^^tvki

^cniin;)irryx < :»i|m- i

In. I.i hattet, /tdl.r fand *u' lih Wiiiti^r. it^ selb)«t wirderhrdt im April ndl deutlielnu Zeiehen der leberw-iu temti«r. .Atifadj»' fhf<»h«»r kfn' •■' 'i'^"*'« 7ri«eh ent-

wiikelt vor. j

Jiidld ll<'|i..niia '

11. i . ix I W i..i..u^< w in iuaQcbeu Jahrcu

78

sehr häufig vou Ende August bis Anfang- December und einzeln den ganzen Winter hindurch bis zum April, im trockenen Laube der Eiehenbllsehe versteckt.

Cerastis.

12. Satellitia. Frisch entwickelt im Herbst, mit deutlichen Spuren der Ueberwiuterung im März mehrmals gefunden.

13. Vaccinii. In überwinterten Exemplaren noch häutiger als die vorige, im April in trockenem Laube und au den BlUthenkätzchen der Sahl weiden.

14. 'Ery throcephala, var. Glabra. Ich fand ein- mal ein verflogenes Stlick bei Wildungen an einem blühen- den Sahlweidenstrauche im April.

15. Ruh ig in ea. Es kamen mir bisher nur wenige verflogene Exemplare im März und April vor. Im Herbst fand ich sie noch nicht und hatte auch noch nicht Gele- genheit, sie aus der Raupe zu erziehen.

Xylina.

1»), Vctusta und

17. Exoleta wurden mit Zeichen der L'eberwinteruug mehrmals im April gefunden. Bei Wildungen traf ich einst in diesem Monate ein Pärchen vou Exoleta in Begattung. Das Weibchen legte in der Gefangenschaft seine Eier ab, aus denen sich auch die Räupchen entwickelten,

18. Conformis. Verflogene Exemplare einzeln im April und Anfang Mai.

19. Rhizolitha. In überwinterten Exemplaren alljähr- lich, gleichzeitig mit der vorigen, nicht selten.

*20. Petrificata und die viel seltenere

*21. Ocul ata fliegen frisch im September, fanden sich aber auch mit deutlichen Spuren der üeberwinterung mehrmals im April.

Anm. 2. Ast. cassinia ist hier als Raupe sehr häufig und kam mir auch mehrmals als Schmetterling im Freien

79

v«»r. abtr nur im (.)• tober und Nuveuibcr, wi» uiib «iu"L utetM die >*uppeii eutwiekelten Dipt. piiiaütri faudeu wir uiir im Juni und Juli

Plasia

*'2'J. (lamma. l)ie Iimt im .Mai ein/.«lu Hievenden Kxeinplare tund ii-li immer in selileelitem Zustande und da mir alle Puppen nueb vur dt-m Winter auskrueben eine U<»eb am Jli. Uelobers 8u zw eitle ieb niebl uu der l eber wiuteruiiar des Srhuietterlinjrs.

Hypeui

L'3. Kustralis. In lll»er\vinterteu Kxemplareu vnni Miirz bis in den Mai biiiein unirenicin biiutig.

Sarothripas

\'J4. Ke\ayanuv land /eller llborwinlirf im Krllbjabr, leb uur Lude Juli und Aiitanir Auirust.i

Larentia.

2.'). Psitt acuta. Idi babe sie. wie Zeller. mebrumls in verHopenen Kxrmplareii im April ^r^troffen.

Anm. .■*». So weni^ als Zclier babe ifb je eine andere •Spaanerart 'wenn uirbt Dubitata. ». u. ' als Scbmetterliug öberwintert ^'(Munden. liilj aiirantiaria. det'uliaria und ba jaria. Anin ai-oiaria, (bim. brumata und bureata erscbeiuen bei uns aii'-siblies-iieb im (»ittdier und Nt»\ember: Hib. leueopbararia nmi rupi»apr;iria, Anis, aesi uUiria. Ampbid. birtaria. pilovaria und prodrumaria ausscblicsslicb im Ke bruar und Mär/. Da t'aM alle diene Arten wiederbolt und iu betriiebtiieber ZabI \«»n uns g-efan^en oder er7.<»g:eü wur •Ifu. *«• ist ih nii'bt wabrsi beinlieb, das» ein aueb nur am- nahnisw eines I rberwinteiu derselben al" Falter in lindem n-^j-nden \i>rkiimnit.

Anm. 4. I.ar. dubitata kommt vom rrllblinge bi» in den Herbst taut in allen Monaten im \o||k,ommeuen Zustande im Freien \or Wir landen «ie ani J'rMhesten 7.u Knti«- de» Mär/, am Hpüienlen /u Antan^' de» .November aU ^ibmetterlinf: .'»Collie di^-se .Art IIb« r\v intern .'' Frzo^on baben wir sie nur einmal und bier eiitwiekelleu »ieb aua den im Mai und .Funi K^et'nudeneii HaupcD die Falter Dämmt lieh im Juli

Stenopteryx (Botys).

26. H ybri duli s. Im Spätsommer und Her))st in veiueii Exeuiplareu häulig, im Mai mir einzeln r.nd vertlo- ^•eu, also g^ewiss überwinternd.

Teras.

Die meisten bei uns vorkommenden Arten diese)' (^at- tiiug überwintern als Sebmetterlin^e. Mit Bestimmtbeit liahe ich dies beobachtet bei folgenden:

27. *Abietana. Einzeln zu Anfang des April an Fichten.

28. *F a V i 1 1 a c e a u a , im Herbst in Laubwald imgeu gemein, überwintert häutig.

29. Mixtana und

30. Lipsiana auf Heideplätzen vom Herbst bis zum April einzeln.

31. Ferrugaua. lu allen Laubgehölzen zahlreich und nach der IJeherwiuterung bis in den J^ai hinein in Menge anzutreffen,

32. Treueriaua. Auch bei uns den ganzen Winter hindurch an Birkenstämraen zu tinden.

33. Asper^naund

.34.' Literaua vom Spätsommer bis in den A])ril an Eichen nicht selten.

Zeller beobachtete ausserdem noch: (35. Hastiuna L. [Sparsana T.], die ich ebeufalis einmal im Frühling gefunden zu haben glaube.;^ jii, -»ni

Anm. 5. Chi m a b a c ch e p h r y g a n e 11 a , sehr häufig bei uns im October. habe ich so w^nig als Zeller jemals im Frühling bemerkt.

a^%oti.t'J Plutella. ^^a

36. Crui;i^^eijaru,m^Zfit4iXyjl<)Stelia Auet,): uucl

37. Fissella kamen mir, wie Zeller, im ersten Früh-

91

lingc uicht selten vor. zumal die letztere. Zeller beobach- tete ausserdem:

(3ft. Bicingulata, .i'J. Aspcrclla und 4ü. Cul- trellii .

Anni. 6. C'ostolla ist in uiisern Buciienwäldcrn eben nicht selten von ];lui\e Juli bis in den September, ich traf sie aber nie im FrUhjahr an.

Hypsolophns.*) i41 Atinellus Überwintert nach Zeller).

Oecophora. \4'2. La et Ol- Ha ebenso).

Depressaria.

Ich verniuthe. dass alle oder last alle Arten dieses GeDU8 bei ww^ «len Winter im {»(»tliijrt'lten Zustande verle- ben. Die mei?>ten fanden wir sopar ötler im ersten Früh linpe als im llrrbst, doch fast injmer mit deutliehen Spuren der L'eberwintcruii^'. Nicht selten besuchen sie die Hiiuser und flieg:en dann Abends nach dem Lichte. Mehrere Arten klopften wir aus Gartenhecken und in besonders grosser Zahl trafen wir Ul)erwinterte Depressanen unter der halb abgelösten Kinde und in dm Hühliini'-in alter oder abire- storbenrr Liehen. Da ich iu den letzten Jahren keine Be- obachtungen über diese (iattun;^ aufgezeichnet habe und das früher Ein{;esammclte nicht mehr in meinen Händen ist (es wird sich noch l)ei Hrn. I'rof Zeller befinden, dem ich CS behufs seiner Monographio zusandte), so sehe ich mich ausser .Stande, die von mir im Frllhlinp^e bemerkten Arten namentlich aufzufuhren. Zeller giebt als Ül)crwiu- tcrnd an:

43. Pallorclla. 44. Chiractcre I la. 45. Alstroe- meriaua, 4«». Vaccine IIa, 47. Latcrella, 4'<. -\p- plana, 4*J. Caprcolclla, .'/). Impure IIa. 5L Deprcs- sana, 52. AI bi punc to IIa. .'>.'$. Daucdla. .'>4. Pim- pincllae, .Vi. Chaeroph y I li . hi\. herncleana).

Geiechia- 57. Hnmeralis. Auch von mir im FrlibliDg mehr

*) Von t/'v'o«, Höhe, und >,t(^«<, »Im> nicht Tptolopbas.

C

82

mals an jungen Eichen in nicht mehr frischen Exemplaren gefunden.

Röslerstammia.

(58. Assectella. Von Zeller im Winter beobachtet).

Gracilaria.

59. Elongella. Die einzige Art dieser Gattung, die ich nach der Ueberwinterung im ersten Frühling mehrmals gefunden habe. Zeller führt ausserdem an:

60. Stigmatella, 61. Falconipennella, 62. Po- puletorum, 63. Phasianipennella.

Coriscinm.

(64. Substriga Haw. [Quercetellum Z.]).

Elachista.

(65. Eine nicht näher bestimmte Art überwintert nach Zeller.)

Lyonetia. (66. Clerckella.)

Phyllocnistis.

67. Suffusella. Ich fand sie mehrmals überwintert im April.

(68. Saligna.)

LithocoUetis.

(69. Pastorella, 70. Populifoliella.)

Pterophorus.

71. Pterodactylus. Findet sich alljährlich im April nicht selten, auch wohl schon früher.

(72. Acanthodactylus kommt bei uns nicht vor.)

Älucita. 73. Polydactyla. Ich fand sie den ganzen Mai

83

liiiHliiri-li l)ip Antau^' .Iiini, dann wieder, und liiinli^er, im August. ZcUer hält die FrUhlinfjsexeniplare mit Sicherheit für (Ihorwinterto.

(74. 11 (• \;idac t \ la. Ini uns n«»eh ni<lit lieobacbtet.;

Ueber Noctua (Cucullia) Lictucac WV. und die mit ihr verwechselten Arten.

Von Dr. .%. ^iM*)«T.

Soviel ich weiss, ist Nickerl *) der erste gewesen, welcher darauf aufmerksauj inaehto, dass in den meisten Sammlungen das Weibehen von Tnibratiea unter dem Namen Laetueae steeke und dass die wahre Laetucae von Hcrrieh- Sehiirter als Cami)anulae Fr. ali^rebildet sei. Wenigstens waren es diese liemerkungcMi und eine iihnlielie von Ass- mann **), welelie mitli veranlassten, meine Samndung und die mir zugiingliehen wichtigern Sebrilten in llezug auf Lae- tueae einer Prüfung zu unterwerfen. Das Resultat dieser Prüfung war: dass weder 11 Ubn er, noch Treitschke, noch llerrieh-Sehiiffer Laetueae W V. richtig er- kannt haben, dass die beiden ersten /u der richtigen Kaujie eim n falsi hen Schnu tterling geben, den wahren aber gar nicht gekannt zu halten scheinen, während Herrich ihu zwar abbildet und beschreibt, aber mit der sehr verschie- denen Campanulaj Fr. verwechselt. Als natürliche Folge dieser Irrthüm« r der anerkanntesten Autnritaten ist eine grnssartige Verwirrung in den nach ihn« n bestimmten Samm- lun;.'« n tntstandcn und dauert, wie mich C'orrespondenzeu und /usenduuL'en von verschiedenen Sciteu lehren, bis aut diesen An-«nbli»'k fort. Die nachfolgenden Zeilen sind be- stimmt. di«se Verwirrung zu beben, soweit die» nuin leider sehr unvoU.stiindigcs literarisches Mat«rial gestAltcU loh bedauere in dieser Heziehuug bcsondern Freyer's Beitriige nicht vergleichen zu k«inn«'n, einmal wegen Campanulae, dann weil i»h(irund hab«- zu \ermulhen, tlas« Hr. Freyer die oben erwähnten Irrungen bei Treit,Hchke u. s. w. ebenfalls erkannt uad also \ie|I.i.1it !•. reitn «;fl\-iitii( h Lerilirt hat. Lr>lcre»

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ßchliesse ich daraus, dass mir Hr. Director Dr. Schmidt in Elbing ein Paar Lactucae WV. zusandte, welche er von Freyer unter dem richtigen Namen empfangen hatte, während alle übrigen angeblichen Lactucae, die ich kürzlich zu Ge- sichte bekam, entweder Umbratica 9 oder Lucifuga WV. waren.

Die Arten Lactucae und Lucifuga wurden (wie die derselben Cucullien-Gruppe angehörigen Tanaceti und Cha~ momillae) zuerst von den Verfassern des Wiener Ver- zeichnisses unterschieden und benannt. Wir müssen also auf diese Quelle zurückgehen, wenn es sich darum handelt, zu entscheiden, welchen Arten diese Namen von Rechts- wegen zukommen. Das Systematische Verzeichniss der Schmetterlinge der Wiener Gegend " erschien bekanntlich als Einleitung und Inhalts-Verzeichniss eines grössern, mit Abbildungen sämmtlicher Arten ausgestatteten Werks, wel- ches leider nie an's Licht getreten ist. Es giebt deshalb keine Artbeschreibungen (wenige Ausnahmen abgerechnet), sondern nur eine systematische Nomenclatur," und wir würden hier, wie in so vielen andern Fällen, in Ungewiss- heit darüber bleiben, was die Verfasser unter ihrer N. lac- tucae und lucifuga verstunden hätten, allenfalls auch das Recht in Anspruch nehmen dürfen , sie als blosse Katalog- Namen völlig unberücksichtigt zu lassen, erhielten wir nicht durch einige Bemerkungen der Verfasser über die Raupen der genannten Arten Aufschluss über ihre Meinung. Sie bringen nämlich die acht (oder, mit der in den Nachträgen als eigene Art anerkannten Lucifuga, neun) Arten ihrer Fa- milie J., „kappenhalsige Eulen" mit „Tigerraupen," nach der Farbe dieser letztern in 3 Abtheilungen, wie folgt:

* Weiss mit roth und grün: Absinthii L., Abrotani,

Chamomillae. ** Weiss mit schwarz und gelb : Verbasci L., Tanaceti, Linariae, Lactucae.

*** Braun mit röthlich gelb: Umbratica L.

In der Anmerkung (*) zur dritten Gruppe heisst es dann (S. 74 75) weiter: „Es sind zweierlei merklich ver- schiedene Raupen, die daher gehören: eine ist braun mit rainienrothen Punkten in mehreren Reihen oder auch ohne Ordnung bestreut (Umbratica), die andere schwarz auf jedem Ringe mit drei oraniengelben Flecken besetzt (Lucifuga). Man findet gemeiniglich und an einem Ort nur Raupen von einer, ein anderes Mal und anderswo von der anderen Farbe, Die Schmetterlinge sind doch nicht wohl zu unterscheiden, welches sich aber auch bei jenen der Lattich- (Lactucae) und Hasenkohl-Raupen (Umbratica) ereignet, ob sie schon

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pcwiss verschiedene Arten sind. Wir wollen die ^'Cf^enwär- tipen nnr als Ahänderunpen ansehen, bis uns mehrere Er- fahrunp: das Wid(^rspiel picher lehrt,"

In den Xaclitrii^'cn (S. .'512i wird endlieh die zweite Abän- dcnin;:: unter dem Namen Schildanipfer-Kule, N. Incifnpi, als eipenc Art autV'cstcllt un»l da/.u (Anmcrkunf^ **) bemerkt: ,\<>n dieser Haiipcnart ist schon in der Anmerknni,' der 74 und SS. Meldung peschehn. Wir sind jetzt vornehmlieh durch eine artip gezeichnete Haupc dieser Eule tiberzeupet, dass sie von Jener der Ilasenkohl-Eulc (X. Umbratica) wirklich als eine bes<»ndirc Art unterschieden ist. Es ist doch son- derbar, dass die meisten Selimetterlinpe dieser Familie un- tereinander so ungemein ähnlich sind, dass auch angestrengte scharte Augen kaum einen rnterschied bemerken, obsehon ihre Haupen an Zeichnung und Earbcn sehr beträchtlich und standhält verschieden sind u. 8. w."

Aus diesen 15emerkungan lernen wir also in Betreff der Imagines von Laetueae und Lucilnga nur s<» viel, dass beide unter sich und mit l'mbratica in nächster Verwandt- schalt stehn, und mlissen uns, um sie zu erkennen, also an die Kaupen halten. I>ic Kaupe von Lueifuga ist durch die Diagnose, schwarz, auf jedem Kinge mit 3 oraniengclben Flecken besetzt, ausreichend charakterisirt. Denn dass nicht diese, sondern die andere, in der .Anmerkung zuerst er- wähnte Kaune zu Fnibratica gehurt, hat sch(»n Treitschkc bemerkt und ich kann es aus eigener Erfahning bestätigen. Ullbner bat die IJaupcn beider venvechselt und dadurch an- fänglich auch Treitschke zu dieser Irrung verleitet, die dieser aber in den Nachträgen (X. 2. 12«]) selbst verbes.sert. Luci- t'uga W \'. ist somit Jene Art, wclclic aus einer schwarzen mit 3 L ä n g s r e i f e n r o t h g e 1 b e r P" 1 e c k e n besetzten Raupe entsteht und als Schmetterling der l'mbratica sehr ähnlich sieht.

Von der Kauj)C von Laetueae erhalten wir nur die rinippen- Diagnose: weiss mit schwarz nnd gelb. Da aber zugleich der 8chmellerlinp dem von l'mbratica nächst ver- wandt sein muss und llber die X. tanaccti der Verfasser nie ein Zweifel geherrscht hat, so bleiben in der That nnr 2 Arten til)rig. welche diesen Antordcrnngcn entsprechen, nändich X. campnnidae Fr. nnd jene viel länger bekannte, schon von liösel d. Taf. -VJ) abgebildete, deren Kaupe Illlbner (Lar>'. Torpid. IV. Xoct, II. Genuin. V. b. c. Fig. l.a.) wirklich unter dem Xamen Laetueae und zwar sehr naturgetreu dargestellt und Treitschke unter demselben Xanien be- sehrieben hat. f ampanulae war schwerlich den Verfassern des Wiener Verzeichnisses schon bekannt, scheint Überhaupt

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bei Wien nicht vorzukommen und hat zudem eine andere Xahrungspflanze. Als Lactucae WV. hat also jene, als Schmetterling der Umbratica ähnKche Art zu gelten, welche aus der von Hübner unter dem richtigen Namen 1. c. abgebildeten Raupe entsteht.

Diese Raupe nun habe ich wiederholt erzogen und bin dadurch in den Stand gesetzt auf das Bestimmteste zu ver- sichern, dass der von Hühner als Lactucae abgebildete und von Treitschke unter demselben Namen beschriebene Schmet- terling nicht zu derselben gehört. Da unter Hübner's Bil- dern überhaupt keins ist, welches ihm gleicht, und eben so wenig eine der Treitschke'schen Artbeschreibungen auf ihn bezogen werden kann, so will ich hier das Nöthigste über ihn und seine Unterschiede von den nächst verwandten Arten mittheilen. Meine Angaben stützen sich auf vier selbsterzo- gene Exemplare (3 9, Icf), mit welchen drei aus andern Gegenden Deutschlands erhaltene in allen wesentlichen Punk- ten übereinstimmen.

Der Schmetterling hat die ungefähre Grösse von Um- bratica. Im Bau der Körpertheile, der Fühler, Palpen, Beine u. s. w. bemerke ich keine wesentliche Verschiedenheit von den verwandten Arten. Was ihn aber von diesen und am meisten gerade von Umbratica auf den ersten Blick unter- scheidet, ist die Flügelform. Er hat unter allen Verwandten die breitesten Vorderflügel, die stumpfste, fast gerundete Spitze und den con'vexesten Hinter- rand derselben. Auch der Vorderwinkel der Hinterflügel tritt weniger und nicht so spitz vor, als bei Umbratica. Die Farbe der Vorderflügel ist schiefergrau, eigentlich ein lichtes bläuliches Grau, welches durch ziemlich groben schwärzlich- braunen Staub mehr oder minder stark verdunkelt wird. Die lichtesten Stellen sind der Vorderrand bis zur zweiten Querlinie und die Gegend der Makeln. Hier ist die Fär- bung ein bläuliches Weiss grau, Sehimmelgrau, ohne all e Einmischung von Gelb. Nur bei dem dun- kelsten Weibchen ist auch diese Stelle durch dunkle Be- stäubung verfinstert. Eine Reihe verwischter Längsstriche (Strahlen) vor dem Hinterrande hat dieselbe lichte Färbung. Ein von der Fliigelspitze schräg inwärts ziehender Schatten, sowie die Querlinien sind dunkelgrau-braim. Die erste Quer- linie ist vollständig sichtbar und zieht wie gewöhnlich in o grossen Zacken zum Tnnenrande. Ihr Anfang ist tieckartig erweitert und bildet am Vorderrande einen bis in die Mit- telzelle ausgedehnten schiefen dunkeln Streif. Parallel mit demselben stehen 2 ähnliche dunkle Flecke am Vorderrande über der Querader, der eine vor, der andere hinter dersel-

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1)011. Der vordere hanfrt mit einem verwischten, rnndlichon (lunki-In Flock auf tkr (Jucrador selbst /usaniiiuii. Die /weite (.^Miorlinie ist nur in iliri-r Innonraudsliäiltc dtutlicli. In Zolle IT) (zwischen dem ersten Ast der Modianador und der N'orsalader) Idldot sie einen starken Zacken mit dop- pelter Spitze, der hei manolien Kxeinplar»'n ziondiih deutlich die FiiTiir eines licircnden. ircL'cn den llinterrand ^a-üflneten, M darstellt. Ausser dem verwischten dunkelhiaun-irranen Fleck auf der (Juerader und i-iner irlcichlarlii^en hi>ri/.nn- talen I'o^'onlinie als Andeutung i\cs untern Kndos der .Nie- renmakel (die nicht einmal hei allen Exemplaren deutlich ist) tauden sich weder I'unkte noch Striche, noch überhaupt eine Zeich nun;; auf der Stelle der Ma- keln. Aus der Wurzel läuft der ^'ewr»hnlichc tiefschwarze Längsstrich ^'e^in die Flllirelmitte. Kr bildet die ein- zig e entschieden t i e f s c h w a r z e Zeichnung des FlUpels. Statt der starken tiet'schwarzen Zeichnun^'on im Sanmfelde bei Lucit'u^'a und rampanulae linden sich hier nur schwiirzliehe, ei^'entlich dunkel^^rau-braune. mehr oder minder dunh einzelne tief schwarze Schuppen venlunkelte. So ist dt-r kurze, s(diiefo ^o^'on den Innonrand woisslieh be- ;rränztc Strich im Innenwinkel, in Zelle 1 b., un<l eine woni^ sichtbare (bei dem dunkeln \\'oibehen ^'anz tehlendc) feine Länpslinie in Zelle 4 dos Saumfoldes (über dem letzten Ast der Medianader». Die dunkeln Adern endigen als feine schwarze Linien vor den Franzen in weisslichon Floekehen. Zwischen diesen Fleckchen stehen dlinnc sihwiirzliehe Stri- ehclchen auf der kaum merklich gewollten Saundinie. Die Franzen sintI braun-grau . durch eine unterbrochene weiss- lielie Mittellinie ;ritlieilt, am iiussorsten Kndo wieder weisslich. Die llintertlUgel sind an der Ausscnhälftc schwärzlich grau- braun, in der Wur/elhälfte lichter, weisslich, heim Männchen Weniger, beim \N'eibclnn stärker ranchfarbig angethtgon. mit dunkeln Adern und Mitteltifck. Ihre Franzen sind an der Innenhälfte erst schmal gelblich, dann graubraun, auf den Adern li«dit unterbrochen, in der i b«im Weibchen schmälern) Aussoidiälfle wiisslich. K(tpf und Hrustschild haben die Farbe der V<irdertlU;:el, der llalskragen die gewöhnliche schwarze Fiogenlinie auf etwas lichlerm (irunde. Der Hin- terleih ist golblichaschgrau. gegen die NN'urzcl lichter, gelldich oder weisslich, mit grau-braunen KilckenbtlHchen. Das Männ- ehen unterscheidet sieh durch etwas perinp-re ( Jnisse, kaum merklich sehmalere Flll;:el und di«- wci^^sere Wurzelhälfte der llintertillgil vom Weibchen.

Lactucae ist mit keiner der mir bekannten Arten leicht zu verwechseln, am wenigsten mit rnibratica. Die breiten,

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stumpfen Vorderfliigel, ihre bläulich-graue Färbung ohne alle Beimischung von Gelb, zumal an der Stelle der Makeln, wo Umbratica stets einen deutlichen holzfarbigen Wisch führt und auch die beiden andern Arten (am merklichsten Cam- panulae) etwas gelb bräunlich gemischt sind ; der völlige Mangel von Punkten oder schwarzen Strichen an der Mit- telzelle, endlich der Mangel aller auffallend tiefschwarzen Zeichnungen, mit Ausnahme der Längsliuie aus der Wurzel (Lucifnga und Campaiiulae führen starke tiefschwarze Striche in Zelle 16 und 4 des Saumfeldes), lassen sie leicht und sicher erkennen.

Ihre Eaupe ist von Hübner vortrefflich abgebildet worden (Esper's und Rösel's Figuren kann ich nicht vergleichen), weniger gut ist Treitschke's Beschreibung. Sie hat keine Aehnlichkeit mit einer andern mir bekannten Cucullien- Raupe. Ihre Grundfarbe ist bläulich-weiss , aber schwarze und gelbe Flecke nehmen einen grössern Raum ein, als die Grundfarbe. Es läuft nämlich mitten über den Rücken eine Reihe zusammenhängender , unregelmässig rhombischer orangegelber, daneben beiderseits eine Reihe grosser tief- schwarzer Flecken, von welchen letztern abwechselnd einer mitten auf dem Ringe und einer in dem Einschnitte steht. In den Seiten, um jedes Luftloch, steht wieder ein blasser orangegelber, verflossener Fleck. Der Bauch ist schwarz gefleckt, der Kopf schwarz mit weissem Winkelzeichen auf der Stirn; die Beine, die Afterklappe und die kurzen ein- zelnen Börstchen auf den Wärzchen sind schwarz. (Ich habe die Raupe früher für die der Lucifuga gehalten und unter diesem Namen in der Isis, 1846, S. 43, beschrieben.) Wir linden die Raupe hier einzeln von Mitte Juli bis Ende August auf Lonchus oleraccus. Die beiden letzten, welche mir vorkamen, sassen bei Tage frei an einer ziemlich hochstengeligen Pflanze und verzehrten deren Blüthenköpfe und saftigen Stengel, welche sie auch in der Gefangenschaft den Blättern vorzogen. Sitten, Verwandlnngsart und Puppe gleichen denen der übrigen Cucullien. Die Puppe ist trüb- roth-gelb, ihr Oberlippenhöcker ist schwarz-braun und rauh, die Schwanzspitze und die Luftlöcher ebenfalls schwarz- braun, erstere so lang als die beiden letzten Ringe (auf der Rückseite) zusammen, an der Wurzel ein wenig breiter als am flachen, stumpfen Ende, der Hals dazwischen wenig ver- schmälert. Der Afterringeinschnitt läuft oben dicht um die Wurzel der Schwanzspitze und ist deutlich. Der erste Schmetterling entwickelte sich im geheizten Zimmer am 10. April, die übrigen, welche im Kalten stehn blieben, Ende Juni und in den ersten Tagen des Juli. Diese Art scheint

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also durch die Stnbcnwärme zu einer schnellem F.ntwickliing gobraclit zu werden, was ich keineswegs bei allen Cucullien bemerkt habe.

Cnc. lactucae c:ehr»rl bei uns (ich fand sie bei Wil- dungen, Arojsen und Hhoden) unter die seitnern Arten and scheint Ubcrhanjit nicht hiiulig zu sein, l'cbcr ihre geogra- phische N'crltrcitung liisst sich wegen der rnsiclurhcit der Sytionyniie winig Zuvcrlässi;:ss sagen. Slld- und .Mittel- Deutschland besitzen si»? an vielen Orten; ausser den oben erwähnten weiss ich dies von Wien. IJrünn, Trag und .*^chlc- sien gewiss. Im letztem Lande seheint der Sehnietterling nur im fJebirge, bei Salzbrunn und in der rirafschaft filatz vor/.uk<Mmneii (Assmami a. a. (>.). Ol) er in der norddeut- schen rietebene getunden wird, weiss ich nicht. Eine Cue. lactucae findet sich treilich in allen Localfaunen verzeich- net, aber in den meisten Füllen ist darunter ohne Zweifel die Treitschke'sche, d. h. Imbratica \ zu verstehn. In l'om- mcrn und Preusseu wurde La<'tueae WV. wahrscheinlich noch nicht beobachtet; die Lactucae in den Verzeichnissen der Herren Trof. Hering in Stettin und Dr. Schmidt in Llbing ist riiibratica i, wie ich aus von erstcrm bestimmten und von let/.term mir mitgetheilten Kxemiilarcn entnehmen kann. In Britannien lehlt Lactucae bestimmt. In Schonen soll sie nach Zetterstedt (lesecta Lappon.) häufig sein, vermuthlich ist aber auch Zetterstedts Lactucae die Treitschke'sche. Ob Eversmann's I'ustulata, wie Herrich-SchiiflTer anzunehmen ge- neigt ist. mit unserer .Art (= Campanulae Il.S. ) zusammen- fällt, deren Verbreitungsbezirk damit eine weite Ausdehnung nach Osten gewinnen würde, weiss ich nicht.

Den ersten (irund zur Verwirrung über Lactucae WV. hat Wohl lilibner gelegt (Ksper und Horkhausen kann ich nicht ver^'leiehen) , indem er unter diesem Namen einen Schmetterling: abbildete, welcher verschieden gedeutet wor- den, Laeliicae WV. aber je<lent"alls nicht ist. Trcitsrhkc nnd Ilerrich ziehen diese Figur (L't»4i zu ihrer Latiiuac (= Inibratica i i. Lederer und Xickerl erkliiren sie fllr Ln cifaga. Die Vordertlllpel filhren einen braun-gelben Fleck am Vorderrande, «ler jede MtJgliehkeit, die Figur flir unsere Lactucae zu nehmen, aussehliesst . welcher llbrigens auch der (tr^talf u. s. w. nicht entspricht Da Ich HUbners Ta fein nicht mehr zur Hand habe, um einen nochmaligen Vcr gleich vorzunehmen . so will ich mioh eines bestimmten l'r- theil« darüber, ob I ig. L'<>4 zu Lmbratiea i* oder Lucit'uga gehrirt, enthalten. Nach meiner Krinnerung hatte sie mehr mit Erstercr pemcin: gewiss ist nur, dass weder diese noch eine der andern HUbucr'schcn Figuren zu Lactucae WV.

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gerechnet werden kann. Es ist dies um so auffallender, da Hübner die Raupe kannte und oifenbar nach dem Leben abbildete.

Wenn über Hübners Figur Zweifel entstehn können, so ist es dagegen ganz unzweifelhaft, dass Treitschke als Umbratica und Lactucae die beiden Geschlechter der ersteren Art beschreibt. Die Worte: „der gelbe Fleck in der Flügelmitte ist deutlicher (als bei der vorher- gehenden Art, nämlich Umbratica c/), so wie die darauf lie- genden (schwarzen) Punkte," beweisen dies augenblicklich denn beide Kennzeichen unterscheiden gerade Umbra- tica von den nächstverwandten Arten. Sie sind übrigens bei dem Weibchen keineswegs constant deutlicher als beim Männchen. Was sonst Treitschke zur Unterscheidung seiner Lactucae von seiner Umbratica angiebt, kennzeichnet nur den Unterschied der Geschlechter dieser letzgeuanntenArt. Als we- sentlichstes Unterscheidungsmerkmal betrachtet er die Farbe der Hinterflügel und mit Recht, wenn es sich um die Ge- schlechts-Differenz handelt, denn die dunklere Vorderflügel- Farbe und die grössere Flügelbreite, welche Treitschke bei seiner Lactucae ebenfalls hervorhebt, kommen zwar in der Regel, aber nicht ohne Ausnahme, dem Weibchen von Um- bratica vor seinem Männchen zu. Wie Treitschke zu seiner Irrung kam , ist schwer zu begreifen , da man in Wien am wenigsten ein Verkennen einer i\.rt des Wiener Verzeich- nisses hätte erwarten sollen. Vielleicht verliess sich Treitschke hier, wie in manchen andern Fälleu, auf Hübners Tafeln, deren Lactucae unterschriebene Figur, wie erwähnt, einer Umbratica 2 jedenfalls ziemlich ähniich sieht. Treitschke will zwar Umbratica mehrmals selbst aus der Raupe er- zogen haben (X. 2. 126), das muss doch aber nicht gerade oft geschehen sein, sonst hätte er auch wohl Weibchen er- zogen und sich überzeugt, dass nur d a s M ä n n c h e n w ei s s- liche Hinter flügel besitzt, während sie beim Weibchen dunkelblau-grau, nur an der Wurzel mehr oder minder gelichtet sind. Beide Geschlech- ter von Umbratica unterscheiden sich durch ihre schmalen, scharf gespitzten Vorderflügel, mit sehr schrägem, fast ge- radlinigem Saume, die stets deutliche holzgelbe Färbung der Mittelzelle, den Mangel der Makeln, 2 bis 4 schwarze Punkte (zuweilen zu kurzen Strichen ausgedehnt, selten ganz verschwindend) an der Stelle der Ringmakel, dann durch die Feinheit der schwarzen Striche in Zelle 16 und 4 des Saumfeldes und des Bogenstrichs am untern Ende der Nie- renmakel, die zuweilen kaum sichtbar, wenn vorhanden aber immer tiefschwarz sind von den 3 Verwandten, mit de-

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neu das Miinnchcn wegen Beincr fast pan?, weissen llinter- Htlpel tihcrliaiiiit nicht zu vcrwccliscln ist.

nie Kaiipe von Inihratica habe ich früher ol't jrefun- (len. meist zutallip: und nicht auf ihrer Nahrunpsiiflaiize selbst. \nr einmal traf ich eine tast erwachsene Kaiipc Ende Auirust auf einer Wiese an Lcontodon auetiunnalis, dessen l'.lliten sie sich schmecken Hess. Nur dies Exem- plar habe ich erzofjen und »rhiclt daraus einen miiuniiehen Kalter. Durch die Kr/iehuni: kann ich daher den Beweis nicht liihren, dass Trcitschkes rmbratica und Lactncae zu- sammen crehriren. Aber alle die zahlreichen Kxemjjlare des hier, wie w(dd Überall. i:en)einen Schmetterlings, mit weissen llinterllli;:eln, welche ich untersuchte '). waren Männehen, alle nicht minder zahlreiche, mit dunkeln llinterflüjrelo, NN'eibchcn. Hin anderer eifri},'ir hiesiger Samndtr. Hr. Dr. Haruch, versichert ausserdem ausilrlieklich. beide in Uejrat- tunu" iretiinden zu hatten. Sie zci.^cen in der That auch nur solche Verschiedenheiten, wie sie als rein specielle in ^mvA analofrer Weise auch bei einer Menjje anderer Xoetuinen zu bemerken sind. Hilbners Fifrur Larv. Lepid. IV. Noct. II. Geruinao V. ••. Fip;. e., tälschlicli Lucifupra unterschrieben, soll olfenbar die Haupe von rml)ratica darstelb'u. ist aber kein sehr peluncrencs Bild. Besser ist Treitsehke's Be- schreibung', die aber von > ier rothtreiben Streifen auf dem letzten Hinpe spricht, wo ich nur drei bemerkt habe (Sehmett. V. Kur. V. :\. 117, bei Eucit'utra, und X. 2. 12«)). Ich habe mir Über ihr Aussehn Fol;,'endes notirt: Schwärzlich mit dnrchseliimnurdem <Jell), den Spuren vim 4 ^ erloschenen rothL'eUxn Kiiekenstreifen und ;i starken rnthfrelben Liings ^treitVn .'Ulf dem letzten Ilin;:e. Die Luftbieher liegen in schwarzen Fleckchen un<l llber jedem dersellien steht ein rothgelber Fleck. Kopf mattschwar/. Sohlen (Kr Bauchlllsse weiss, (Jewebe und Puppe wie bei den verwamiten Arten.

Trcitsehkes Irrthuin hat. bei der grossen Verbreitung der ».^Schmetterlinge von F'.nropa- und der .\ut<>ritat. df^ren sieh dies Werk und im .MU'emeineii ^renoinmen mit liecht erfreut, ohne ZwcifVI die Vcrwirrunjr llber Eactueae hanptsiichlieh vcrsrhuldet. Inibratica ** unter diesem Namen in die meisten Samndungen eingehllrgert und schliesslich auch M er rie b Sc h a fte r verhindert, «lie Wahrheit zu er k»»nnen Sein»* I,acturae it*t die Treitschkesehe . er citirt

*/ Icii habe »cht.« l>ei frührreo «-clr^fiilFiiro dkriiuf aiirincrkvain gemafht, da«« die Bcirliaffrnhcit drr II«ftH«.r»l.- lU» »irlirrn l'nterirhci- dong dor CnrMerhirr Vrnntit wrrd« n kai n. Hrim (^^ \ßt nio rinfarh aber «tark. heim 9 *<i* einem Böodti fnnt r Bor«tcn (ti>an>nPBge«rtaU

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ebenfalls Hübners Fig. 264 dazu und nennt diese Figur „gut". Freyer's Lucifuga, die er auch anführt, gehört aber nach der Eaupe („oben schwärzlich mit 3 Längsreihen scharf runder oranger Flecke") wirklich zu Lucifuga WV. Der erste, von Treitschke übernommene, Irrthum gebar aber bei Herrich-Schäfifer einen zweiten. Da er in Umbratica 2 bereits eine Lactucae besass, so glaubte er nun in der wahren Lactucae WV., über die er bei Hübner und Treitschke nichts fand, eine spätere Entdeckung und zwar Campanulae Fr. vor sich zu haben, beschrieb sie als solche und bildete sie (Fig. 188) unter diesem Namen ab. Liessen Beschrei- bung (Systemat. Bearbeitung u. s. w. H. 316 und VI. 58) und Figur darüber Zweifel, so würden diese durch das in den Nachträgen Bemerkte beseitigt werden. Es heisst hier (VL 59): „Dabei muss ich erwähnen, dass ich 1850 ein Weib von Campanulae aus einer angeblichen Lactucae-Raupe erhielt und dass ich von Umbratica nur Männer und von der angeblichen Lactucae nur Weiber kenne. Sollten da- her diese beiden Arten nicht Eine sein und von rothflecki- gen schwarzen Raupen herrühren, während meine Campa- nulae und Pustulata von der als Lactucae beschriebenen Raupe herstammen und ebenfalls zusammen gehören?" Man sieht, wie nahe Herrich-Schäfifer daran war, das wahre Verhältniss zu entdecken.

Uebrigens ist man in Wien selbst allem Anschein nach bis auf die gegenwärtige Stunde über Lactucae, Campa- nulae u. s. w. nicht im Klaren. Denn Leder er citirt (Noctuinen Europa's. 1857. S. 165) zu Lactucae W. V. Hüb- ners Lucifuga fig. 262, und zu Campanulae Fr. (die mit einem + vor dem Namen versehen, also Herrn Lederer in natura nicht bekannt war) Herrich-SchäfFers Campanulae flg. 188. Diese jedoch mit einem ?. Nun mag man Herrich-Schäifer darin nicht beistimmen, dass er Hübners Lucifuga fig, 262 für eine gute Abbildung dieser Art er- klärt, dass sie aber auch nicht einmal für schlechte Abbildung von Lactucae W. V. gelten kann, ist völlig unzweifelhaft: Die Vorderflügel haben einen grossen gelbbräunlichen Fleck, fast wie Umbratica, fig. 263, von welchem sich bei Lactucae auch nicht eine Spur findet, ferner tiefschwarze starke Zeich- nungen im Saumfelde und im Discus, eine andere Gestalt u. s. w. Auch Treitschke nimmt Hübners Lucifuga fig. 262 für die seinige und die des Wiener Verzeichnisses und, wie mir scheint, mit Grund, wenn ich in diesem Falle die Ab- bildung auch keineswegs für eine gelungene, zumal in Be- ziehung auf den braungelbeu Fleck der Vorderflügel, erklä- ren möchte.

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Lncifupa W. V. und Campanulac Fr. hatte ich noch nicht Gelogonhcit aus clor Haupc zu erziehen, da sie in hiesifrer (Jepeud nicht vorkoiniiun. Von (.'anipanulae sab ich überhaupt erst zwei Seliniettcrlinpre, die nicht zusaninien stimmten, und eine ausjrehlasene Raupe. Letztere ist sehr verschieden von den drei andern melirerwähiiten Arten, vom Anschn der Kaupe von Tanaeeti, \'erhasei u. 8. w., also ans der (Irujipe, auf ^velehe der Name „Ti^crraupcn** des Wiener \'erzeiehnisses am besten |)asst. Eine Lucifu^a- Kaupe fand ich einmal bei Salzburg', sie pnp aber als Puppe zu Grunde. Dass beide Arten, Campanulac so put als Lucifufra, pute Arten siml, unterließt keinem Zweifel. Eine genaue und zuverliissipe Auseinandersetzung ihrer l.'u- terschiede im N'erpleieh zu den verwandten Arten wiire aber der vorgefallenen \'erwechselunpen wepcn sehr erwünscht. Vielleicht libernimmt sie einer der Leser dieser Zeilen, dem eigne Erfahrungen und ein reicheres Material zu (Gebote stehen als mir. Noch verdienstlicher wäre eine Monogra- phie oder wenigstens eine kritische Sichtung des gesamm- ten Genus Ciicullia. da ausser den grauen Arten zumal die zahntlllgeligeu i Gruppe der Verhascij einer solchen dringend bedürfen.

Ich stelle sehliesslich die Synonymie von Laetueae und L'mhratiea bei Hühner, Treitschke und Herrich zusam- men. Es gehören

ai zu l'mhratiea L. IlUbner, Noct. Tab. Ö4. fig. 2tKi (d*). X. l'mhratiea. [V fig.

2«>4 (ii. N. Laetueae). Larv. Lcpid. IV. Noct. H. (ie-

nuin. \. b. fig. 1. c. d. N. lucifuga. Treitschke, Schmctt. v. Eur. V. 3. S. 105. Cuc. Umhra-

tica ( nur der Schmetterling). V. 3. S. 100. Cuc.

Laetueae (nur der Schmetterling i. V. 3. S. 117.

Cuc. Lucifuga 'nur die Raupe,). X. 2. S. 126

(Haupc). Herr ich Sehäffer. Europ. Schractterl. H. S. 317. Nr. 410.

Cuc. Inibratiea [■:{], Nr. 411. Cuc. Laetueae (?).

b) zu Laetueae WV.

Hubner. Larv. Lepid. IV. Noct. IL Genuin. V. b. c. (ig.

1. a. b. c. N. Laetueae. T r e i t s eh k e . Sehmett. v. Eur. V. 3. S. 111. Cuc. Laetueae

' nur die liaupe '. Ilcrrich-Sehiiffer. Eur. Sehmett, IL S. 310. Nr. 407.

Cuc. Campanulac. VI. S. nS 50. Tab. 37. tig. ISd.

Campanulac.

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Bericht über die Erziehung von Euprepia (Pleretes) Matronula in einem Jahre.

Von R. ]i.rziz in Brunn

Im Sommer 1856, wo Matromüa-Falter flogen; habe ich vom 13. bis 19. Juni mehrere Exemplare gefangen.

Unter denselben waren drei gepaarte Weibchen, von denen ich, obwohl sie schon in der Natur Eier legten, doch noch über 300 Stück Eier erhielt, aus welchen vom 21. bis 27. Juni gegen 280 Käupchen sich entwickelten.

Mir war der Aufsatz von H. Keller in Reutlingen, „Jahrgang 16, Nr. 11, Novbr. 1855, Seite 337," über die Erziehung der Matronula-Raupen bekannt, dem zu Folge ich den Räupchen gleich auch das in diesem Aufsatze an- gegebene Futter gab, von welchem ich sehr frische und saftige Triebe wählte, täglich wechselte, und jedesmal die Raupen mittelst eines Pinsels mit sehr frischem Wasser stark anspritzte.

Sie frassen sehr begierig, häuteten sich überraschend schnell und erreichten gegen Ende September eine solche Grösse, dass ich mich veranlasst sah, nachdem ich nie früher eine Erziehung derselben zu beobachten Gelegenheit hatte, mehrere Entomologen auf diese überraschend schnelle Entwickelung aufmerksam zu machen.

Niemand konnte mir hierüber eine genügende Aus- kunft geben, bis die Herren Hering und Julius Müller, ge- stützt auf die Abhandlung Fauna Böhmens vom Professor der Naturgeschichte Herrn Dr. Nickerl, welchem seine eben so schnell entwickelten, jedoch mit Lactuca und anderen Plantago- Arten gefutterten Matronula-Raupen nach der Ue- berwinterung zu Grunde gingen, den Ausspruch thaten, die meinigen würden ebenfalls zu Grunde gehen.

Diese Ansicht schien überdies der Umstand zu bestä- tigen, dass diese Herren gerade gegen Ende September im Freien durch Abklopfen Matronula-Raupen erhielten, die nicht einmal einen Zoll gross waren, und auch in dieser Grösse zur Ueberwinterung sich anschickten.

Hierdurch entmuthigt, habe ich die Raupen, obwohl sie im besten AVachsthum waren, nicht mehr mit der Vor- liebe gepflegt, als ich dies früher that. Allein dessenunge- achtet entwickelten sie sich doch so, dass sie gegen Ende October fast durchgehends zu fressen aufhörten, und sich zum Winterschlafe anschickten.

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Ich Hess nun dieselben bis pepen 23. Deccnihcr in ilironi Futterkasten in einen» massig warmen Zimmer .stehen, und pah sie erst da, in einer mit Erde und darüber mit Moos petllllten Kiste ins Freie hinaus. Hier Hess ieh sie, obwohl sie bereits .Mitte Mär/, aus dem Wintersehlafe er- waeht waren, dueh noch bis H, Ajiril. Als ieh die am Le- l)en pelilieltenen liaujun (die sehwiieheren Kxemplare waren /u (iruude pepanpen» wieder in den Futterkasten brachte, hatte ieh pleieh nach t'iliit' Tapcn die Freude, wahrzuneh- men, dass die mcistt^u zur Verpuppung zu spinnen antin pen. Ich licBS sie nun ruhip stehen, und nahm Anfang Mai die schön entwickelten l'ujtjjcn heraus, die ich in den Gespinnsien in eiiieni panz duurclen Verwandlunpskastea aufhinp.

.\m 1»'). Mai war ich anprcnehm Überrascht, 'das erste F.xemjdar zu erhalten, und bis zum 1^7. .Mai waren bereits alle Falter pes|)annt.

Zwei schöne Kxemplare habe ich der l'aarunp ge- opfert, und erhielt vom 31. Mai bis 4. .luni 1. J. die frische lirut. die ich nach der im N'orjalire pemachtcn Krfahrung j)tie^e uud bis jetzt habe ich das N'erpnlipen. die Kaupen vollkumuRMi ausgebildet zu l)esitzen, und horte, im Früh- jahre eine bedeutende Anzahl Falter zu erhalten.

Abgesehen davon, dass es mir gelang und hotTentlich gelingen wird, binnen einem Jahre .Matronula-Kaupen zur l'erfection zu bringen, muss ich im Allgemeinen bemerken, dass in der Färbung und Zeichnung der (Jezogencn und der im Freien Oefangenen folgender rntersciiied staftlindet : Nielit allein dass die Obertlügel lebhat'tcr und dunkler ge- färbt erscheinen, so 8in<i besonders die schwarzen Flecke an den rnterflügeln so zu Binden verbunden, dass diese Flügel gleich denen von Catocala-Faltern sich ansehen, nur dass die llindiii unregelmässig gezeichnet sind. Ob dies auch bei der vorliegenden Zueht der Fall sein wird, wird die Folge darthun.

Brllnn im Octobcr 1857.

Rudolf Krziz,

R«chnonKi-Offi>ial der k. k, Finani-Land«« DirccUon. Brunn, 0)««re Brünnerg««»'» Nr. 28.1.

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Bhinosimus ruficeps uov. spec.

Beschrieben von Dr. Böse in Ortenberg.

Rufo-testaceus, nitidus, antennis apice, pectore abdo- mineqiie fuscis, elytris viridi-cyaneis, striato-punctatis. Long. 1— IV4'".

Dem Rh. ruficollis zunächst stehend, von diesem durch breiteren Rüssel und ganz rothen Kopf verschieden. Kopf, Halsschild, Vorderbrust und die Beine sind röthlich gelb, die Fühler, die Brust und der Hinterleib braun, erstere an der Wiirzgl, letzterer an der Spitze heller. Der Rüssel ist flach, breit, deutlich kürzer als das Halsschild, und wie der Kopf tief, massig stark und ziemlich dicht puuktirt. Das Halsschild ist so breit als lang, an den Seiten vorn gerundet erweitert, hinten verengt, fast herzförmig. Es ist oben flach gewölbt, tief, massig stark und ziemlich weit- läufig punktirt, und hat jederseits vor dem Hinterrand einen seichten, queren Eindruck. Die Flügeldecken sind lang eiförmig, am Grunde doppelt so breit als die Basis des Halsschildes, in der Mitte am breitesten. Sie sind glänzend grünlich blau, in Reihen punktirt, die Punkte der Reihen massig stark, die Zwischenräume flach, mit sehr vereinzel- ten, feineren Punkten.

Es wurden von demselben im Laufe dieses Sommers, und zu verschiedenen Zeiten mehrere ganz gleiche Exem- plare unter faulender Birkenrinde von mir gefunden.

Ortenberg, den 12. October 1857.

Beitrag zur Odonaten-Fauna des Eussischen Reiches.

Von H. Hagren.

Im Jahrgange 1857 p. 363 dieser Zeitung habe ich alle bisher in Russland gefundenen Arten zusammengestellt. Herr v. Motschulsky hat mir neuerdings eine Anzahl Arten mitgetheilt, die auf der Amur -Expedition des Herrn Maak am Flusse Wilni gesammelt sind. Der Wilni fliesst unter

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iloni i»4" linkerseits in die Lena, es bildet also diese Oert- liciikoit (mit Aosnahme von Lapphuid) den nördlichsten Punkt, von welchem überhaupt eine Odonaten-Fauna vor- iie;:t, und ist schon deshalb von hohem Interesse. Die Ar ti'n sind :

I. Lib. llavt'ola L. mas. fem., die Flllf^el der Weib chen von der irt'lb tinirirten Itaoe.

*J. IJI). seotiea Oon fem., von gcwübniieher Grösse.

.'». Ijb. rr.hieiinda I.. nias. iVm.: die apj). infer. raaris jfc^'en die Spitze hin bttriiehtlieh crw.'itert, die Stirn der fem. gegen den Mund hin dunkler; Scheitelhücker ganz schwarz. Da sonst alles Übereinstimmt, kann ich die Thiere nur für eine Al)^rt von L. rubieunda ansehen.

4. Cord, aene.'i L. fem.

.'). Kjtith. bimaeulatü Chj). fem., von der europUischeD Form.

6. Acsehn. borealis Zett. mas.

7. Acsehn. crenata Ilair. (1. e. p. 369) mas. Den In- dividuen aus Irkut/k iihnlich. aber die membranula access. wie bei Aeschn. juncea gefärbt, die Spitzen der app. sup. etwas liinger und gerade ausgezogen, die Zähne vorher et- was zahlreicher.

8. Lcstes sponsa Hans. mas. fem., mittlerer Grösse.

9. Agrion nov. spec. mas. fem., Ntztere in schlechtem Znstande, dem A. puella nahe stehend.

Obwohl die Zahl der .\rten nicht bedeutend ist. sind nie, wie schon envälmt. durch ihren Fundnrt von NVcrth. nie früher 1. c. p '.U\i\ tllr Sil»irien ang«'gebcnen Arten stammen meistens aus Irkutzk, «licse aus einer iL*" nörd- licheren Hreite und viel östlicheren Länge, etwa v. Jakut/k. Neu für die Fauna Sibiriens ist Aeschn. borealis als vor- trefflirhos Bindeglied zu dem von mir angegebenen Fund- orte Sitka, und das Agrion. Das StUek von Ep. bimaculata beweist, dass ich mit Kceht das bei Irkutzk gefang»nc Weibrhcn scinrr etwas abweichenden Färbung uncrachtet Dar als Abart aufgeführt habe. Die Bildung des app. infcr.

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bei L. rubicunda mas ist auffällig, und ich finde unter den Stücken, die ich gerade vergleichen kann, keine Uebergangs- form. Die Uebereinstimmung aller übrigen Merkmale ver- bietet eine Abtrennung als eigne Art.

Von grosser Wichtigkeit war mir die Erlaubniss, das von Pallas für seine Insecta Rossica völlig druckfertig ausgearbei- tete Manuscript benutzen zu dürfen. Die Arten sind da- nach meistens sicher und leicht zu bestimmen. Pallas sagt dabei, dass er mehr als die angeführten Arten gesammelt habe, bei der leichten Zerbrechlichkeit derselben sei aber ein Theil auf der langen Reise zerstört. Uebrigens zweifle er nicht, dass namentlich die Gegenden um das Kaspische Meer und im Süden Sibiriens mehr Arten beherbergen. „In istis regionibus, quamquam Libellarum magna sit abundan- tia, tamen illae ad minuendum Tabanorum, quos acriter venantur, numerum non sufticiunt, continui equorum pere- grinantium utut socii.'^

Es heissen die Libellen im Allgemeinen bei den Russsen Strikosa und Karamysla, in der Ukraine Babka, bei den Kirgisen Enelik, bei den Tungusen Luruki.

Die beschriebenen Arten sind:

1. Lib. grandis = Aeschna grandis. Ad Volgam in totius Rossiae temperatis aquosis et circa Barabensium cam- porum lacus frequens, vario colore.

2. Lib. Caspica Pall. = Anax formosus Vander Lind. In arundinetis circa mare Caspium rarior, in littore Persico frequentior.

3. Lib. cornuta Pall. = Lib. cancellata L. Circa in- feriorem Jaicum et mare Caspium frequens. Ich halte die Bestimmung für sicher, obwohl die Angabe, dass auch der Thorax blau bereift ist, nicht recht passt.

4. Lib. depressa = L. depressa L. In australioribus Rossiae frequens, semper a nativitate instar anticedentis glauco polline colorata, quo detrito, subtestacea evadit. Die Angabe, dass der blaue Reif gleich nach der Häutung vor- handen sei, ist hier, wie stets bei Libellen, sicher ein Irr- thum.

5. Lib. forcipata = Gomph. forcipatus L. Ad Volgam, Jaicum, Tanain, Borysthenen vulgaris.

6. Lib. rubicunda. Die beiliegende schlechte Abbildung (colorirtes Original) beweist, dass hier nicht L. rubicunda

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L., 8on(lern L. Roeselii Curt. oder eine nahestehende Art penioint ist. Die Heschrcibiiuc ist un^'enUfrend: L. alis liy- ahnis, ahdomine niodio i,'ra(iicsccnte niltro liavovc. In nia- xime australihns Kossiar, pracscrtim in Casjiio desert(» fre- (jucns. al)d(aucn ni«>d(t tlavum, niodu rubcrrimum, ut in se- quenti, modo suhtestaccum. Citirt ist Linn6 II. 902. 4; Kocsel II. tal). h; Schaff. Icon ratisb. tah. 92. f. 4. Aller- dings könnte hier auch an L. vulgata, Fonscolumbii, nieri- dionalis ^'cdacht werden.

7. Lih. scioptora l'all. == L. pcderaontana F. Die Ab- bildungen ans Talias Icdu. tab. k. f. 19. a. b. mas et fem. liegen bei. in australioribus Tatariae magnac et usque in Dauriam passim ob.scrvata, ad rivos interniontanos praesen- tim ad Tucht<tr. Das Citat aus Lcpcchin und Gmcl. Linn. Syst. Nat. sichern die Bestimmung.

8. Lib. vulgatissinia Gomph. vulgatissimus L. In aqnosis Kossiae ubique frcquens.

9. Lib. acnea = Cord, aenca L. cum praeccdcntc pas- sim vulgaris.

10. Lib. decemmacnlata Pail. = L. (juadrimaculata Pall. nach bcigefllgtem Citat. Ad rivos Kuschum et Useln, inque australibus Volgae et Tanais non infrc(iuens.

11. Lib. larvata Pall. Ich halte diese Art fllr Lib. ampullaroa Schneid., die vielleicht nur Lokalvarictiit xon Lib. Sabina Dr. ist. Die Beschreibung heisst:

]j. thorace tlavo, nigro striat«», alis posticis basi ilavis, abdominis semicingulis tribus luteis. V Lib. cancellata Linn. Syst. Nat. II. p. 9<»2. 7. In australihns lecta. .Magnitudo jiaulo supra Sciojttcrain. Facies lividd-jiallida, iinpres^^ioni- bus variis, ut larvam scenicam ex|»riniat; tubcn-ulo uiirro inti-'r antcnnas, «piod stenunata circuinstant ; pnnc oculos crepido Hava. Squama foliucea, integra pilis ciliata, erecta in coljo produrtiusculo. Tln»r3x livido flavus lineis in dorso et lateribus simnl 1 1 parallelis. Abdomen junceum, basi ventricosa flava nigris lineis doliata, dein teres. nigrum. ntriiKiue niaculis tnbus lincaribus nigris. Pedcs primi pa- ris tlavi. rrliqui linea hingitudinali nigra. Alae hyalinae, vci.is fnscis, puncto versus apircm albo, sccnndariae vix ima ba.-«i tiavac.

Im (lanren stobt meiner .\nnahme kaum etwas entge- gen, da L. ampullacca in KlciuasicD llicgt, so ist es sehr

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gut möglich, dass sie eben so wie Gomph. flexuosus sich auch in Südrussland finde.

12. Lib. lutea Fall. Ich halte sie für L. brunnea Selys. Eevue) Die Beschreibung lautet: L. abdomiue luteo prismatico, thorace supra bifasciato, alis posticis basi flavis, tuberculo frontis bipapilari. Observ. cum praecedenti. Magnit. L. depressae. Frons pubescens cum ore ferruginea, inter oculos didyma lunaque flava. Tuberculum inter an- tennas bipapillare, ferrugineum, quod stemmata circumstant. Oculi Caput p(^tice excedentes, crepido pone oculos flavo nigroque variegata. Squama colli brevis, cum fasciis 2 me- diis thoracis truncato - marginatis flava, pilis marginata. Latera tkoracis et colli inter alas flava, interjectae fasciae 2 luteo ferrugineae. Abdomen prismaticum, sensim attenua- tum, griseo luteum. Pedes fusco grisei. Alae diaphanae, lineola versus apicem grisea: posticae ima basi flavis- simae.

13. Lib. nigra Fall. = L. scotica Don. In Sibiria praecipue ad Jenissam fluvium habitat.

14. Lib. glaucopis Fall. = L. pectoralis Chp. ^. Die Beschreibung lautet:

L. facie virescente alba, labio flavo, thorace alarumque basi punctisque atris. ? Lib. juncea Linn. Fassim in au- stralibus lecta.

Magnit. circiter praecedentium. Facies vesicularis, virescente alba, sed labium supra os flavum. Tuberculum inter antenuas obtusum nigrum, ut et squama intercalaris colli. Thorax niger, pubescens. Abdomen junceum, ferru- gineum, pubescens. Alae hyalinae lactescentes, puncto ver- sus apicem latiore nigro; basis alarum posticarum interius aterrima, vix priorum. Fedes nigri.

Die Magnitudo circiter praecedentium bezieht sich nicht auf L. nigra, die erst später auf einem besondern Zettel beigefügt ist, sondern auf die vorhergehenden Arten. Die Farbe der Stirn und Oberlippe bezeichnet ein Männchen aus der Gruppe von L. rubicunda; die Worte „abdomen junceum, ferrugineum schliessen L. albifrons und caudalis, die ungefleckten Vorderflügel L. dubia aus. Es bleiben also nur L. pectoralis und rubicunda über; da aber bei letzterer Art das Männchen ein rothes Fterostigma hat, ziehe ich L. glaucopis zu L. pectoralis. Die Beschreibung passt durchaus auf diese Art.

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15. Lib. carinata I'all.

L. tlioraois lima carinata. rristnlis ante alas dcntion- latis, abdoniinc jirisniatu-o au^'ulis crfnulato, alis hyalinis. Passini ohscrvata rarins.

Dc'scr. rrai'ccdcutc paulo major. Facies livida, iiiae- qualis ru^'is transvcrsJR. nia\ilIiK et labio lutcscentihns, ha- ju8 puncto impresso t'usco. Crepido pone oculos pallido ni- groqiie varia; tuhcrenlum intcr antcnnas l<iiia|)iilare ni^Tum. Squama colli intcnaiaris. hrevis. n iiilurmis. Thorax t'usens, piibcsecns. eristiilis ant»* alas crcnulatis eoneurrcntibus ad lineam lonj;itudinalem subcarinatam. Al)d(tmen prismatienm, alteuuatum. frlabrum. jutescens, angulis subtilissinic crcnu- latis, commissuris nip^ro lineatis.

Dil' siclicr«' Hestinimitni: dieser Art will mir vorläu- fig nicht {Illingen. Ich halte Sie fllr L. vulgata, oder flir (las "Weilichen von L. eocrulcseens.

1<». Lib. Hamadrvas Tall. = C'alopt. splcndcns fem.

.\d magna Kossiae lluvia, praesertim in anstrali(»ribu8 et intcr arundineta Caspica rarior j)raeccdente.

17. Uli. IJyblis I'all. = Calojit. sjjlendens mas.

In liossia etiam Ixtrealiore «-irea aquas frcqucntior praccedente. l'allas bchauiitet wdhl irrig, dass sie von der vorigen Art sieh dureh die Metamorphose trenne.

IB. Lib. Salmaeis Tall. = Lestes barbara.

In Chersonesi Tauricai' maritimis rarins apparct aestate, alis semipatentibus sedens.

1!'. Lib. Leucothoc Pallas r^r I'latycncmis pennipcB I'all. mas.

In australioribus ad Volgam. Jaicum et mare Caspiuni frcqucns.

Die Heschreibung lügst keinen Zweifel, «iass dieses die von ralbis selbst in seiner Keise beschriebene Art sei, obwohl l'allas aufTiillig genug sie nicht hier erwähnt.

L'O. Lib. Clymenc Pallas PI. pennipes fem.

C'opiogc circa Volgam, inde a primo vere apparct sola, postea pronjiseue cum L. Cyane.

2L Lib. Cyane. Pall.

I'bique in aquosi» Kossiae et Sibiriae, scd non admfv dum copinsa.

L. alis crectis puncto fuRco notatis. corpore »ericco cocmleseente variegato.

Lin kleines nicht zu bcstiroiDendcfi Agrion ans der Gruppe von A. puclla.

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Vereinsangelegenheiten,

In der Sitzung am 21. December 1857 wurde der Versammlung der am 8. November erfolgte Tod unsers Mitgliedes, des Herrn Professor Dr. Apetz in Altenburg an- gezeigt. Sein Sohn

Herr Dr. Th. Apetz in Altenburg wurde in den Verein aufgenommen. Ebenso

Herr Dr. Mess, Dirigent der Strafanstalt Plassen- burg bei Culmbach. In der Sitzung am 18. Februar c. wurde die Rech- nung des abgelaufenen Jahres von dem Herrn Rendanten vorgelegt und ihm darüber Decharge ertheilt. Als Mitglied wurde aufgenommen:

Herr Joh. v. Frivaldsky, Custos am National? Museum in Pest.

C. A. Dohrn.

Einnahme und Ausgabe

des

entomologischen Vereins für das Jahr 1857.

I. Einnahme.

Kassenbestand aus dem Jahre 1856 48 Thlr. 23 Sgr. 9 Pf.

Zinsen von belegtem Capital o39 - 11 - 6 -

Geschenk Sr. Majestät des Königs 100 - - - Für Zeitungen, Linneen und Käfer-

Cataloge 619 - 19 - 9 -

1107 Thlr. 25 Sgr. Pf.

II. Ausgabe.

Für Zeitungen und Käfer-Cataloge 274 Thlr. 10 Sgr. 6 Pf.

Buchbinder-Rechnungen 33 - 19 - 6 -

Gratification für den Vereins-Biblio- thekar 30 - - -

Miethe für das Vereins-Local 100 - - -

Remuneration des Vereinsboten

und Portiers 18 - - -

Porto und andere Auslagen 80 - 14 - 8 -

Zinsbar angelegt 436 - 11 - -

Cassenbestand in die Rechnung

pro 1858 tibertragen. 134 - 29 - 4 -

1107 Thlr. 25 Sgr. Pf.

103 Ermässigter Preis von Westwoods Introduction.

Er wird doii (Itiitsclion KntoniMlopoii pclir cnvUnscIit Rcin zu litiron, d.iss jetzt Wcstwc^uds Introduction 2 vnl. statt des frllhcren Preis, s von 'J rfund Sterling fllr IH Schill, enirl. 4 Tlilr. lo Spr. durch den liuelihandel he 2ogcn werden kann. Ks seheint diese Hrniässif^nn;^ den Bachhlindlern des C'ontinents unhekannt i:ehliohen zu sein. Sie ißt eine Folpe des in England übliehcn Verfahrens nacli bestimmter Frist den ganzen Kost einer Anflage un- ter den Hammer zu hrinccn.

Intelligenz

Herr Dr. iihil. Otto Standin^'er hereiset pcpcnwJirtif» in ontomolupischcn Zwecken Slid-Spanien. In dem Zeit- räume von MUrr bis Anfanf^s Sept. IJ^ÖT haben seine He- n.Uhunp^n reiche Ausbeute jreliefert. Die Sendung:, welche im Novbr. bei mir in Berlin anlangte, enthält Lepidoptera, Coleoptcra. IIymenoj)tera, Orthoptcra, Diptera, Neuroptcra und Ilemiptera hetero|itera.

Den Freunden der Entomologie mache ich daher be- kannt, dass von diesen Sachen Dupla abzulassen sind. Vorläufig ist nur das Vcrzeiehniss der Lepidontcrn und namentlich das der Macropteni fertig. Das der Coleoptern Hvmenoptern etc. wird demnächst folgen. Von Coleoptern wird die C'enturie grosscntheils determinirter Arten flir sechs Thaler, und wenn dabei ein reines Exemplar des I'aussus Favicri Fairm. gewünscht wird, fllr acht Tlialer abgegcbcu. Man wende sieh in portofreien liriefen an den cntomol. Verein in Stettin oder an

L. G r a b o w , Linieoacruit Nr. 23 in B«rlia.

Der Herr Superintendent Dr. Ilcydenrcich. Verfasser des svstcmatischen \'erzoirhnisses «ler Eumpäisrhcn Schmet- terlinge, der auch anderweit als einer der ausgczeicbnetern Entomologen Deutschlands bekannt ist, ist im vorigen Jahre verstorben. In Folge dieses Todesfalles soll die von ihm binlerlaasenc Sammlung Europäischer Schmetterlinge, welche

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Ton wenigen andern Sammlungen an Eeichhaltigkeit, so- wohl der Mikrolepidoptern, als der grösseren Arten erreicht oder Ubertroffen wird, verkauft werden. Sie ist vorzüglich erhalten, und umfasst die neuesten Entdeckungen, ein- schliesslich der sibirischen Arten, und hat nach der eigenen massigen Schätzung des verstorbenen Besitzers mindestens einen Werth von oOOO Thlr., wird aber nach vorläufigen MittheiluDgen zu einem sehr erniässigten Preise veräussert werden. Zahlreiche Dubletten aus allen Gattungen, zusam- men mehr als 3000 Exemplare, können zugleich mit abge- geben werden. Nähere Auskunft ertheilt gern die Redac- tion der Zeitung, oder direct die Frau Superintendent Hey- denreich in Weissenfeis.

Herr Dr. Mess, Dirigent der Strafanstalt Plassenburg bei Culmbach in Bayern, ist bereit, gegen ihm fehlende Schmetterlinge und Käfer, (Europäer und Exoten) eine Reihe gutgehaltener Nordamerikanischer Käfer im Tausche abzu- geben. Auch hat er (was vielleicht Schmetterlingssammler interessirt) einige tausend Glaskästchen für curop. Schmet- terlinge in 3 Dimensionen gegen ihm brauchbare Lepidop- tera und Coleoptera abzulassen.

Von Linnaea Entomologica ist Band 12, Berlin, bei Mittler & Sohn, erschienen und enthält Arbeiten von Hagen über Termiten, Suffrian über Cryptocephalus, Speyer über die Zahl der cxistirenden Schmetterlinge und der Tagfalter insbesondere, Gerstäcker über die chileni- schen Carabus. 29 Bogen, 4 Tafeln, Preis 2 Thaler. Ver- eins-Mitglieder, welche sich direct an den Verein wenden, erhalten gegen portofreie Einsendung des Betrages diesen Band oder frühere Bände der Linnaea Entom. für 1 Thaler 15 Sgr.

Inhalt: Nenjahrsnovelle. Mitglieder-Verzeichniss. Dohrn: Rede zur Stittungsfeier, Vereinsangelegenheiten (Bibliothek), Hagen: Ba- stard-Erzeugung bei Insecten. Werneburg: Schmetterlinge älterer Autoren. Suffrian: Synon. Miseellaneen. Frey: Literatur (Stainton Tineina). Schaum: Brief. Kawall: Entom. Notizen. Hey den: Nachtrag (Aphiden). Chaudoir: Briefl. Mittheilung. fcpeyer: Ueberwinternde Schmetterlinge. Speyer: Noctua (CueuUia) Lactucae und damit verwechselte Arten. Krziz: Erziehung von Euprepia Matronula. E'>ose: Rhinosimus raticeps. Hagen: Russische Odo- naten. Vereinsangelegenheiten, Rechnungslegung. Intelligetiz.

Diack Too F. Heitenland m Stettin.

|]iitoiiiolo;;iM'lie Keitiiiig

hiTausgegehen

von dem

iMUoiiioloirlsclKii \v\r\\w zu Siedln.

. In Conitnioiion bei lirn Buchhandl.

K .• u » c 1 1 i. n : V. E. 8. Mitüer in Uorlin, u.Fr. Fleijcher

C. A. Dohra, Vproinü-PräüidiMii in L'-ipzig.

No. I ß. 19. Jahrgang. April Juni. IS3S.

Ueber die Naturgeschichte und die Artrechte von Noctua cerasina Fr., HS. (N. castanea Esp.) *)

^'^n Dr. A. Hpe)«*r.

Vor etwa sechs Jahren erzoj^'on wir zuerst ein sdiünes Weibehen die.scr, wie es seheint, noih wen.^' beohaehteten Art aus einer mit anderen von Heidekraut und Heidelbeeren im Frllhlin^r pekütseherten und nieht weiter beaelitcten Raupe. I);i<hireli aufmerksam gemacht, suehten wir im tolfrciiden Jahre eit>i;.'er nach und es ^'elan^' un.s, die Raupe in Mehrzahl zu erhalten. Seitdem hal'en wir sie alljiihrlieh, /uweihii nieht selten, ^^jAinden. aber in verhältnissmässig »ehr geringer Zahl zur Kntwiekclunff gebracht. Ich weiss nicht, ob sehon genauere Angaben Über ihr Aussehen and ihre Lebensweise publieirt sind und theile dcsshalb mit, was ich darüber nntirt habe.

Die Raupe tindet sich hier (bei Amlsen und Rhodcn) auf liebten Waldstellen und Hhissen am Hiiilekrant (Cal- luna vuljrarisj. Wann sie das Fi verlUsst. habe irh nieht beobachtet, doch tinden wir die Räupehen im jüngsten Alter, wo sie kaum «lie erste Häutung Überstanden haben konnton. in dem ansserordentlieh miblen Winter \xi^2 -53 •*chon zu Kn<le des Deeembers, in gewrihnlichen Jahnen iwiscbcu Februar und Anfang April im Freien. Da im

•) Hrrrich- Schiffer giobi Eip<>r aU Aolor fSr den Ntmen Cer»- •ioa an, Ledrrer (die NortaJnen Kuropa't) ornnl die An Caalaaea Kip. und (otzt C«<ra«ina Kr. al* .S\nonTm ütira. t^a ich wvdtr Kapcr't noch Frevrr'» Werke zur Hand habo, ••' kann Irh nicht «aUcheiden, wer »on beiden Kccbt und welcher Naia« die rrioriiät hat

106

Spätherbst, wenigsteoa im October, auf den bekannten Plätzen noch keine Raupen anzutreffen sind, so wird das Aus- schlüpfen sehr wahrscheinlich während des Winters, je nach der Witterung zwischen December und März, vor sich gehen. Es scheint die gleiche Temperatur die Raupe von N. cera- sina zum Aussehlüpfen aus dem Ei zu treiben, welche Hi- bernia rupicapraria treibt ihre Puppenschale zu sprengen, denn auch diesen Schmetterling sahen wir in milden Wintern bereits Ende December frisch entwickelt im Freien, wäh- rend er gewöhnlich erst Ende Februar und im März er- scheint. Erwachsene Raupen, die nach heftigem Gewitter- regen an den Heidekrautbüschen in die Höhe gekrochen waren, fanden wir Ende Mai. Um diese Zeit und bis gegen die Mitte des Juni's waren auch die jung eingezwingerten Raupen zur Verwandlung reif. Sie gehen zur Verpuppung ein paar Zoll tief in die Erde, bauen sich daselbst eine leicht geleimte, zerbrechliche Höhle und liegen in derselben gegen vier Wochen, ehe sie die Raupenhaut abstreifen. Werden sie vor dieser Zeit aus der Erde genommen, so gehen sie meist zu Grunde, indem sie sich in dem vergeb- lichen Bestreben, ein neues Verwandlungslager zu bauen, erschöpfen. Bei unserer ersten Zucht mussten wir dies zu unserem Schaden erfahren und andere Sammler werden die gleiche Erfahrung an allen den Raupen, welche längere Zeit unverwandelt in ihrem Verpuppungslager zubringen (z. B. N. rhomboidea, exoleta u. a.) zu machen Gelegenheit gehabt haben, üie ersten Schmetterlinge erschienen am 3. August, die letzten in den ersten Tagen des Septembers. Im Freien habe ich den Falter nie lebend gefunden, einmal indess, Mitte September, ein todtes, vom Regen abgewa- schenes Exemplar, welches an einem Heidekrautbusch hing. Er scheint demnach, gleich seinen Verwandten, am Tage sehr versteckt zu leben.

i\Ian sucht die Raupe am erfolgreichsten im Nach- winter und ersten Frühjahr, sobald nur die Fundstellen frost- und schneefrei sind. Erwachsenere Raupen erhält man nur selten durch den Kötscher; ohne Zweifel verbergen sie sich in diesem Alter sorgfältiger als in der Jugend und kommen vielleicht nur während des Nachts zum Vorschein. Auch hierin gleichen ihre Sitten vielen anderen ihrer Gat- tungsgenossen, die ebenfalls fast nur im frühen Jugendalter bei Tage hoch genug an ihren Futterpflanzen autkriechen, um mit dem Kötscher abgestreift werden zu können, wie N. brunnea, herbida, tincta u. v. a.

Im Freien trafen wir die Cerasina-Raupen ausschliess- lich auf Heidekraut (Calluna vulg.), in der Gefangenschaft

fraHHcn sie alicr auch die Blätter und iukIi liclit-r die uu reiten Friifiite der HeiilclUcori-u . und das junpe Laub der Stjiilii ll»c»'iin und rrauln'nkirsrlKii (i'runus ]>.'h1usk Sie gedeihen dabei pan/ gut, hi« nie fant ihre volle Grösse er langt haben lin diese Zeit ist uns aber stets die grosse Melirzabl aller jinig gefundenen Uanpcn /u (iruudo gegan- gen, an jener bekannten Krankli^it, die «Inreh an sieh zu tiatUeiehe oder diireh Kinnteeken in \\ anser /.u sehr ver wässerte Nahniiii,' ln'r\orgeriil"eu wird. ^S ahrselieinlieh würde sie sieh \ern>eiden lassen, wenn man die Jiaupeo mit täglich trieb gegebenem otler in Töple eingcptianztem Heidekraut ernäiirte. Das glUekliehste Hesultat . welcheB wir er/ielteii . war. dass wir von .'Jn Kaupen ♦> zur Eiit- wiikclung brachten, in den meisten Füllen gingen aber 9U l'rocent verloren. I>ie uaeh <ler letzten Häutung gtfuode- neu Ilaupen gediehen dagegen ohne .'^ehwierigkeit. weiiD man sie nur in ihrem \'erpuppungslager nicht stört. Von .Sehmarotzern scheint die Haujie wenig heimgesucht zd werden: ieh erinnere mich nicht, auch nur eine einzige mit lehueuninncn oder I'aehinen besetzte iiaupe gehabt zu haben.

Die erwachsene Kaupe ist von gewöhnlicher Gestalt, ziemlich dick, am stärksten auf dem 11. iiingc , nach vorn hin sieh etwas verjüngend. Der Kopf glänzend bräunlieh gell), «lunkel gegittert, uiit brauneu Hogenstriehen. Die Grundfarbe tU> Kr>rpers wechselt zwischen Grün und röth- liehem (ielb oder Ockergelb. Ganz grüne und rein roth- gelbc liaupen sind seltner als s(»lelie, w<» die roth- oder bräunliehgelbc Gnindt'arl)e mehr od»'r minder stark mit (Jrün gemischt ist. Sie i>t stets dielit braun (bei der grünen Varietät sehwärzlichgrau) gerieselt. Ein breiter, kreideweis- ser, meist etwas bräunlich punktirter Scitt^-nstreif zeichnet die llaupe am meisten aus Hei der grünen Varietät bleibt . r am reinsten weiss, bei den rölhliehen ptlegt er etwas ittirt zu sein und gränzt sieh gegen den Hauch minder irf alt, als gi gen den Kücken, l ebrigens hat die Kaupe keine scharte Zeichnungeo. Die Küekenlinie ( Ub( r dem Kilckengelass ) ist lein, kaum sichtbar . weisslich. Obere Seitenlinien (zwischen KUckcDÜnic und Seitenstreif >-ft'bleD. Nur auf dem sonst wenig ausgezeichneten Nai ' ' -Ide

tntcn sie nebst der Kückenlini«* als .'i weissliehe 1 m

hcr^■or. Di»- gewöhnlichen W sind nur aU dunkle

I'Unktchen kenntlich, selten er rothgelbcn Kaupe )

deutlicher und etwas licht aufgetiiickt. Sie tragen nur durch die Lupe hichtbarc Hörstchcn. Die LafUucher stcbeu Über dem beiteostrcif und sind gelMichweits, dunkel geriogt-

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Die Beine grünlich, und, wie der Bauch, heller als die Grund- farbe. Der Bauch ist unter dem Seitenstreife ebenfalls stark dunkel gerieselt.

In der ersten Jugend ist die Raupe fast immer grün und der Seitenstreif reinweiss, beiderseits scharf begränzt.

Diagnose der Raupe; Ziemlich dick, nach vorn massig verjüngt (nackt), grün oder röthlich, dunkel gerie- selt, mit breitem weissem Seitenstreif, feiner weisslicher^ kaum merklicher Rückenlinie (ohne obere Seitenlinien) und feineu braunen Punktwärzchen.

Von der Puppe habe ich leider keine nähere Beschrei- bung genommen und erinnere mich nur, dass sie den ge- wöhnlichen Habitus der Noctuenpuppen hatte. Auch über die Flügelhaltung des Schmetterlings in der Ruhe finde ich nichts notirt. Wenn ich mich recht erinnere, war sie flach dachförmig.

Das erste Exemplar, welches wir erzogen, hatte ganz die Farbe, welche Herrich -Schätfer von Cerasina verlangt „zwischen Leberbraun und Rostroth'^ Aber die später durch die Zucht erhaltenen Exemplare (etwa ein Dutzend) lehrten, dass diese Färbung keineswegs constant, ja nicht ein- mal die gewöhnlichste ist. Sie wechselt